Unvernünftige Chamer Autofahrer und verrutschte Markierungen verzögern B85-Arbeiten

Kaum begonnen, schon hinkt man bei den Sanierungsarbeiten der Bundesstraße B85 zwischen den Anschlussstellen Untertraubenbach und Cham-Süd um mindestens eine Woche hinterher. Die Verzögerung geht wohl auf die Kappe von unvernünftigen Autofahrern.
Bereits Anfang September hatte das Staatliche Bauamt Regensburg den Verkehr planmäßig umlegen lassen, um pünktlich am 2. September mit den Bauarbeiten beginnen zu können.
Tempolimit ignoriert
„Leider haben sich die Verkehrsteilnehmer nicht so verhalten, wie sie sollten, so dass wir die Umlegung noch einmal revidieren mussten“, erklärt der für Cham zuständige Bereichsleiter Straßenbau Dr. Richard Bosl. Sprich: Etliche Verkehrsteilnehmer hätten sich überhaupt nicht um das Tempolimit von teilweise nur 50 Stundenkilometer und das Überholverbot geschert. Schnell sei klar gewesen, dass man, um den Verkehr gefahrlos umzulenken, das Überholverbot noch besser kennzeichnen muss. „Man müsste meinen, dass Tempo 30 im Übergangsbereich die Fahrer schon darauf aufmerksam macht, dass da jetzt andere Verkehrsregeln gelten“, schüttelt Bosl den Kopf.
Markierungen mussten erst bestellt werden
Die Lösung: durchgehende doppelte gelbe Trennlinien zwischen den Fahrspuren. Bis die Markierung bestellt, angeliefert und aufgebracht wurden, verging eine gute Woche. „16 Kilometer Fahrbahnlinie haben wir nicht vorrätig, das muss extra bestellt werden. Die Firma hat ohnehin schnell reagiert“, sagt Bosl.
Dann spielte noch einmal Pech eine Rolle: Inzwischen hatte der Regen eingesetzt, die Streifen hielten nicht auf dem Asphalt, mussten noch einmal entfernt werden. Eine Weile beobachteten die Fahrer auf der Strecke völlig wirr verlaufende Linien auf der Straße. Inzwischen liegen die gelben Streifen am Fahrbahnrand zur Entsorgung bereit.
Auf das Überholverbot wird jetzt mit großen Leuchtschildern nach jeder Auffahrt hingewiesen, zusätzlich stehen in engem Abstand Leitbaken auf der Mittellinie.
Der Dauerregen in den vergangenen Tagen seit Beginn der Bauarbeiten am 12. September hatte dagegen nichts mehr mit der erwarteten Verzögerung zu tun. Bei den Fräsarbeiten spielt Nässe laut Bosl keine Rolle.
Statt am 4. Oktober wird nun die Sanierung erst voraussichtlich am 11. Oktober beendet werden. Bosl betont, dass seine Schelte sich nicht gegen die Mehrheit der Autofahrer richtet, die sich korrekt verhalten habe, sondern gegen eine Minderheit, die aber äußerst unvernünftig gewesen sei.
Immer wieder Unvernunft
Auch bei der Sanierung der Frühlingsstraße hatte es gerade zu Beginn Klagen gegen Autofahrer gegeben, die trotz Durchfahrtsverbots weiterhin die Baustelle durchquerten. Andere hatten sich den Weg in die Stadt durch den für den Verkehr gesperrten Feldweg hinter der Kläranlage über Katzbach gesucht. Am Ende musste die Polizei mit mehr Kontrollen und deutlichen Strafen dafür sorgen, dass die Verkehrslenkung im Zusammenhang mit der Baustelle durchgesetzt werden konnte.
