Sanierung der Regensburger Straße Kelheim geht weiter: Start im Frühjahr 2025 geplant

Von Etienne Nückel · 1. Oktober 2024 um 17:00

Einen Sanierungsvorschlag für den zweiten Bauabschnitt der Regensburger Straße hat Richard Scheugenpflug vom Ingenieurbüro Ferstl am Montagabend im Kelheimer Stadtrat vorgestellt. Demnach sollen die Arbeiten voraussichtlich im Frühjahr 2025 starten und noch im selben Jahr abgeschlossen werden.

Ein detaillierter Zeitplan wurde noch nicht vorgestellt. Zunächst muss ein Förderantrag auf Mittel des Programms „Stadt und Land“ gestellt werden. Erst nach der Zusage können die Maßnahmen ausgeschrieben werden, erklärte Scheugenpflug. Der Stadtrat beschloss einstimmig, das Büro Ferstl mit der Ausarbeitung des zweiten Bauabschnittes und dem Förderantrag zu beauftragen.

Laut dem Sanierungsvorschlag soll der zweite Bauabschnitt von der Einmündung der Affeckinger Straße – dem Ende des ersten Bauabschnittes – bis etwa 50 Meter vor den Kreisel an der Europabrücke reichen. Die Baulänge beträgt rund 850 Meter. Die Arbeiten sollen in vier Bauabschnitte unterteilt werden. Der Erste erstreckt sich von der Affeckinger Straße bis zur Tankstelle Baier, der zweite bis zur Brandl Home Company, der dritte bis zur Tankstelle Riedel und der vierte bis zum Ende des Abschnitts kurz vor dem Kreisel. Diese Aufteilung soll dafür sorgen, dass die drei genannten Unternehmen zumindest von einer Seite her erreichbar sind, sagte Scheugenpflug. Schränkte aber ein: „Immer wird es nicht funktionieren.“

Querungshilfen geplant

Die Kosten für den Straßenbau betragen laut einer Kostenschätzung, die Scheugenpflug vorstellte, knapp 1,5 Millionen Euro. Diese würden vom federführenden Staatlichen Bauamt Landshut getragen. Auf die Stadt entfallen Kosten für den Geh- und Radweg, die Sanierung von Stützmauern und die Erneuerung der Beleuchtung, zusammen geschätzt knapp 1,3 Millionen Euro. Zuzüglich einer Sicherheit von zehn Prozent und der Mehrwertsteuer werden die Gesamtkosten auf rund 3,6 Millionen Euro geschätzt.

Die Ausgestaltung ist weitgehend vergleichbar mit dem ersten Bauabschnitt, so Scheugenpflug weiter. Die Fahrbahnbreite soll ebenfalls 6,80 Meter betragen und durch den Straßenbelag soll wie beim ersten Abschnitt eine Geräuschreduktion erzielt werden. Der Geh- und Radweg soll gepflastert werden.

Die Einmündungen des Hohenpfahlweges und der Klausenstraße werden nicht „klassisch“ gestaltet, sondern der Geh- und Radweg soll hier weitergeführt werden. Das bedeutet, dass Radfahrer und Fußgänger gegenüber Autofahrern Vorfahrtberechtigt sind, erklärte Scheugenpflug. Die Einmündung der Affeckinger Straße wurde im ersten Bauabschnitt noch anders gestaltet, hier gibt es eine Querungshilfe in Form einer Verkehrsinsel für Fußgänger und Radfahrer. Zwei Querungshilfen – ebenfalls als Inseln – sind geplant, um von der einen auf die andere Seite der Regensburger Straße zu kommen. Diese sollen jeweils dort entstehen, wo sich derzeit zwei Bushaltebuchten befinden. Im Pflaster an den Übergängen werden wieder sogenannte taktile Elemente verbaut werden, also Pflastersteine, deren Oberfläche für Menschen mit Sehbehinderung zu ertasten und wegen der weißen Farbe einfacher zu erkennen ist.

Änderungen soll es bei der sogenannten Nullabsenkung geben, das ist sozusagen die Mini-Rampe für Rollstuhl- oder Fahrradfahrer, an der die Querungshilfe bündig mit der Fahrbahn abschließt. Im ersten Bauabschnitt durfte diese laut den damaligen Vorgaben nicht breiter als ein Meter sein. Das sei mittlerweile anders, erklärte Scheugenpflug, nun seien 1,80 Meter erlaubt, was man auch im zweiten Bauabschnitt anwenden werde.

Kein separater Radweg

Florian Laußer (Grüne) merkte an, dass die Nullabsenkung bisher beispielsweise für Radfahrer mit Anhänger zu schmal gewesen sei. Bürgermeister Christian Schweiger (CSU) entgegnete, das Problem sei bekannt. Aber die Stadt sei eine Behörde und müsse regelkonform arbeiten, sagte er mit Blick auf die damaligen Vorgaben.

Ebenfalls zum Thema Fahrradfahrer äußerte sich im Anschluss an die Präsentation Christian Rank (Grüne): er befürworte, dass der Geh- und Radweg an Einmündungen durchgehe, das hätte er sich auch an der Affeckinger Straße gewünscht. Er fragte, ob es möglich sei, einen Markierungsstreifen für eine Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern auf dem Weg anzubringen. Schweiger entgegnete, das sein nicht erlaubt. Die Fahrbahn müsse wegen des Schwerlastverkehrs die Breite von 6,80 Metern haben. Daneben bleibe nicht genug Platz für einen separaten Radweg, da die Normbreite nicht erfüllt werden könne. Daher habe man sich bereits beim ersten Bauabschnitt für einen kombinierten Geh- und Radweg entschieden.

Der Abschnitt startet bei der Einmündung der Affeckinger Straße. Foto: Nückel
Ende ist etwa 50 Meter vor dem Kreisel an der Europabrücke. Foto: Nückel