Tod nach Restaurantbesuch im Landkreis Schwandorf: Es gibt eine erste Spur

Eine Pizzeria im Landkreis Schwandorf sorgt weiter für Gesprächsstoff. Eine 46-Jährige starb wenige Tage nach einer Mahlzeit dort, weitere Personen klagten über gesundheitliche Beschwerden. Nun verfolgen die Ermittler einen Ansatz, der den Betreiber des Lokals entlasten könnte.
Wie berichtet, ist noch völlig unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und dem Restaurantbesuch gibt. Oberstaatsanwalt Tobias Kinzler, der ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet hat, erklärte am Mittwoch, dass diese Frage nun im Zuge der Ermittlungen geklärt werden solle. Auch Rechtsanwalt Philipp Pruy, der den Betreiber des Restaurants anwaltlich vertritt, betonte in einer ersten Reaktion, dass „die Annahme eines gesicherten Zusammenhangs“ derzeit „reine Spekulation“ wäre.
Was unstrittig ist: Mehrere Personen klagten – auch gegenüber unserer Zeitung – über gesundheitliche Beschwerden, nachdem sie in dem italienischen Restaurant Tortellini gegessen hatten.
Alle Betroffenen aßen wohl dasselbe Gericht
Landkreissprecher Manuel Lischka teilte nun mit, dass dem Landratsamt neben der Verstorbenen „bis dato vier weitere betroffene Personen“ bekannt seien. Alle hätten sie dasselbe Gericht gegessen und anschließend körperliche Beschwerden gehabt.
Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei Amberg und Lebensmittelkontrolleure am Landratsamt suchen seit Bekanntwerden der Vorfälle nach der Wurzel des Übels. Offenbar sind die Ermittler dabei nun einen Schritt weiter gekommen.
Wie Pressesprecher Lischka bestätigte, habe man einen ersten Anfangsverdacht. Man befinde sich aber noch mitten in den Ermittlungen. „Mit Laborergebnissen, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten, ist erst Anfang/Mitte nächster Woche zu rechnen“, teilte der Behördensprecher mit. „Wir bitten daher um Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt hierzu keine Auskunft erteilen können“, erklärte Lischka abschließend.
Tortellini wurden von einem Großlieferanten bezogen
Aus Kreisen der beteiligten Behörden verlautete jedoch, dass ein Ermittlungsansatz auch zum Hersteller der Tortellini führen könnte. Die Teigwaren hatte der Restaurantbetreiber schließlich nicht selbst hergestellt. Die Tortellini habe sein Mandant von einem Großlieferanten erhalten, bestätigte Rechtsanwalt Pruy auf Anfrage unserer Zeitung. Laut Ermittler gebe es erste Anzeichen, dass womöglich die gelieferte Ware schon schadhaft war. Doch diesen Verdacht müssten freilich erst noch weitere Untersuchungen erhärten.
Das betroffene Restaurant im Landkreis Schwandorf ist weiter geschlossen – zumindest so lange, bis der Vorfall aufgeklärt ist. Zu diesem Schritt hatte sich der Betreiber selbst entschieden, nachdem die Vorfälle bekannt geworden waren.