Neue Möblierung fürs „Luxusklo“ bald da: Regensburgs unbequemste Sitzplätze

Von Juliana Ried · 30. September 2024 um 05:00

Vor einem Jahr baute die Stadt Regensburg die Möblierung im „Luxusklo“ am Schwanenplatz ab. Der Ersatz soll „vom dauerhaften Verweilen“ abschrecken.

Gut ein Jahr ist es her, dass die Stadt die auch von Obdachlosen als Bett genutzte Sitzbank im als „Luxusklo“ bekannten Toiletten-Gebäude am Schwanenplatz abbaute. Jetzt ist ein Ersatz dafür in Sicht: Die Stadt hat eine Sitzgelegenheit gesucht, die nicht zum Übernachten einladen soll – und gefunden. Das berichtete jetzt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) im Verwaltungsausschuss des Stadtrats.

Neue Bank am Schwanenplatz: Grüne hakten nach

Grünen-Stadträtin Theresa Eberlein hatte sich erkundigt, wie oft die Stadt inzwischen aus Protest aufgestellte Bänke abbauen ließ und was das kostete. Sie erkundigte sich auch, wann es an dieser Stelle wieder eine Sitzgelegenheit gebe und nach welchen Kriterien diese ausgewählt werde. Die OB antwortete, bisher seien dreimal von Unbekannten aufgestellte Sitzmöbel entfernt worden. Dabei seien jeweils viereinhalb Stunden ein Vorarbeiter, ein Helfer und ein Transportfahrzeug der Transportgruppe des Gartenamts in Einsatz gewesen. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 600 Euro „in Form einer inneren Verrechnung“.

„Neue Sitzgelegenheiten“ könnten Ende Oktober oder Anfang November montiert werden, sofern der Hersteller die angekündigte Lieferzeit einhalte. Die Kosten beliefen sich auf rund 7500 Euro. Bei der Auswahl habe sich das zuständige Amt an drei Kriterien orientiert. Eines davon war ein „möglichst geringer Aufforderungscharakter zum dauerhaften Verweilen beziehungsweise Nächtigen“. Außerdem waren der OB zufolge ein möglichst kurzer Umsetzungszeitraum und geringer finanzieller Aufwand entscheidend.

Die Grünen hatten bereits wiederholt nachgehakt, wann die Stadt eine neue Sitzgelegenheit installiert. Eigentlich hatten sie sich gewünscht, dass die Stadt die frühere Bank einfach wieder aufstellt. Jetzt sagt Eberlein: „Ich finde es bemerkenswert, wie viel Zeit in so eine Bank investiert wird.“ Sie glaube, dass die Stadt ihre finanziellen und personellen Ressourcen besser nutzen könnte, als sie in das Abbauen von Möbeln zu stecken. Zudem sei sie der Meinung, „dass der öffentliche Raum für Menschen gestaltet werden muss. Ich finde es wichtig, dass sich alle Menschen dort aufhalten und wohlfühlen können“.

„Mitternachtsbauhof“ wurde aktiv

Die Stadt hatte das knapp 900.000 Euro teure Toilettenhäuschen mit Wartebereich für Busreisende, das es in Schwarzbuch der Steuerzahler schaffte, 2022 eröffnet – damals bot es eine lange Holzbank. Nach deren Abbau im Sommer 2023 stellten zunächst Unbekannte ein Bett aus Paletten auf. Ende Juni 2024 schraubte der „Mitternachtsbauhof“ eine selbst gezimmerte Sitzbank an. Wenige Tage später zementierten die „Architekturfreund*innen“ ein Sofa auf dem Schwanenplatz fest, bevor im September erneut der „Mitternachtsbauhof“ tätig wurde und eine rustikale Eckbank unter das Dach des Toilettenhäuschens stellte.