Fiese Wespenattacke auf die Feuerwehr: Kommandant 15 Mal gestochen, ein Aktiver musste in Klinik

Von Martin Kellermeier · 8. September 2024 um 17:00

Dieser Feuerwehrler kennt offenbar keinen Schmerz: Pentings Kommandant Tobias Meier (37) wurde kürzlich bei einem Waldbrandeinsatz im Landkreis Schwandorf von 15 Wespen gestochen. Er biss die Zähne zusammen und löschte weiter. Anders erging es einem jungen Kameraden einer anderen Wehr. Er musste nach einer allergischen Reaktion ins Krankenhaus.

Den Wespen wird heuer bekanntlich nachgesagt, dass sie besonders lästig seien. Pentings Kommandant musste das kürzlich am eigenen Leib erfahren. Als er mit seinen Aktiven am Donnerstagabend in der Nähe des Breitenbrucker Weihers zwischen Bodenwöhr und Neukirchen-Balbini auf 6000Quadratmetern in unwegsamem Gelände mithelfen wollte, einen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen, passierte das Malheur.

Tobias Meier war gerade mit Florian Meier, dem Vorstand der Pentinger Wehr, zu Fuß in Richtung Brandherd unterwegs. Die beiden Männer wollten den Waldbrandtragekorb, der Spezialequipment wie kleine D-Schläuche beinhaltet, an vorderste Front bringen. Der Marsch muss mühsam gewesen sein. Der Korb hat schließlich sein Gewicht, es ging bergauf, und feste Wege gab es nicht.

Kommandant mit Wespenstichen am ganzen Körper

Ein Schritt ging daneben. Kommandant Meier vermutet, dass er in das Nest von Erdwespen getreten sein muss. Und die kannten offenbar keine Gnade, sie flogen unter seine Einsatzkleidung. „Auf einen Schlag ging es los. Ich habe sofort die ersten Stiche an den Beinen gespürt“, schildert der 37-Jährige auf Nachfrage der MZ. Als er seine Hose auszieht, zählt er allein an seinen Oberschenkeln fünf Stiche. Zehn weitere sind auf Meiers restlichen Körper verteilt.

Das Glück des Pentinger Kommandanten: Außer Juckreiz lösten die 15 Wespenstiche bei ihm nichts aus, von Kreislaufproblemen keine Spur. Meier zögerte daher nicht lange und setzte nach Rücksprache mit dem Rettungsdienst seinen Einsatz fort. Bis spät in die Nacht hinein hielt er am Einsatzort sogar noch die Brandwache ab und machte kein großes Tamtam über seine Stiche.

Weitaus mehr Folgen hatte ein Wespenstich für einen 29Jahre alten Aktiven einer anderen Wehr. Auch er war bei dem Waldbrandeinsatz am Donnerstagabend gefordert. Und auch er wurde von den Erdwespen attackiert. Der Angriff löste bei dem Aktiven jedoch eine allergische Reaktion aus. Zunächst kümmerten sich ein Sanitäter der FF Penting und weitere Feuerwehrler um den Mann. Anschließend wurde er an den Rettungsdienst übergeben, der ohnehin den Großeinsatz der Feuerwehr abgesichert hatte und für Notfälle bereit stand.

29-Jähriger verbrachte eine Nacht in Klinik

Wie Hans-Jürgen Schlosser, der Sprecher der Feuerwehren im Landkreis Schwandorf, auf Anfrage unserer Zeitung informierte, wurde der 29-Jährige nach der Erstversorgung in ein umliegendes Krankenhaus gebracht. Dort verbrachte er eine Nacht. Am Folgetag habe er die Klinik bereits wieder verlassen können. Und am Wochenende habe der 29-Jährige sogar schon wieder an einer Feuerwehrprüfung teilgenommen, zeigte sich Schlosser erleichtert.

Auch Pentings Kommandant Tobias Meier hört gern, dass es seinem Kameraden wieder gut geht. Da Waldbrände immer öfter vorkommen, überlegt er nun, wie er seine Aktiven und sich besser gegen Insektenstiche schützen kann. Künftig will er wenigstens Kühlkompressen mitnehmen. Denn sein geschätztes Hausmittel, eine frische Zwiebelscheibe, hat man mitten im Wald schließlich nicht griffbereit.

Außer Juckreiz hatte er keine Probleme: Pentings Kommandant Tobias Meier. Foto: Florian Meier, FF Penting