Landratswahl 2026: Schon jetzt werden im Landkreis Neumarkt potenzielle Kandidaten diskutiert

Eigentlich sind es ja noch eineinhalb Jahre bis zur Kommunalwahl – und bis zur nächsten Landratswahl. Doch die wirft im Landkreis Neumarkt ihre Schatten weit voraus. Nicht zuletzt deshalb, weil der amtierende Landrat Willibald Gailler von der CSU nicht mehr antritt und der Posten in jedem Fall neu besetzt werden muss. Ein Kandidaten-Check.
Die CSU will nach eigenem Bekunden das Amt erneut für sich erobern, die Freien Wähler im Landkreis machen sich nach ihrem Achtungsergebnis aus dem Jahr 2020 Hoffnungen auf das Amt und auch andere Parteien im Landkreis wittern ihre Chance und stellen möglicherweise erstmals einen Kandidaten oder eine Kandidatin auf. Doch wer steht überhaupt zur Verfügung? Wer hat Interesse?
CSU: Mehrere Anwärter auf eine Kandidatur
Bei der CSU ist es die Kreisvorstandschaft, die darüber entscheidet, wer als Kandidat den Landratswahlkampf bestreitet. Deren Vorsitzende ist MdB Susanne Hierl. Und nachdem seit dem Wochenende feststeht, dass Hierl 2025 erneut für den Bundestag kandidieren wird, steht auch fest: Sie steht nicht als Landratskandidatin zur Verfügung.
Vielmehr führt sie eigenen Angaben zufolge Gespräche mit potenziellen Kandidaten innerhalb der Kreis-CSU. Namen nennt sie auf Nachfrage unseres Medienhauses keine. Auch stehe noch nicht fest, bis zu welchem Zeitpunkt die CSU sich auf einen Kandidaten geeinigt haben will. Dennoch gibt es in den Reihen der Christsozialen Namen, die unter vorgehaltener Hand immer wieder fallen.
Unter diesen ist auch der des derzeitigen Bürgermeisters von Freystadt, Alexander Dorr. Angesprochen auf das Thema lacht der 52-Jährige wissend, sagt aber nur: Dies müsse in den zuständigen Gremien der Kreis-CSU besprochen werden. „Dort wird dann festgelegt, wer am besten geeignet ist und wer die besten Chancen hat.“
Auch Neumarkts Bürgermeister und CSU-Stadtverbandsvorsitzender Marco Gmelch verweist auf Nachfrage darauf, dass zunächst intern über die CSU-Kandidatur gesprochen werden müsse. Noch sei es zu früh für einen Kandidaten. Zu seinen eigenen Ambitionen hielt sich Gmelch im Gespräch mit unserem Medienhaus äußerst bedeckt.
Diese ergeben sich jedoch aus seinem politischen Werdegang. Gmelch hatte sich CSU-intern zunächst Susanne Hierl im Rennen um die Kandidatur zum Bundestagsdirektmandat geschlagen geben müssen, dann hatte er zugunsten des heutigen Oberbürgermeisters Markus Ochsenkühn auf eine Kandidatur verzichtet. Bei beiden Wahlkämpfen hatte er sich anschließend als Teamplayer beweisen und die CSU zu großer Geschlossenheit bewegen können.
„Mir macht mein Amt sehr viel Spaß, jeder Tag als Bürgermeister ist eine Bereicherung für mein persönliches Leben.“
Christian Schmid, Bürgermeister Velburg
Auch der Name des derzeitigen Bürgermeisters der Stadt Velburg fällt, wann immer hinter den Kulissen über die Wahl des neuen Landrats gesprochen wird. Er sei auch schon in der Öffentlichkeit auf seine Ambitionen angesprochen worden – was ihn überrascht habe, wie er auf Anfrage erklärt. Jedoch werde über die Kandidatur zunächst CSU-intern gesprochen.
Auf die Frage, ob er sich eine Kandidatur vorstellen kann, sagt Schmid nur: „Mir macht mein Amt sehr viel Spaß, jeder Tag als Bürgermeister ist eine Bereicherung für mein persönliches Leben.“ Und hier liegt auch das Problem: Schmid kann nur für ein Amt kandidieren. Sollte er ins Rennen um den Landrat einsteigen und verlieren – dann wären auch das Bürgermeisteramt und die damit verbundenen Pensionsansprüche dahin. Denn letztere hat er nur nach zehn Jahren im Bürgermeisteramt – 2026 wären jedoch erst sechs davon verstrichen.
