In Kümmersbruck übt bald der Zoll: Gemeinderat gibt grünes Licht für modernes Zentrum

Von Gerhard Spies · 14. September 2024 um 19:00

Etwas versteckt hinter Bäumen haben östlich der Drahthammerstraße gleich hinter der Stadtgrenze bereits die ersten Erdarbeiten begonnen. Dort, wo früher der Sportplatz für die Soldaten der Leopoldkaserne war, entsteht ein großes Trainingszentrum für den Zoll. Der Kümmersbrucker Gemeinderat segnete jetzt den Bebauungsplan ab.

„Wir sind damit dem Bauvorhaben einen ganz, ganz großen Schritt nähergekommen“, konstatierte Bürgermeister Roland Strehl nach dem einstimmigen Votum des Gemeinderats für das Bauvorhaben. Vorher hatte Bauamtsleiter Alexander Greiner sehr ausführlich alle Stellungnahmen zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan erläutert. Wenn alles nach Plan läuft, steht Ende 2027 auf der 13500 Quadratmeter großen Fläche ein hochmodernes Trainingszentrum für Einsätze des Zolls mit Sporthalle, Einsatztrainingsgebäude und Raumschießanlage.

Planer sind keine Unbekannten in Amberg und Umgebung

Goldbeck aus Bielefeld hat den größten Auftrag in seiner Unternehmensgeschichte an Land gezogen. Goldbeck ist in Amberg kein Unbekannter, ihm gehört das Parkhaus zwischen der Regensburger Straße und Marienstraße. Zehn Einsatztrainingszentren soll Goldbeck, verteilt auf ganz Deutschland, für den Zoll bauen. Auftraggeber ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) – die Behörde, die erst kürzlich die Leopoldkaserne an die Stadt Amberg veräußert hat.

Von den zehn Zoll-Trainingszentren, die neben Kümmersbruck in Garching (Oberbayern), Eppingen Baden-Württemberg), Beckum (Nordrhein-Westfalen), Heiligenhaus (Nordrhein-Westfalen), Walsrode (Niedersachsen), Griesheim (Hessen), Stahnsdorf (Brandenburg), Chemnitz (Sachsen) und Neumünster (Schleswig-Holstein) entstehen sollen, könnte der Kümmersbrucker Standort als einer der ersten fertig sein. Laut Pressemitteilung habe Goldbeck den Auftrag zur Errichtung der zehn Trainingszentren deshalb erhalten, weil es durch eine systematisierte Bauweise serielles Bauen ermöglicht. „Einmal planen, zehnmal bauen“, nennt Goldbeck dieses Verfahren, bei dem wesentliche Bauteile in eigenen Werken vorgefertigt werden und auf der Baustelle passgenau montiert werden. Durch dies Bauweise würden Ressourcen geschont und Nachhaltigkeit erzielt, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Nachhaltigkeit, Klimaschutz und ein geringer CO2-Fußabdruck sind die erklärten Ziele des Investors. Mit Photovol-taik-Modulen nicht nur auf den Dachflächen, sondern auch an der Fassade werde ein nahezu autarker Gebäudebetrieb ermöglicht. Autos parken im Schatten von Solar-Carports, über 800 Ladepunkte versorgen die E-Autos mit regenerativem Strom.

Die Weichen wurden nun gestellt

Mit ihrer zusätzlichen Begrünung sorgen die Dachflächen zudem für eine Versickerung des Regenwassers. Pflanzen an den Fassaden unterstützen den Effekt. Die Errichtung der Gebäude erfolge in einer Holz-Hybridbauweise.

„Wir sind stolz, mit dem Zoll-Einsatztrainingszentrum eine weitere Bundes-Einrichtung in unserer Gemeinde zu haben“, freute sich Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl. Er sei auch optimistisch, dass der Standort Kümmersbruck zu den ersten zählen wird, die fertiggestellt sein werden. Der Gemeinderat hat hierfür die Weichen bereits gestellt.

Viel Grün ist bei den Außenanlagen und an den Fassaden der neuen Einrichtung geplant. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern und auch auf dem Parkplatz sollen für einen nahezu autarken Betrieb sorgen. Foto: Goldbeck GmbH