Besuch auf der Grundschul-Baustelle: Ein Ort für modernes Lernen und Lehren entsteht in Bodenwöhr

Zu Beginn des Schuljahres 2025/26 soll es so weit sein: Die neue Grundschule in Bodenwöhr soll mit Leben erfüllt werden. Man liege im Zeitplan, erklärt Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU), und ein Gang durch das Gebäude lässt erahnen, dass es eine ganz besondere Schule werden wird.
Nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen und mit Weitblick sei sie geplant worden. Errichtet wird sie an derselben Stelle, an der zuvor die alte Grundschule stand, die im Jahr 1955 eingeweiht worden war. Das Gebäude in Holzständerbauweise werde alle Anforderungen modernen Lernens und Lehrens, für Inklusion sowie für ganztägige Betreuung, erfüllen. Längst wird Wissen nicht mehr nur frontal vermittelt.
Auf individuelle Förderung durch Bausteinlernen lege man genauso viel Wert wie auf differenziertes Lernen. Unterrichtsräume werden laut Hoffmann zu „Ermöglichungsräumen“, und sogar die Flure können genutzt werden – zum Lernen wie auch als Treffpunkt für die Schüler.
Vom Eingang aus, der an derselben Stellen wie zuvor neben der Hammerseehalle bleibt, wird die Schule nach links und rechts in zwei Lernsektoren oder Cluster unterteilt: für die erste und zweite Klasse sowie für die dritte und vierte. Um eine gemeinsame Mitte, den Marktplatz, gruppieren sich in jedem Cluster sämtliche Räume im Erdgeschoss.
Große Mehrzweckräume können geteilt werden
Die Gemeinde denkt bereits an die Zukunft und an eventuell steigende Schülerzahlen: Zwei große, teilbare Mehrzweckräume im Erdgeschoss könnten zu Klassenzimmern umfunktioniert werden.
Gerüstet ist die neue Schule somit für bis zu zehn Klassen, also für etwa 200 Schüler. „Das ist eine Eigenleistung der Gemeinde, um für die Zukunft vorbereitet zu sein“, so Hoffmann. Denn bei der Berechnung der förderfähigen Kosten geht die Regierung der Oberpfalz nur von 180 Schülern aus.
Im Untergeschoss, das durch die Hanglage ebenfalls sehr hell ist, werden die Verwaltung, Sozialberatungsräume, ein Seminarraum für Schulungen, ein weiterer teilbarer Mehrzweckraum, ein Lager, eine Bibliothek, ein Musikzimmer und Werk- und Handarbeitsräume untergebracht.
Digitalisierung ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Internet und Intranet sind in allen Räumen ebenso eingeplant wie eine ausreichende Anzahl von Elektroanschlüssen.
Neue Grundschule wird in Holzständerweise errichtet
Hell, freundlich und luftig präsentiert sich bereits jetzt das gesamte Gebäude in Holzständerweise. Drei der vier Klassenzimmer sind nach Norden ausgerichtet – ganz bewusst, denn dann ist es im Sommer am Vormittag noch kühl. Große Fensterflächen, teilweise mit Blick auf den Wald am See, und Oberlichte bringen viel Tageslicht. Alle Klassenzimmer werden Smartboards, also digitale Tafeln, mobile Möbel und im hinteren Bereich eine Art Sitz-Etage erhalten, wenn einmal eine Klasse zu Besuch kommt.
Denn stundenlang auf den Stühlen zu sitzen, gehöre der Vergangenheit an. „Bewegung ist im Schulalltag nach neuen Methoden wichtig“, weiß Hoffmann. Dafür werde ein rutschfester, strapazierfähiger, pflegeleichter und allergiearmer Bodenbelag gewählt, auf dem die Kinder auch sitzen können. Die Gemeinde hat sich für einen Kugelgarnfilzteppich in den Lern- und Bewegungsflächen entschieden. Dieser habe viele Vorteile – defekte Stellen oder Flecken könnten ganz einfach herausgeschnitten, ersetzt und neu verfilzt werden.
Die Lautstärke in den Unterrichtsräumen reduzieren
Moderne schallschluckende Akustikdecken aus Holzfasern und schallreduzierende Pinnwände in den Unterrichtsräumen reduzieren neben dem Kugelgarnfilzteppich den Bewegungslärm von Schülern und Lehrern um rund 40 Prozent. Zurzeit erfolgt der Innenausbau in der neuen Schule.
Die Kosten liegen nach Angaben des Bürgermeisters deutlich niedriger als geplant: Statt der ursprünglich veranschlagten 10,6 Millionen Euro lägen die Gesamtkosten inklusive Außenanlagen nun bei rund neun Millionen Euro. Die erste Zahlung der Förderunterstützung des Freistaats Bayern in Höhe von etwa einer Million Euro sei bereits ausgezahlt worden.
Die Bodenwöhrer Schüler dürfen sich also auf ihre neue Schule freuen – laut Bürgermeister Hoffmann „die wahrscheinlich schönste und modernste im Landkreis“.
