SSV Jahn als Lieblingsgegner des HSV: Regensburger mit deutlichen Worten nach 0:5-Pleite

Von Felix Kronawitter · 15. September 2024 um 18:03

Jetzt ist die Schmach von 2018 endgültig vergessen. Sechs Jahre nach dem historischen 0:5 gegen Fußball-Zweitligist Jahn Regensburg revanchierte sich der Hamburger SV an Ort und Stelle und feierte nun selbst wiederum einen 5:0-Kantersieg gegen die Oberpfälzer.

Knapp 54 Tausend Zuschauer waren am Sonntag mit dabei beim Hamburger Fußballfest. Die Regensburger suchten schnell das Weite. Der HSV, das ist schon lange kein gutes Pflaster mehr für den Jahn. Auf das historische 5:0 und das imposante 2:1 2019 dahoam folgten nur mehr zwei Remis – und sieben Niederlagen. Bereits im Mai 2023 hatte der Traditionsklub der Truppe von Coach Joe Enochs fünf Dinger eingeschenkt. Im Jahnstadion hatte der SSV damals aber zumindest einmal selbst getroffen.

Deutliche Worte der Regensburger

Für die Regensburger war es bereits die vierte Niederlage im fünften Spiel. Entsprechend bedient waren sie nach Schlusspfiff. „Das schmerzt natürlich, weil ich fünf Tore zu viel finde“, sagte Andreas Geipl mit Blick auf das happige Ergebnis. „Das ist nicht das, was wir uns vorgenommen hatten“, erklärte der geknickte Kapitän. Oscar Schönfelder fand sehr deutliche Worte: Das ist keine normale Niederlage.“ Besonders sauer stieß ihm auf: „Dass wir uns zum zweiten Mal hintereinander so abschießen lassen und am Ende auseinanderfallen. Das tut richtig weh. Das darf uns nicht mehr passieren.“

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Auch Coach Joe Enochs monierte: „Wir müssen das unbedingt in den Griff bekommen, dass wir gegen Ende des Spiels nicht so viele Gegentore bekommen wie in den letzten drei Spielen. Das darf uns nicht passieren.“ Wer den US-Amerikaner kennt, der weiß, dass er auch in schweren Stunden um ein besonnenes Gemüt bemüht ist. „Ich werde die Mannschaft nicht auseinandernehmen“, erklärte er. „Das sind gute Jungs, die werden sich wieder aufrichten. Dabei werden wir helfen.“ Enochs unterstrich: „Wir werden alles daran setzen, dass wir uns in den nächsten Spielen anders präsentieren und dadurch Punkte holen.“

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Traumstart für die Hamburger

In Hamburg hatten die Gastgeber einen Traumstart erwischt. Ransford Königsdörffer war bereits nach 45 Sekunden zur Stelle. Robert Glatzel (14.) erhöhte. Der Jahn, der vor der Länderspielpause mit 0:4 gegen Fürth verloren hatte, hatte davor Pech, dass der Treffer von Dominik Kother (7.) wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt worden war. „Wenn das 1:1 zählt, dann geht das Spiel noch mal ganz anders aus“, ärgerte sich Schönfelder. Während der Jahn weiter auf Treffer Nummer zwei in dieser Saison wartet, schoss sich der HSV durch die Tore von Jean-Luc Dompe (76./90.+3) und Davie Selke (89.) zum Kantersieg. „Man darf natürlich nicht vergessen, dass wir gegen HSV gespielt haben“, gab Christian Kühlwetter zu bedenken. „Das ist vielleicht die stärkste Mannschaft in der Liga. Auch der Angreifer wusste aber: „Aber natürlich dürfen wir dann am Ende nicht noch so einbrechen wie beim letzten Spiel.“

Viel Arbeit für den SSV Jahn

Auch die Regensburger Defensive hatte nicht ihren besten Tag erwischt. Robin Ziegele, der für Benedikt Saller (Adduktorenprobleme) ins Team gerutscht war, hatte einen schweren Stand gegen Flügelflitzer Fabio Balde. „Wir müssen nicht nur daran arbeiten, unsere Chancen konsequent zu nutzen, sondern auch daran, dass wir in der Defensive besser stehen“, erklärte Geipl. In fünf Spielen kassierte Torhüter Felix Gebhardt 13 Stück. „Das sind viel zu viele Gegentreffer“, brachte es Geipl auf den Punkt. Das einzig Positive aus Regensburger Sicht war am 5. Spieltag der Umstand, dass die Konkurrenten hinten auch nicht brillieren. Das hat zur Folge, dass der Jahn vorerst auf Rang 14 bleibt. Kommenden Sonntag kommt es im Jahnstadion zum Duell der Aufsteiger gegen Preußen Münster. Nachbarn unter sich. Auch die (mit zwei Punkten noch einen weniger als der Jahn) tun sich noch schwer im neuen Umfeld. „Das ist ein Spiel, das müssen wir zu Hause einfach gewinnen“, sagte Kühlwetter, der auch nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn nun auch zeitig mal bei ihm selbst der Knoten platzen würde.

HSV – Jahn 5:0 (2:0)Hamburger SV: Heuer Fernandes – Hadzikadunic, Schonlau, Muheim – Hefti (81. Sahiti), Elfadli, Meffert, Baldé (62. Dompé) – Richter (62. L. Reis) – Glatzel (75. Selke), Königsdörffer (75. Pherai)

SSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Schönfelder, L. Breunig, Ballas, Ziegele – Ernst, Geipl (80. Bauer) – Pröger (80. Meyer), Viet (88. Bulic), Kother (68. Ochojski) – Kühlwetter (68. Ganaus)

SR: Dr. Robin Braun (Wuppertal); Z.: 53779; Tore: 1:0 Königsdörffer (1.), 2:0 Glatzel (14.), 3:0 Dompé (76.), 4:0 Selke (89.), 5:0 Dompé (90.+3)