Kommt der Verkehr nun doch aus dem Obermünsterviertel raus?

Nächste Runde in der Debatte um den Verkehr im Obermünsterviertel. Die Stadtratsfraktion der Brücke will diesen deutlich reduzieren – und hofft, dafür nun eine Mehrheit zu bekommen.
Über die Verkehrsregelung im Obermünsterviertel wird seit Jahren heftig diskutiert. Die Autos pressen sich dort durch schmale Straßen. Eigentlich hätte dies aber schon lange geändert werden sollen. Im Rahmen der Stadtentwicklung war einst angepeilt worden, dass die Parkplätze aufgelöst werden, wenn das direkt in der Nähe liegende Petersweg-Parkhaus fertig ist. Das ist nun schon seit langem geöffnet.
Verein kritisiert Situation seit Jahren
Der Verein der Regensburger Altstadtfreunde kritisiert dies seit Jahren. Er fordert unter anderem, dass der Durchgangsverkehr ausgesperrt wird. Das Viertel solle nur noch für Anwohner oder für Geschäftsleute mit dem Auto erreichbar sein. Mehrere Politiker aus unterschiedlichen Parteien sagten ihre Unterstützung zu. Passiert ist bislang aber noch nichts.
Die Brücke hatte schon zweimal – 2020 und 2023 – einen entsprechenden Antrag im Stadtrat gestellt. Zweimal gab es keine Mehrheit dafür. Zuletzt stimmte die damals noch bestehende Regierungskoalition geschlossen dagegen, weil die CSU keinen Verlust von frei anfahrbaren Parkplätzen im Altstadtbereich wollte.
Die Regierungskoalition ist mittlerweile aber zerbrochen. Deswegen scheint es durchaus möglich, dass es jetzt eine Mehrheit für die Verkehrsberuhigung geben könnte. Unter anderem hatten sich zuletzt Vertreter von SPD oder den Grünen bereits öffentlich dafür ausgesprochen.
Kommt auch mehr Grün ins Viertel?
Ziel des Antrags ist es der Brücke zufolge, nicht nur den motorisierten Verkehr im Obermünsterquartier zu reduzieren. Es sollen auch Parkflächen verringert und der dadurch gewonnene Raum begrünt sowie mit Aufenthaltsmöglichkeiten gestaltet werden. „Der Durchgangsverkehr beeinträchtigt die Lebensqualität im Obermünsterquartier erheblich. Durch eine Verkehrsberuhigung wollen wir das Viertel für Anwohner, Besucher und Gewerbetreibende attraktiver machen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Joachim Wolbergs. Die Brücke sieht diese Maßnahme übrigens unabhängig von der langfristig geplanten Gesamtsanierung des Viertels: „Während mittel- und langfristig auch bauliche Maßnahmen erforderlich sein könnten, müssen kurzfristige Lösungen ohne umfangreiche bauliche Eingriffe bereits jetzt umgesetzt werden.“ Wann der Antrag im Stadtrat behandelt wird, steht noch nicht fest.