Freikarten von Fürstin Gloria an umstrittenen US-Bundesrichter sorgen für Debatte in den USA

Wieder einmal sorgt ein Gast der Schlossfestspiele für Schlagzeilen – diesmal aber in den USA. Der Besuch des Bundesrichters Samuel Alito bewegt derzeit das politische Amerika. Er war im Juni 2023 auf Einladung von Schlossherrin Fürstin Gloria von Thurn und Taxis an die Donau gereist – der Mediengruppe Bayern gab er damals sogar ein Interview. Jetzt debattiert man in den USA über die Gefälligkeiten, die oberste Bundesrichter annehmen dürfen.
Samuel Alito ist ein umstrittener Mann: Er ist einer von neun Richtern am Supreme Court der USA, dem wohl mächtigsten Gericht der Welt. Die Richterstühle werden von US-Präsidenten vergeben und müssen von Kongress und Senat bestätigt werden. Doch weil die Richter in den USA auf Lebenszeit berufen werden, wirkt eine solche Berufung weit über eine Präsidentschaft hinaus.
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Und genau das ist das Problem: Die Richter können faktisch tun und lassen, was sie wollen, gleichzeitig aber die Politik der USA maßgeblich beeinflussen. So kippte der Supreme Court in einer umstrittenen Entscheidung das Recht auf Abtreibung in den USA und hob damit eine Entscheidung aus den 70er Jahren auf. Das ist wohl auch der Grund, wieso die entschiedene Abtreibungsgegnerin und Katholikin von Thurn und Taxis den Richter auch einlud. Die derzeitige Besetzung des Supreme Court ist derzeit so: Sechs Richter wurden von Republikanern, vier sogar von Donald Trump ernannt, während nur drei demokratisch besetzt sind.
Karten im Wert von 900 US-Dollar für die Schlossfestspiele
Jetzt hatte Alito als letzter der Supreme-Court-Richter seine Transparenzliste vorgelegt – mit darunter sind Karten im Wert von 900 US-Dollar für die Schlossfestspiele. Dabei ist Alito ohnehin besonders umstritten: Vor Monaten wurde bereits bekannt, dass vor einem Haus der Alitos in den USA im Garten eine umgedrehte US-Flagge gehisst wurde. Dies ist ein Erkennungssymbol für jene Anhänger Donald Trumps, die während des Sturms auf das Kapitol an einen Wahlbetrug glaubten. Alito hatte stets behauptet, seine Frau habe die Flagge gehisst. Heikel ist das deshalb, weil Alito als Richter auch über die Mitschuld Donald Trumps beim Sturm auf das Kapitol entscheiden muss.
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Gloria von Thurn und Taxis sagte zur Mediengruppe Bayern auf Anfrage im Hinblick auf die von Alito angegebenen 900 Dollar für die Schlossfestspiele-Tickets: „Die Karten sind billiger, er wird es wohl geschätzt haben.“ Auf die Frage hin, wie sie den Bundesrichter erlebt hat, sagte die Adelige: „Er war sehr angenehm, zurückhaltend und gebildet.“
Gloria: „Alitos sind private Freunde“
Die Mediengruppe Bayern berichtete damals übrigens so über den Besuch des Bundesrichters in Regensburg: „Die Alitos sind private Freunde“, verriet Gloria von Thurn und Taxis. „Wir besuchen auch gemeinsam die Festspiele in Bayreuth.“ Und: „Wir lieben schwarze Musik – das verbindet!“
Im Interview sagte Alito damals: „Ich konnte mir Regensburg ein bisschen ansehen und es ist ganz wundervoll.“ Und weiter: „Das Schloss ist phantastisch.“ In der Aufzeichnung sagte Alito auch, ein Freund habe es geschafft, Tickets für die Wagner-Festspiele in Bayreuth zu bekommen – von diesen ist in Alitos Transparenliste allerdings nicht die Rede.