„Ausbleibende Zahlungen der Bauherren“: Situation im Graf-Lerchenfeld-Quartier spitzt sich zu

Einen geharnischten Brief haben am Mittwoch 170 Bauherren im Graf-Lerchenfeld-Quartier in Köfering im Landkreis Regensburg erhalten: Der Regensburger Urban Green Wohnbau GmbH fehlen angeblich fast fünf Millionen Euro.
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„Inzwischen belaufen sich die offenen und fälligen Forderungen gegen die Bauherren aus dem Graf-Lerchenfeld-Quartier auf einen Betrag in Höhe von ca. 3,4 Millionen Euro. Zahlungen hierauf gehen nahezu nicht mehr ein“, heißt es in dem Schreiben. Hinzu kämen weitere Forderungen für erbrachte Leistungen im Graf-Lerchenfeld-Quartier in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro, die noch nicht abgerechnet worden seien.
„Infolge der ausbleibenden Zahlungen der Bauherren sind wir seit dieser Woche nicht mehr dazu in der Lage, unsere Subunternehmer bzw. Handwerker fristgerecht und vollständig zu bezahlen“, schreibt die Urban Green, deren Geschäftsführer Marc Herbst ist. Sollten weiterhin Zahlungen ausbleiben, sei die Existenz der Projektgesellschaft akut gefährdet.
„Wir haben inzwischen insolvenzrechtliche Berater hinzugezogen, die unsere Gesellschaft in diesem Zusammenhang beraten. Sollten unsere Berater die Empfehlung geben, einen Insolvenzantrag einzureichen, müssten wir dieser Empfehlung nachkommen.“
Aufgrund der aktuellen Entwicklung fordere die Urban Green Wohnbau GmbH alle Bauherren dazu auf, ihren Zahlungsverpflichtungen unverzüglich nachzukommen. Für weitere Fragen stehe sie zur Verfügung.
Das Unternehmen hatte sich im Januar nach zwei Insolvenzen von Vorgängerfirmen verpflichtet, rund 170 Häuser in dem Köferinger Quartier fertigzubauen. Doch es stellte sich laut Urban Green heraus, dass trotz einer Abnahme durch die Vorgängerfirma Liaton Wohnbau 78 Keller schwere Mängel aufweisen. Sie müssten aufwendig abgedichtet werden, weil Nässe eindringe, sagte die Urban-Green-Geschäftsführung. Bauherren klagten zum Teil gegenüber der Mediengruppe Bayern über weitere Mängel und kritisierten die zu langsame Behebung. Andere sagten, sie seien froh darüber, dass Urban Green weiterbaue.