Sieben Erstklässler: Für Schwarzhofen ist der Erhalt der Grundschule entscheidend

In Bayern hat am Dienstag wieder der Schulalltag begonnen – darunter für rund 134000 Erstklässler, sieben davon in Schwarzhofen. Dass sie vor Ort lernen können, ist keineswegs gesichert. Die Sanierung der mehr als 50 Jahre alten Dr.-von-Ringseis-Grundschule stellt die Gemeinde vor große Herausforderungen. Ob das Landratsamt den Finanzierungsplänen zustimmen werde, stehe noch nicht fest, sagte Bürgermeister Maximilian Beer (CSU).
Gemeinsam mit der Schulleitung durfte Beer am Dienstagvormittag die sieben Abc-Schützen begrüßen. Man merkte den Kindern an: Der erste Schultag war für sie ein aufregendes Erlebnis. Anfangs schien noch etwas die Aufmerksamkeit zu fehlen.
Socken von Spongebob
Da hatte der Bürgermeister eine Überraschung parat: Er krempelte sein Hosenbein hoch. Zum Vorschein kamen gelbe Socken mit einem Zeichentrickhelden. Die Aufmerksamkeit der Kinder war Beer damit sicher. „Ihr werdet jetzt viel Neues entdecken, genau wie Spongebob.“
Auch bei der energetischen Sanierung des Schulgebäudes gab es viel Neues zu entdecken – dies jedoch zum Leidwesen des Marktes. Die 1967 erbaute Grund- und Hauptschule sei mittlerweile in die Jahre gekommen, erklärte Beer. „Vor allem energetisch war sie eine Katastrophe.“ Deshalb hätte der Markt im Rahmen des Kommunalinvestitionsprogramms in einem ersten Schritt die Außenfassade und die Fenster saniert. Die Maßnahmen seien abgeschlossen und hätten 1,3 Millionen Euro gekostet, so Beer.
Hierbei sei es aber laut Beer zu zahlreichen negativen Entdeckungen gekommen: Bei den Arbeiten habe man beispielsweise an den alten Elektro- und Wasserleitungen Mängel festgestellt. Hinzu kam, dass die Schule für den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf eine offene Ganztagsschule fit gemacht werden sollte. „Erst dachten wir, es reicht, Fenster und Fassade abzudichten. Und jetzt sind wir plötzlich in den Bereich einer Generalsanierung gerutscht“, sagte der Bürgermeister.
Aus den geplanten Investitionsbedarf von mehreren hunderttausend Euro für die neue Ganztagsbetreuung sind so mehr als drei Millionen Euro für das komplette Gebäude geworden – zusätzlich zu den bisherigen Sanierungskosten: „Das sprengt natürlich völlig unsere bisherigen Dimensionen“, so Beer.
Als Marktgemeinde hätte man sich dennoch für den teuren Weg entschieden, so der Bürgermeister, der damit hofft, den Standort langfristig sichern zu können. Die Alternative wäre gewesen, nichts zu tun und damit die Schließung der Grundschule zu riskieren. Für Beer eine klare Entscheidung: „Eine Gemeinde ist eben kein Unternehmen. Es kann keine Schule und Kindergarten mehr geben, wenn man nur noch das macht, was sich rechnet.“
Beer führt weiter aus, dass es für ländliche Gemeinden wie Schwarzhofen immens wichtig sei, Einrichtungen wie Schulen zu erhalten. Egal, ob man Bauland verkaufen oder Familien ansiedeln wolle – wenn man die Infrastruktur nicht habe, hätte man automatisch das Nachsehen, steht für Beer fest.
Der Markt habe deshalb für das alte Schulgebäude ein Pilotprojekt entwickelt, so der Bürgermeister. Im Westflügel aus den 90er Jahren könnten in naher Zukunft Senioren in altersgerechte Wohnungen einziehen. Mit einer Neunburger Pflegeeinrichtung habe man bereits einen interessierten Partner gefunden, die das Projekt begleiten möchte. Aber auch hier stehe man noch am Anfang mit vielen Fragezeichen.
Projekt mit Synergieeffekten
Laut Beer hat das Konzept große Synergieeffekte. „Und so stehen wir jetzt da, mit Ideen, mit fertigen Plänen und mit scharrenden Hufen“, sagte Beer.
Jetzt heißt es für Schwarzhofen warten, bis das Landratsamt in Schwandorf entscheidet. Dieses muss den Haushalt der Marktgemeinde genehmigen. Erst dann, erklärt Beer, sei die Aufnahme von Krediten möglich und mit der Vergabe von Bauleistungen könnte begonnen werden.