Neuer Bikepark am Großen Arber geplant: Die ersten Bauarbeiten beginnen noch heuer

Vor 75 Jahren wurde der erste Sessellift auf den Großen Arber gebaut. Nun betritt die Arberbergbahn mit dem Spatenstich zum ersten TÜV-geprüften Familien-Bikepark in Deutschland neues Terrain. Mit dieser Neuerung am Großen Arber werden die bestehenden Anlagen auch für den Sommerbetrieb genutzt.
Die Genehmigungsphase wird noch in diesem Jahr abgeschlossen und die Umsetzungsphase beginnt. „Wir waren in den vergangenen Monaten bei der Planung der Sommerprojekte aktiv“, bestätigt Betriebsleiter Thomas Eckl. In den letzten beiden Jahren wurde ein umfassendes Konzept erstellt. „Es ist gar nicht so leicht, auf einem Berg für verschiedene Zielgruppen alles unterzubringen und dabei Widersprüche auszuschließen“, beschreibt Thomas Eckl die Überlegungen.
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Die Planer des Bayerwaldkönigs dachten von Anfang an an einen Familien-Bikepark, nicht an einen klassischen Park. „Wir wollen keine Extrem-Downhill-Biker anziehen“, bekräftigt der Betriebsleiter. Das Angebot wird sich zunächst auf dem Thurnhofareal und im ArBär-Kinderland abspielen, das momentan im Sommer nicht genutzt wird. Das Streckennetz zieht sich durch den Wald bis zur Sonnenhang-Sesselbahn. Es ist für den Breitensport gedacht, wobei jede abfahrtsorientierte Mountainbikerin und jeder Mountainbiker eine Spaßarena vorfindet, die auch Familien mit Kindern anspricht. „Deshalb gibt es dort blaue Strecken, angelehnt an Familienpisten, sowie einige rote, die auf Fortgeschrittene zugeschnitten sind“, erklärt Eckl. Die Bauweise soll sich am Aufbau eines Skigebiets orientieren - vom Thurnhof bis zum Sonnenhang. Die Zielgruppe der Skifahrer spiegelt sich in der Zielgruppe der Biker wider.
Die Eingriffe in die Natur sind gering. Es wird mit der versierten Firma „Trailtech“ zusammengearbeitet, die in der Branche und im Naturschutz einen guten Ruf genießt. Oberste Priorität hat „die Abfahrt durch den Wald und nicht über gerodete Flächen“. Es wird mit den natürlichen Gegebenheiten gebaut und das Vorhandene integriert, das heißt, Erhebungen und Steine bleiben erhalten. „Es wird keine Rodung geben, im Höchstfall Einzelentnahmen, wenn es streckentechnisch nicht anders geht“, betont Thomas Eckl, dass ihm diese Philosophie sehr wichtig ist.
Im ersten Bauabschnitt werden die Thurnhofschlepplifte aktiviert. Dort wird das Bügelsystem zum Hochziehen verwendet. Zunächst wird das Streckennetz sowie das Kinderland getestet. „Die grüne Strecke ist leichter als die blaue. Dort fahren die Kinder mit dem Laufrad − nur auf einer Wiese und auf einer glatten Erdbahn mit konstantem Kurvenradius“, erklärt Thomas Eckl. Das Thurnhofstüberl wird seine Pforten öffnen. Statt eines Skiverleihs wird ein Bikeverleih eingerichtet. „Es ist die optimale Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Beim Wegebau sind 90 Prozent bereits vorhanden“, betont Thomas Eckl.
Im zweiten Schritt plant die Arberbergbahn ab dem Jahr 2025, die Sonnenhang-Sesselbahn für den Bikepark zu nutzen. Sie wird die Radfahrer hinaufbringen. Wanderer und Biker kommen sich nicht in die Quere, da die Bergbahn die Radfahrer lenkt. Dies sei eine bessere Alternative zur Nutzung der Forststraße. „Wenn diese Ausbaustufe erreicht ist, wären wir eines der ersten Skigebiete, die alle Anlagen für Sommer- und Winterbetrieb nutzen“, freut sich der Betriebsleiter über die anstehende Neuerung.