Geplatzter Rückflug verlängerte für acht Chamer den Malle-Urlaub um nervenaufreibende Nächte

Von Mittelbayerische Zeitung · 8. September 2024 um 15:30

Statt Traumurlaub ein Albtraum und kompletter Reinfall: Zum Horrortrip hat sich für acht Jungs aus der Umgebung von Untertraubenbach (Landkreis Cham) eine fünftägige Urlaubsreise nach Mallorca entwickelt. Weil der Rückflug nicht zustande kam, verlängerte sich der Aufenthalt am Flughafen von Palma bzw. in einer Ersatz-Hostel-Unterkunft um weitere vier Nächte.

Zunächst lief alles wie geplant und Dominik, Florian, Maximilian, Hannes, Lukas, Matthias, Bastian und Stephan genossen den Aufenthalt auf der Urlaubsinsel. Am fünften Tag, ein Mittwoch, war der Rückflug gebucht, mit der Fluggesellschaft Marabu Airlines, einer Schwestergesellschaft der deutschen Condor. Aufgrund von mehrtägigen schweren Unwettern auf Mallorca mit Hagel, Gewitter, Regen und Sturm wurde an diesem Abend jedoch auf dem Flughafen von Palma der komplette Flugverkehr eingestellt und alle Flüge gestrichen.

Chaotische Szenen

Das Chaos am Flughafen, der im Sommer rund 1000 Flüge täglich abfertigt, war dramatisch mit kilometerlangen Schlangen an den Schaltern. Es war kein Durchkommen mehr und kam zu chaotischen Szenen. Die Condor-Mitarbeiter ließen sich noch in der Nacht mit Polizeischutz vom Flughafen wegbringen. Und die acht Jungs mussten die Nacht am Boden des Palma-Flughafens mit ihren Handtüchern als Unterlage verbringen. Auch von den Behörden vor Ort bzw. vom Flughafenbetreiber gab es nicht die geringste Nothilfe – keine Sitzmöglichkeiten, keine Decken, kein Schluck Wasser.

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Gleich am nächsten Morgen um fünf Uhr früh wurde versucht, über die Hotline der Reisegesellschaft eine Info zu bekommen, wie es weiter geht, und wann mit dem Rückflug gerechnet werden kann. Doch es gab am Telefon weder ein Durchkommen, geschweige denn wurde der über Band versprochene Rückruf eingehalten. Am Schalter der Reisegesellschaft in Palma bekam man die Auskunft, die Fluggesellschaft sei zuständig. Die Fluggesellschaft wiederum verwies auf die Reisegesellschaft.

Nach stundenlangen Gesprächen mit dem Smartphone dann endlich die Auskunft: Der Rückflug geht noch am selben Abend. Doch dieser wurde wieder gestrichen, ohne Erklärung von Reise- oder Fluggesellschaft. Am Flughafen von Palma waren weder Auskünfte noch Hilfen zu erhalten.

Rückendeckung aus Cham

Auch der Versuch der Eltern von zu Hause aus, für die acht Jungs einen Flug zu buchen, blieb leider ohne Erfolg. Wenigstens gelang es von der Heimat aus nach zwei Nächten am Flughafen für die dritte Nacht ein Hostel (10 Bett-Zimmer) zu buchen. Für jeden abgestellten Koffer wurden in der Unterkunft zusätzlich fünf Euro in Rechnung gestellt. Die Unterstützung durch das Chamer Reisebüro, mit dem die Buchung erfolgt war, verlief leider zunächst ebenfalls im Sand, da die Mitarbeiterin ständig aus der Hotline der Reisegesellschaft geworfen worden ist.

Nach drei Tagen kam am Freitag vor dem Wochenende dann die Auskunft, dass für Montag ein Rückflug angeboten werden kann. Die Jungs und deren Eltern waren gleichermaßen schockiert, nochmals das gesamte Wochenende in der Ersatz-Unterkunft verbringen zu müssen — ein Ding der Unmöglichkeit. Hatten doch andere Reisende gleich am nächsten Tag nach dem eigentlichen Heimflugdatum einen Ersatzflug bekommen.

Dann wurde das Chamer Reisebüro nach einem Ersatzflug fündig – am Sonntag nach Prag. Die Übernahme dieser Kosten wurde durch die Reisegesellschaft zugesichert. Dann wieder eine neue Auskunft: Es ist ein weiterer Rückflug am Sonntag möglich, über Palma, Madrid und München mit Ankunftszeit 19.05 Uhr. Da auch zwei Autos der Jungs beim Abflug-Flughafen in München geparkt waren, entschied man sich für die zweite Alternative. Entsprechend wurde der kostenpflichtige Flug nach Prag wieder storniert. Gleichzeitig haben die acht „Zwischengestrandeten“ Gott sei Dank die Unterkunft im Hostel auch noch von Samstag auf Sonntag um eine weitere Nacht verlängern können.

Nächste Hiobsbotschaft

Den Samstag haben die acht Jungs im Hostel verbracht und sich von den Strapazen etwas erholt. Gleich am Sonntagmorgen ging es mit dem Taxi zum Flughafen, es wurden am Schalter der Fluggesellschaft die Tickets abgeholt und die Koffer abgegeben.

Um 13 Uhr die nächste Hiobsbotschaft: Der Flug nach Madrid wurde wegen eines angeblichen technischen Defekts wieder annulliert. Nachfolgend gab es wieder keine Hilfe und Auskünfte weder von Flug- noch Reisegesellschaft. Zudem mussten die Jungs ewige Strecken laufen, um ihre Koffer wieder zurückzubekommen.

Dank der Unterstützung der Schwester einer der acht Jungs konnte von daheim ein Flug mit Landung in Prag gebucht werden. Wieder ein Zittern der Eltern bis spät abends, denn der Flug hatte eine Verspätung von mehr als einer Stunde.

Letztendlich sind alle acht in der Nacht zum Montag um 1.30 Uhr in Prag gelandet. Die Eltern starteten mit zwei Autos nach Prag, um sie abzuholen. Am Montag gegen 5 Uhr früh waren endlich alle zu Hause und die Nervenschlacht hatte ein Ende gefunden.

Da war die Welt auf Mallorca noch in Ordnung und die Urlaubsstimmung noch prächtig.