Neunburgs Polizei ist überzeugt: Neue Übergänge machen Schulwege sicherer

Von Jan Lange · 16. September 2024 um 16:59

Mit Beginn des neuen Schuljahres vor einer Woche sind wieder jede Menge Kinder auf Neunburgs Straßen unterwegs. Seit dem Umbau des Jobplatzes haben sich auch die Laufwege – vor allem der Grundschüler – verändert. Für Polizei und Verkehrswacht war dies jetzt Anlass, zu schauen, ob die Schulwege sicherer geworden sind.

Was wurde an den Schulwegen verändert?

Die Kreuzung Jobplatz wurde in den Jahren 2022 und 2023 zu einem Kreisverkehr umgebaut. An den Einmündungen der drei großen Ausfallstraßen Vorstadt, Konrad-Adenauer-Straße und Jobplatz sind Fahrbahnteiler entstanden. Gerade die Kinder aus dem Wohngebiet Sonnenschein (nördlich des Freibades) nutzen die Übergänge am Jobplatz, um die Grundschule an der Ledererstraße zu erreichen.

Nach dem Umbau des Jobplatzes wurde ebenso der Zebrastreifen bei Intersport Meier entfernt, der von den Grundschülern zuvor als Übergang genutzt wurde. Als Ausgleich wurde eine Fußgängerampel an der Kreuzung Amberger Straße/Austraße installiert, die auch von Kindern aus den südwestlichen Wohngebieten genutzt wird, um den verkehrsreichen Knotenpunkt zu überqueren.

Warum wurde der Zebrastreifen entfernt?

Wie Markus Schlegel, Verkehrssachbearbeiter der Neunburger Polizei und gleichzeitig Vorsitzender der Verkehrswacht Neunburg, erklärt, darf es in unmittelbarer Nähe zu Kreisverkehren, die mit Fahrbahnteilern ausgestattet sind, keine weiteren Zebrastreifen geben. Aus dem Grund sei der Übergang bei Intersport Meier entfernt worden. Das hatten einige Stadträte auch kritisch gesehen.

Der Zebrastreifen vor dem Sportgeschäft sei aus Sicht der Polizei schon immer kritisch gewesen, meint Schlegel. Denn Fußgänger, die durch die an dieser Stelle vorhandenen Arkaden kommen, hätten direkt vor dem Zebrastreifen gestanden und dann unvermittelt die Straße überquert. Für Autofahrer seien sie oft spät erkennbar gewesen und es habe in der Vergangenheit die eine oder andere kritische Situation gegeben. Die neuen Übergänge am Jobplatz-Kreisel seien sicherer, steht für Schlegel fest.

Warum wurden am Jobplatz keine Zebrastreifen geschaffen?

Sie wurden von der Polizei abgelehnt. Aus ihrer Sicht wäre ein Gefahrenpotenzial entstanden, weil die Fußgänger dann einfach über die Straße laufen würden. Die Regelungen bei einem Fahrbahnteiler seien klarer, so Schlegel. Fahrzeuge, die in den Kreisverkehr einfahren wollen, haben Vorfahrt gegenüber Fußgängern. Wer den Kreisverkehr verlässt, muss dagegen warten, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren will.

Beim Vor-Ort-Termin am Jobplatz, an dem auch der Vize-Vorsitzende der Neunburger Verkehrswacht, Johann Keilhammer, teilnahm, funktionierte das nicht immer reibungslos. Manche Fußgänger warteten, obwohl sie Vorrang hätten, andererseits verließen Autofahrer den Kreisverkehr, ohne auf Fußgänger zu achten.

Sind die Schulwege sicherer geworden?

Aus Sicht der Polizei sind die Wege zur Grundschule Ledererstraße sicherer geworden. Neuralgische Punkte seien entschärft worden, so Schlegel. Es sei ein Gewöhnungseffekt, die Bürger müssten das Neue nur annehmen, findet der Verkehrssachbearbeiter. Schlegel sieht aber auch die Eltern in der Pflicht. Gerade bei Erstklässlern sollten die Eltern mit ihren Kindern den Schulweg einmal ablaufen. „Wer das nicht macht, hat schon was versäumt“, meint der Polizist.

Am Knotenpunkt von Amberger Straße und Austraße ist eine Fußgängerampel installiert worden. Ein Zebrastreifen erleichtert zudem das Überqueren der Bahnhofstraße.