Grünes Licht für Container: In Neunburg sollen weitere Krippenplätze geschaffen werden

Der Bauantrag für das neue Kinderhaus an der Frühlingstraße in Neunburg ist gestellt. Und dennoch wird mit der Errichtung des Gebäudes wohl nicht so bald begonnen. Denn es fehlt an Fördermitteln. Da der Bedarf an Krippenplätzen größer ist als das derzeitige Angebot, soll es nun eine Alternative geben.
Vom Bund gebe es momentan keine finanzielle Unterstützung für den Bau von Kindereinrichtungen, erklärt Bürgermeister Martin Birner (CSU). Aus eigenen Mittel könne die Stadt Neunburg den Bau eines Kinderhauses, der laut Architekturbüro rund 2,1 Millionen Euro kosten würde, aber nicht stemmen – darin waren sich Verwaltung und Stadtrat bereits vor Monaten einig.
Schon länger eine Warteliste
Eine Förderung wäre zwar nach dem Finanzausgleichsgesetz möglich, Neunburg würde in dem Fall aber nur eine finanzielle Unterstützung von rund 50 Prozent erhalten. Gut die Hälfte der Kosten, also mehr als eine Million Euro, müsste die Stadt aus eigener Tasche beisteuern. Diese Summe könnte Neunburg nur mit Darlehen finanzieren, wie bereits Anfang des Jahres im Stadtrat informiert wurde.
Neunburgs Bürgermeister rechnet auch nicht damit, dass in nächster Zeit ein Kita-Förderprogramm vom Bund aufgelegt wird. In den nächsten zwei Jahren werde sich diesbezüglich nichts tun, so Birners Gefühl.
So lange kann Neunburg nicht warten mit der Schaffung von weiteren Krippenplätzen. Mehrere Kinder warten bereits seit Monaten auf einen freien Platz. Eine Reihe von Kindern aus Neunburg wird zudem in Einrichtungen benachbarter Kommunen betreut.
Container haben Grundfläche von rund 15 mal zwölf Metern
Deshalb hatte sich der Stadtrat für eine Containerlösung als Alternative entschieden. Dafür wurde im jüngsten Bauausschuss ein weiterer Beschluss gefasst. Einstimmig wurde grünes Licht für die Beantragung eines Kita-Neubaus in Container-Bauweise gegeben.
Die Container werden laut Bürgermeister ebenfalls an der Frühlingstraße aufgestellt – allerdings im hinteren Teil des Grundstücks, auf dem die Kita später gebaut werden soll. Alle aneinandergestellten Container haben eine Grundfläche von rund 15 mal zwölf Metern. Darin werden sämtliche Räumlichkeiten wie Schlaf-, Gruppen-, Sanitär- und Personalräume untergebracht. Die Stadt habe sich Container in Cham angesehen und wolle die dortige Variante auch in Neunburg umsetzen, berichtet Birner.
Ziel: Im Frühjahr in Betrieb
Er hofft, dass die Container im Januar geliefert werden können. Das Fundament soll demnach schon vorher entstehen. Die Container zusammenzubauen und auszustatten, werde wohl gut zwei Monate dauern, rechnet der Rathauschef. Birner geht daher davon aus, dass die Container-Krippe im zeitigen Frühjahr 2025 ihren Betrieb aufnehmen könnte.
Die Gesamtmaßnahme wird die Stadt Neunburg gut 300 000 Euro kosten. Davon entfallen circa 235 000 Euro auf den Kauf der Container, der Rest wird in Spielgeräte, Innenausstattung und Einzäunung investiert. Im Vergleich zur Miete sei der Kauf der Container aus Sicht der Stadt bereits nach drei Jahren Nutzung die wirtschaftlichere Variante. Zudem könnten die Container später für andere Dinge weitergenutzt werden, weist Birner hin. Doch erst einmal sollen sie eine Zeit lang als Kita dienen.
Da die Geburtenzahlen der Stadt Neunburg aktuell etwas rückläufig seien, soll laut Bürgermeister die weitere Nutzung der Container-Kita jedes Jahr neu bewertet werden.