Ex-Hotel im Regensburger Osten: Das Hottentotten Inn ist Geschichte

Die markanten gelben Schilder mit der Aufschrift „Hottentotten Inn“ sind weg: Das Gebäude im Auweg im Osten Regensburgs ist nun kein Hotel mehr, sondern eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Ausländer.
Die Ersten sind in dieser Woche eingezogen, wie Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) mitteilte. Es sei gelungen, dass die Stadt die Immobilie nach dem angekündigten Eigentümerwechsel anmiete und schnell nutze.
Hotelbetreiber war zunächst „überrascht und entsetzt“
Dieser Plan hatte im April für Wirbel gesorgt, weil die Stadt damit den Betreiber des früheren Hotels nach dessen Angaben „überrascht und entsetzt“ hatte, als dieses noch offen hatte. Sie benötigte dringend eine Unterkunft für junge Flüchtlinge. Bisher hatte sie diese vor allem im Menschen-Not-Schutzhaus in der westlichen Altstadt untergebracht, zum Teil in Räumen, die seit diesem Herbst wieder für angehende Erzieherinnen benötigt werden. Freudenstein erklärt: „Das, was uns gedrückt hat, war die enge Situation im Michlstift.“ Das Gebäude im Auweg hatte die Sozialbürgermeisterin als „super Unterkunft“ ausgemacht, weil sie geräumig und voll ausgestattet sei – bis hin zur Bettwäsche.
In vergangenen Jahren kamen unbegleitete minderjährige Ausländer so zahlreich nach Regensburg, dass die Stadt sie zum Teil in der Jugendfreizeitstätte Haslbach unterbrachte. Derzeit sei die Lage „kontrollierbar“, sagt Stadtsprecherin Katrin Butz, der Arbeitsaufwand aber weiterhin hoch. Aktuell kümmert sich das Amt für Jugend und Familie um 56 junge Flüchtlinge.
Zehn junge Flüchtlinge zogen ein
Im Auweg wäre Platz für 24. Zehn leben seit Dienstag dort, in Einzel- und Doppelzimmern. Sieben sind Syrer, zwei Äthopier und einer ist Afghane. Mehrere Kräfte eines freien Trägers der Jugendhilfe kümmerten sich tagsüber um sie, so Butz. Rund um die Uhr sei ein Sicherheitsdienst im Haus, darüber hinaus stehe die Rufbereitschaft der Jugendschutzstelle der Stadt zur Verfügung.
Bis vor Kurzem übernachteten dort vor allem Lkw-Fahrer. Der Betreiber des 2005 eröffneten Hotels hatte erklärt, er habe den Namen gewählt, um die Geschichte Namibias und des Befreiungskampfes der Bevölkerung gegen die Kolonialherren zu erzählen. Einen Verkauf habe er angestrebt, weil ihm die Bürokratie zusetze.