Schule sorgte für reichlich Gesprächsstoff bei der Bürgerversammlung in Schwarzhofen

Einen Überblick über Entwicklungen und Probleme des Marktes gab Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) bei der Bürgerversammlung in Schwarzhofen. Ende 2023 hatte Schwarzhofen 1417Einwohner, Tendenz sinkend. Die Bevölkerung sei eher älter. Die Gemeinde müsse diesem Trend entgegenwirken, betonte Beer.
Das ginge vor allem durch Investitionen in Kindergarten und Schule sowie Bauplätze, um junge Leute am Ort zu halten oder für Schwarzhofen zu gewinnen. Dies sei die Herausforderung der nächsten Jahre.
Bücherei wird ausgelagert
Wesentliches Thema war die Grundschule. Die Schülerzahlen entwickelten sich positiv, so Beer. Die Mittagsbetreuung als Einstieg in die offene Ganztagsbetreuung werde gut angenommen. 17Schüler nähmen daran teil. Wegen der Sanierung werde die Schul- und Gemeindebücherei für etwa zwei Jahre in die ehemalige Sparkasse ausgelagert. Mit der Dämmung der Fassade, neuen Fenstern und Türen sei der erste Abschnitt der Sanierung abgeschlossen.
Wegen zusätzlich nötiger Maßnahmen und Preissteigerungen wurde das Vorhaben viel teurer, allerdings werde auch die staatliche Förderung höher ausfallen. Die weitere Sanierung werde voraussichtlich 3220000 Euro kosten. Für die politisch Verantwortlichen der Gemeinde waren die Fragen: Wollen wir weiterhin eine Schule am Ort und wäre die Alternative zur Sanierung ein Abriss des Gebäudes? Beers Fazit: „Wir haben keine Alternative, das ist eine Investition in die Zukunft“. Zur Entlastung sei angedacht, den Westflügel der Schule für betreutes Wohnen für Senioren umzubauen. Wichtig für die Zukunft sei auch der Schwarzachtal-Kindergarten. Mit 61 Kindern sei der gut belegt. Das Defizit belief sich 2023 auf 210748Euro.
Der Bürgermeister erläuterte auch Zahlen aus dem Haushalt. Große Posten bei den laufenden Ausgaben waren 2023 der Bauhof mit etwa 290000 Euro und der Straßenunterhalt mit rund 185000Euro. Für die Straßen gab es allerdings einen staatlichen Zuschuss von rund 125000Euro. Die Abwasserbeseitigung für Schwarzhofen-Zangenstein brachte Ausgaben von circa 255000Euro und Einnahmen von 220000Euro, die von Demeldorf, Geratshofen, Mallersdorf Ausgaben von etwa 16000 Euro und Einnahmen von rund 12000Euro. Da in beiden Fällen die Betriebsgenehmigung in einem überschaubaren Zeitraum auslaufe, würden wirtschaftlich sinnvolle Lösungen für eine Ertüchtigung der Anlagen oder eine Kooperation zum Beispiel mit Altendorf geprüft.
Für den Brandschutz wurden rund 45000 Euro ausgegeben. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als eine dreiviertel Million für Feuerwehrfahrzeuge, Ausrüstung und Gebäude investiert, so Beer. Er sei froh, dass es noch Ehrenamtliche gebe, die die Kommandanten-Position übernähmen.
Und dann wäre da noch der Breitbandausbau. Mit dem Verfahren I und II wurde für gleichwertige Versorgung in allen Altgemeinden gesorgt. Die Kosten dafür betrugen 971039Euro, es gab Zuschüsse in Höhe von 860125Euro. In den nächsten Tagen gehe es weiter, damit allen im Markt schnelles Internet zur Verfügung steht. Die Kosten betragen 812786 Euro, gefördert wird mit 726507Euro.
Im Neubaugebiet gebe es nur noch eine unverkaufte Parzelle, daher hat der Marktrat das Baugebiet Am Kalvarienberg auf den Weg gebracht. Auch hier sind aber nur noch zwei Parzellen zu haben, so Beer weiter. Bald beginne die Firma Seebauer Tiefbau GmbH mit dem Ausbau der Staatsstraße2040 nach Neunburg. Etwa Anfang Oktober solle alles fertig sein.
Unklarheiten bei Windkraft
Auch nach den Plänen zum Windkraftausbau wurde gefragt. Bei der Bestimmung geeigneter Flächen wurden der Hagener Berg und der Atlas-Berg festgelegt. Beer betonte, dass dabei die Gemeinde wenig mitzureden habe. Ein Problem seien fehlende Einspeisepunkte des Bayernwerks für den Strom. Auch die Sanierung verschiedener Brücken und die zukünftige Grundsteuer wurden besprochen.
Bei der Bürgerversammlung in Schwarzhofen wurde auch an einige Verstorbene erinnert, die im Gemeindeleben Spuren hinterlassen haben. Robert Zimmermann sen. war von 1968 bis 2003 Schulhausmeister, Josefine Sauerer von 1973 bis 2006 Erzieherin und Leiterin des Kindergartens. Franz Müller war von 1966 bis 1978 Gemeinderat in Zangenstein und zweiter Bürgermeister sowie seit 1991 Feldgeschworener. Auch Hertha Zettl wurde gedacht, sie war mehr als 30Jahre Lehrerin an der Schule.