Freie Wähler: Noch viel Zeit bis zur Kommunalwahl
Auch bei den Freien Wählern kursieren bereits die Namen, auch wenn es nach dem Bekunden derer, die sie tragen, noch zu früh für Festlegungen sei. So bemühe sich die Vorstandschaft um Vorsitzenden Bernd Mayr derzeit darum, einen Zeitplan zu erstellen, gemäß dem im Winter oder Frühjahr ein geeigneter Kandidat präsentiert werden könne, so Mayr. Nun komme es darauf an, zu warten, wer seinen Hut in den Ring werfe. Eine öffentliche Schlammschlacht um die Kandidatur werde es bei den Freien Wählern nicht geben.
Erstes Anrecht auf eine Kandidatur hat Mayr selbst. Der Bürgermeister der Stadt Dietfurt ist Kreisvorsitzender und hatte vergangenes Jahr – nach dem plötzlichen Tod des bisherigen Vorsitzenden, Günter Müller – diesen Posten übernommen. Nach eigenem Bekunden jedoch nicht in dem Bestreben, bei der Kommunalwahl als Landrat anzutreten. Vielmehr habe er es als seine Aufgabe angesehen, Verantwortung zu übernehmen.
Nichtsdestotrotz werde er immer wieder gefragt, ob er sich vorstellen könne, als Landrat anzutreten, wie er im Gespräch mit unserem Medienhaus erklärt. Er habe auch mit seiner Familie bereits über dieses Thema gesprochen – eine finale Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. „Ich bin Bürgermeister in Dietfurt – und das bin ich eigentlich sehr gerne“, sagt er. Nichtsdestotrotz sei unter den gegebenen Umständen – Landrat Willibald Gailler (CSU) wird nicht mehr antreten – eine Kandidatur interessant für einige Personen.
„Ich bin Bürgermeister in Dietfurt – und das bin ich eigentlich sehr gerne.“
Bernd Mayr, Bürgermeister Dietfurt
Auch für Sebastian Schauer aus Neumarkt. Er war 2020 bei der Kommunalwahl als Landratskandidat gegen den Amtsinhaber angetreten und hatte, als Gailler wegen der Schließung des Krankenhauses in Parsberg vor allem im südlichen Landkreis massiv unter Druck geraten war, mit 37 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg erzielt. Schauer hat für sich selbst noch keine finale Entscheidung getroffen, wie er erklärt.
Am nächsten dran am Amt des Landrats ist der Neumarkter Stadtrat und Kreisrat Martin Meier. Der 45-Jährige wurde nach dem plötzlichen Tod Günter Müllers einer der Stellvertreter des Landrats. Zur Landratswahl im März 2026 sagte Meier unserem Medienhaus, dass es eineinhalb Jahre vor der Wahl noch zu früh sei, über Namen zu sprechen. Zu gegebener Zeit würden sich die Gremien der Freien Wähler im Landkreis zusammensetzen und sich dann Ende 2024 oder Anfang 2025 auf einen Kandidaten einigen.
Grüne: Schicken Sie einen Kandidaten ins Rennen?
Die Grünen in Neumarkt haben bei der Kommunalwahl 2020 keinen Kandidaten ins Rennen um das Amt des Landrats geschickt. Das soll sich 2026 ändern, wie Kreisvorsitzender Stefan Haas auf Anfrage mitteilte. Namen könne er jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Nur so viel: „Für diesen Posten wird sich gutes Personal finden.“
Zur Frage, ob auch die SPD erneut und die AfD erstmals einen Landratskandidaten aufstellen, gab es bis Redaktionsschluss keine Rückmeldung.
Darum bekommt der Landkreis Neumarkt einen neuen Landrat
Einzug ins Landratsamt: Willibald Gailler ist seit 2014 Landrat des Landkreises Neumarkt und folgte auf Albert Löhner, der damals aus Altersgründen nicht mehr als Landrat kandidieren durfte. 2020 wurde Gailler mit 50,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt.
Altersgrenze: 2026 nun will er nicht mehr für das Amt kandidieren – auch wenn er dies mittlerweile dürfte. Denn mit Wirkung zum 1. Januar 2024 ist die bisherige Höchstaltersgrenze für hauptamtliche Bürgermeister sowie Landräte weggefallen.
Verlängerung: Für Willibald Gailler ist das jedoch kein Thema mehr, wie er unserem Medienhaus in einem Gespräch im Februar 2023 verriet. Nach dann 39 Jahren hauptberuflicher Arbeit in der Kommunalpolitik sei es 2026 an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen.
Politische Laufbahn: Gailler, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, war vor seinem Einzug ins Landratsamt Neumarkt für die CSU 27 Jahre lang hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt gewesen.