Eine Chance für die Liebe: Regensburgerinnen schicken Singles zum Wandern

Von Heike Haala · 25. September 2024 um 12:00

Jetzt, im Herbst, schnüren die Regensburger ihre Wanderschuhe und wer nicht auf eigene Faust losziehen will, kann zwischen vielen geführten Touren wählen. Eine davon könnte Teilnehmer auf den Pfad der Liebe führen.

Das ist die Single-Wanderung für Menschen über 30 Jahren, zu der drei Regensburgerinnen am Tag der Deutschen Einheit laden. Sie heißen Julia Egleder, Christina Elsa Wagner und Simone Henke, sind selbst Single und verbreiten ihre Einladung seit einigen Tagen über die sozialen Netzwerke: Am 3. Oktober geht es für etwa zwei Stunden über die Winzerer Höhen und bei Bedarf danach noch in einen Regensburger Biergarten.

Egleder hatte von einer ähnlichen Veranstaltung in Niederbayern gelesen, ihren Freundinnen auf dem Theaterfest davon erzählt und von ihrer Idee, so eine Wandergruppe auch für Regensburg ins Leben zu rufen. „Die anderen beiden waren sofort begeistert“, sagt sie und so machten sich die Frauen an die Einladung.

Liebe und Wahrscheinlichkeit

Wagner erklärt ihr Anliegen: Zum Tanzen oder etwas trinken zu gehen, macht ihr nicht so viel Freude, wie eine Unternehmung in der Natur. Auch Singleplattformen bezeichnet sie nicht als ihr Ding. Stattdessen will sie im echten Leben einen Partner finden, aber deswegen nichts machen, worauf sie eigentlich keine Lust hat. Und das hat einen triftigen Grund: „Beim Tanzen in der Diskothek lerne ich doch wahrscheinlich jemanden kennen, der gerne ausgeht. Wie hoch aber ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich dort jemanden wie mich treffe, der eigentlich auch keine Lust darauf hat, aber trotzdem da ist?“, fragt sie.

Als Partnerbörse oder Heiratsmarkt wollen die Frauen ihr Angebot nicht verstanden wissen. Wenn sich auf der Wanderung etwas zwischen zwei Teilnehmern entwickelt, schön. „Aber es geht hier nicht in erster Linie darum, eine Familie zu gründen“, sagt Egleder.

Vielmehr sollen sich am 3. Oktober Menschen kennenlernen, die auf der Suche nach Gleichgesinnten sind. Die Frauen sind sich einig, dass es etwa an einem Alter von 30 Jahren schwieriger wird, Menschen für gemeinsame Unternehmungen zu finden: Viele Menschen gründen ihrer Beobachtung nach dann eine Familie, andere begeistern sich vorrangig für Pärchenabende.

Wagner sagt auch, dass sie umso genauer weiß, was sie will und was passt, je älter sie wird. „Die Ansprüche sinken mit dem Alter nicht, sie steigen eher“, verdeutlicht sie. Zudem seien viele Menschen in diesem Alter auch schon gebunden. „Mit 20 war es einfacher, jemanden zu finden“, schildert Wagner ihre Erfahrung.

Der Vorteil von Wanderdates

Sie sagen, glücklich in ihrem Leben zu sein. Wagner erklärt: „Ich habe mich perfekt in meinem Leben eingerichtet und brauche keinen Mann, der auf mich aufpasst.“ „Oder den ich bemuttern und dem ich die Schmutzwäsche waschen muss“, ergänzt Egleder. Stattdessen würden sie gerne jemanden finden, der ihre Interessen sowie ihre Werte teilt und die gleichen Ziele im Leben wie sie hat. Bis dieser Mensch kommt, haben die Frauen kein Problem damit, glücklich als Single durchs Leben zu gehen.

Apropos gehen: Der Vorteil einer Wanderung gegenüber einem Date zu zweit, ist für Egleder und Wagner klar die Flexibilität. Wagner beschreibt den Moment, wenn zwei Singles miteinander zum Essen gehen, um sich kennenzulernen, und einer schnell merkt, dass es nicht passt. „Bei einer Wanderung kann man diese Unterhaltung dann recht schnell beenden“, erklärt Egleder.

Den Termin am 3. Oktober bezeichnen sie als einen Versuch. Sollte dieser Testballon gut aufsteigen, könnte es auch einmal eine Gruppe mit regelmäßigen Terminen – etwa einmal im Monat – geben, aber das werde sich bei der Premiere des Events zeigen.