Bellstraße in Schwandorf: Auf der Jagd nach den Temposündern

Groß war die Ausbeute nicht bei dieser Tempo-Kontrolle der Polizei am Freitagvormittag an der Bellstraße. Aber das ist auch nicht primärer Sinn und Zweck der Aktion. „Unser Ziel ist nicht, möglichst viel abzukassieren. Wir wollen erreichen, dass sich die Leute an die Geschwindigkeit halten“, sagt Deniz Birol (32).
Seit April ist das Thema sein Spezialgebiet, denn er ist neuer Verkehrssachbearbeiter bei der Inspektion Schwandorf. „Wir haben kein großes Raserproblem in der Stadt. Und auch die Poserszene ist deutlich geringer geworden. Es spricht sich halt herum, dass wir eine Tuning-Kontrollgruppe haben“, sagt Birol. Beliebte Treffpunkte seien aber nach wie vor der Parkplatz beim Gleisdreieck oder dem McDonald’s an der Max-Planck-Straße.
Lang und weit überschaubar
Und auch zu schnell wird immer mal wieder gefahren. Die Regensburger Straße ist so ein kleiner Hotspot in Schwandorf, oder eben auch die Bellstraße. Beide sind gut ausgebaut, lang und weit überschaubar. Das macht sich auch das kleine Grüppchen zunutze, das am Parkplatz zum Benteler-Tor das Stativ aufbaut für das Laser-Handmessgerät. Neben Birol ist ein weiterer Polizeibeamter dabei, der Auszubildende Hannah in die Praxis der Tempo-Messung einweist.
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Natürlich steht das Trio nicht wie auf dem Präsentierteller, aber „ein freies Sichtfeld muss schon sein“, weiß der Praktiker. Bis zu 1000 Meter Reichweite hat der Laserstrahl, und so treten die geblitzten Autofahrer mitunter zu spät auf die Bremse. „Kann man damit eigentlich auch Fahrräder messen?“, fragt Hannah scherzhaft. Nein, kann man nicht, da stößt die Technik an ihre Grenzen. Selbst bei Motorradfahrern wird’s schon verdammt schwierig.
VPI, Autobahnpolizei und kommunale Überwacher unterstützen
Gemessen wird im Bereich der Polizeiinspektion Schwandorf, der neben der Großen Kreisstadt auch die Gemeinden Steinberg am See und Wackersdorf umfasst, in schöner Regelmäßigkeit. „Ungefähr 20 bis 30 Stunden im Monat setzen wir den Laser ein, je nach Einsatzbelastung“, schätzt Birol.
Unterstützung gibt es dabei von der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Amberg, der Autobahnpolizei Schwandorf oder den Kommunalen Verkehrsüberwachern, die ihre stationären Überwachungsgeräte in diesen Tagen gerne in den Tempo-30-Zonen rund um Schulen und Kindergärten einsetzen.
Nach etwa eineinhalb Stunden verlässt die kleine Polizeitruppe am Freitag wieder den Ort des Geschehens. Zum einen hat der Berufsverkehr deutlich abgenommen. Zum anderen dürfte es sich in den Schwandorfer Social-Media-Gruppen nun herumgesprochen haben, dass hier die Geschwindigkeit kontrolliert wird.
Die Schnellsten fuhren fast 80
Spitzenreiter an diesem Morgen waren zwei Autofahrer, die jeweils mit 78 Stundenkilometern in der geschlossenen Ortschaft unterwegs waren. Beide hatten sie die Richtung zur Südtangente eingeschlagen, beide wurden herausgewunken und bekamen die Quittung. „Das gibt ein Bußgeld und auf jeden Fall einen Punkt“, sagt Birol. Insgesamt wurden nach seinen Worten bei der Aktion eine Handvoll Verstöße festgestellt.
Der 32-Jährige zeigte sich am Ende selbst überrascht über das Ergebnis. „Ich hätte nicht mit zwei solchen Ausreißern gerechnet und mit so vielen Verstößen in so kurzer Zeit“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Und er kündigte weitere Kontrollen auch an der Bellstraße an: „Wir werden da in nächster Zeit wieder zur Stelle sein, vielleicht einmal in den Abendstunden.“ Dass das auch in der Zeitung steht, stört Birol nicht, im Gegenteil: „Es geht um Prävention.“

