Planungen für Kreisverkehr in Neunburg schreiten voran: 2025 soll gebaut werden

Auch wenn die Norma-Kreuzung in Neunburg gut einsehbar ist, so hat sie sich doch in den vergangenen Monaten zu einem Unfallhäufungspunkt entwickelt. Elf mal krachte es hier im Vorjahr – so oft wie an keiner anderen Stelle in Neunburg. Das soll sich bald ändern.
Der Schnittpunkt der Staatsstraßen 2151 und 2040 soll zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Im November 2023 hatte Björn Letz vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach die Pläne im Neunburger Stadtrat vorgestellt und eine mögliche Umsetzung im Jahr 2024 angekündigt. Doch heuer werden keine Bagger mehr anrollen. „Vorausgesetzt die erforderlichen Haushaltsmittel können zur Verfügung gestellt werden, ist ein Bau 2025 vorgesehen“, kündigt Letz nun an. Beim Staatlichen Bauamt geht man von einer Bauzeit von mindestens fünf Monaten aus.
Aktuell liegen alle Planungsgrundlagen wie beispielsweise Verkehr- und Baugrunduntersuchung sowie Kanalbefahrungen vor, informiert der Abteilungsleiter. Ende diesen Jahres sollen die Vorentwurfs- und Baureifplanung zum Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr abgeschlossen werden, so Letz.
Zufahrt zu Anliegerfirma wird überprüft
Derzeit werde laut Letz noch eine Zufahrtssituation zu einem anliegenden Grundstück überprüft. Hier habe sich die zunächst angedachte Lösung im Zuge der Planung als nachteilig herausgestellt. Zur Abstimmung alternativer Lösungen befinde sich das Staatliche Bauamt derzeit in Gesprächen mit der Stadt und dem Grundstückeigentümer. Bürgermeister Martin Birner (CSU) zeigt sich optimistisch, dass sich das Problem mit der Zufahrt lösen lasse.
Die derzeitige Zu- und Ausfahrt zu einer Firma würde sich künftig mitten im Bereich des Kreisverkehrs befinden. Aus diesem Grund sollte die Zu- und Ausfahrt von der Industriestraße auf die Äußere Neukirchner Straße verlegt werden. Letz deutete schon bei der Vorstellung der Umbaupläne an, dass die Verkehrssituation noch untersucht werde.
Zwei Bauabschnitte vorgesehen
Der Bau des Kreisverkehrs sei derzeit in zwei Bauabschnitten vorgesehen, bei dem jeweils eine Hälfte hergestellt werden soll. Hierbei werde laut Letz der Verkehr der St 2151 (Industriestraße) unter halbseitiger Sperrung an der Baustelle vorbeigeführt. Die Einmündungen der St 2040 (Neukirchner/Äußere Neukirchner Straße) müssten im Kreuzungsbereich voraussichtlich über die gesamte Bauzeit voll gesperrt werden, kündigt der Abteilungsleiter an. „Andernfalls würde es auf der stark frequentierten Industriestraße zu noch höheren Verkehrsbehinderungen kommen“, begründet Letz die Entscheidung.
Die Erreichbarkeit bis kurz vor den Knotenpunkt und insbesondere der Einkaufsmöglichkeiten aus der Stadtmitte kommend solle jedoch dauerhaft sichergestellt werden. Wie Bürgermeister Birner erklärt, könne die Zufahrt zum Norma- und Aldi-Markt vom Neunburger Stadtzentrum aus über die Heinz-Flessner-Straße gewährleistet werden.
Gehwege werden angepasst
„Die Verkehrsführung ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht abschließend festgelegt und soll zu gegebener Zeit mit den zuständigen Fachstellen und der Stadt weitergehend abgestimmt werden“, betont Björn Letz.
Die derzeit vorhandenen Gehwege werden nach seinen Worten an die veränderte Situation angepasst. Der Fahrbahnteiler in der Neukirchner Straße erhalte zukünftig eine Fußgängerquerung zur unmittelbaren Anbindung des Norma-Marktes. Weitere beziehungsweise neue Gehwege seien in Abstimmung mit der Stadt nicht vorgesehen.
Möglich wäre ein Gehweg westlich der Neukirchner Straße bis zur Einmündung in die Heinz-Flessner-Straße gewesen. Neunburgs Stadträte hatten sich aber dagegen entschieden. Sie favorisieren vielmehr einen direkten Zugang zum Marktgelände im Kreuzungsbereich. Hier hatte sich in der Vergangenheit bereits ein Trampelpfad gebildet, der im Zuge des Kreuzungsumbaus vielleicht in einen offiziellen Zugang umgestaltet werden könnte.
Den Bau eines Gehweges entlang der Industriestraße bis zum Aldi-Markt hatten die Planer bereits aufgrund der Topografie des Geländes und der damit verbundenen hohen Kosten verworfen.
Für den Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr seien laut Björn Letz in einer ersten Kostenschätzung rund 800 000 Euro veranschlagt worden, die durch den Freistaat Bayern finanziert werden. Mit Abschluss der Vorentwurfsplanung könnten dazu verlässlichere Aussagen getroffen werden, so Letz abschließend.