Untersuchung: So gut eignen sich städtische Gebäude in Furth im Wald für Photovoltaik

Von Alexander Frimberger · 20. September 2024 um 05:00

Eignen sich die stadteigenen Dächer für die Installation von PV-Anlagen? Ist ein doppelstöckiges Geschäftshaus nähe Böhmerstraße genehmigungsfähig? Zwei Kernthemen, mit denen sich der Stadtrat am Mittwochabend zu beschäftigen hatte.

Effiziente, günstige und umweltverträgliche Energiegewinnung ist eines der Top-Themen der Zukunft. Dabei kommt man an Photovoltaik-Anlagen nicht vorbei. Nicht ohne Grund gibt es daher das Förderprojekt „Energiecoaching Plus“, das bei der Regierung der Oberfalz angesiedelt ist.

PV macht immer Sinn

Zum Angebotsumfang zählt unter anderem die begleitende Unterstützung bei der energetischen Sanierung und die Optimierung kommunaler Liegenschaften.

Die Betreuung von Furth im Wald hat die Energieagentur Regensburg übernommen. Auf Anfrage der Stadträte Bernadette Gruber und Stefan Zeller wurde das PV-Potenzial städtischer Gebäude mittels einer Simulation ermittelt. Das Ergebnis der für die Stadt kostenlosen Untersuchung hat Diplomingenieur Sebastian Zirngibl, der bei der Energieagentur für Furth zuständige Projektingenieur, vorgestellt. Sein Fazit lautet grundsätzlich: „Investitionen in PV-Anlagen sind in der Regel immer sinnvoll.“

Für Furth wurden die Potenziale auf zehn Dächern öffentlicher Liegenschaften simuliert und ausgewertet: Die angenommenen Kosten hätten sich bei der Dreifachturnhalle voraussichtlich nach 11,3 Jahren amortisiert. Die Autarkiequote, also wie unabhängig das Gebäude vom Energieversorger wird, liegt bei 54 Prozent. Sonderfälle sind zum Beispiel das Rathaus (9,7 Jahre, 43,8 Prozent) und das Landestormuseum (11,2, 46,9) da sie unter Denkmalschutz stehen. „In diesen Fällen ist es schwieriger aber grundsätzlich auch möglich.“ Weitere untersuchte Gebäude: Ehemaliges Amtsgericht (15,5, 46,9), Feuerwehrrettungszentrum (10,8, 53,7), ehemaliges Krankenhaus (7,4, 36,6), PBZ (10,7, 61,8), Drachenstichrequisitenhalle (12,1, 51,4), Grund- und Mittelschule (10, 34,8) sowie der Stadtbauhof (13,8, 57,5).

In seinem Fazit sagte Zirngibl, dass die zusätzliche Anschaffung von Batteriespeichern im Einzelfall sinnvoll sein kann. Die Investitionskosten würden zwar steigen, die Wirtschaftlichkeit beziehungsweise Amortisationsdauer bliebe aber in der Regel erhalten. Durch diese Maßnahme sei die Ersatzstromfähigkeit realisierbar. Die ermöglicht im Gegensatz zu Notstromaggregaten eine umfassende Versorgung, wenn der Strom ausfällt.

Bürgermeister Sandro Bauer sagte, man habe jetzt den Handwerkskasten, jetzt müsse bewertet werden, wie die Stadt weiter vorgeht. „Ich würde vorschlagen, dass wir an dem Thema dran bleiben. Wichtig ist, wir haben gesehen, unsere Dächer haben Potenzial.“

Wann kommt „Fressnapf“?

Im Bereich der Böhmerstraße soll ein Geschäftshaus gebaut werden, in dem der Tiernahrungshändler „Fressnapf“ eine Heimat finden soll (wir berichteten). Der Grundeigentümer und Bauherr möchte aber in dem geplanten doppelstöckigen Gebäude auch weitere Verkaufsflächen verwirklichen, die in den Augen der Verwaltung mit dem Einzelhandel der Innenstadt konkurrieren. Davon gehe eine Gefährdung für die Entwicklung des zentralen Versorgungsbereichs aus. Laut Beschluss wird daher das Einvernehmen so nicht erteilt. Wird der Antrag insoweit geändert, dass nur Fressnapf und Büroflächen angeboten werden, kann die Genehmigung erteilt werden.