Rodinger Familie mit Rennfahrer-Gen: Günther Schmid und sein Sohn fahren Hobby-Rennen

Von Oliver Hausladen · 6. September 2024 um 15:00

Günther Schmid, seine Frau Antje und sein Sohn Marcus haben das Rennfahrer-Gen: Gemeinsam nimmt die Familie aus Roding (Landkreis Cham) regelmäßig an Hobby-Rennen teil, etwa am Hockenheimring. Vater und Sohn sitzen dabei hinter dem Lenkrad, Antje ist Beifahrerin.

„Das ist für mich erholsamer als jeder Urlaub“, sagt Günther Schmid, wenn er über den Hobby-Rennsport spricht. Gemeinsam mit seinem Sohn Marcus, der ebenfalls am Steuer sitzt, und seiner Frau Antje fährt er im Jahr drei bis vier Mal zu Rennen, etwa am Hockenheimring, Nürburgring oder Salzburgring.

Was den Rodinger neben dem sportlichen Anreiz besonders begeistert: Der Zusammenhalt im Fahrerlager: „Da sind schon sehr viele Freundschaften entstanden“.

Infiziert mit dem Motorsport-Virus wurden Günther Schmid und seine Familie 2015 als Zuschauer. Als es dann später durch Bekanntschaften auch einmal in die Boxen ging, stieg das Fieber. „Da bekommt man viel mehr mit. Das war schon toll“, erinnert sich der Rodinger.

Dadurch kam der Wunsch auf, selber auf Hobby-Ebene in der Klasse Tourenwagen Revival mitzufahren. „Wir haben überlegt und informiert, wie und ob wir das machen können, und haben dann gesagt, wir probieren es.“

Der Wagen, der mindestens 25 Jahre alt sein muss, wurde daraufhin umgebaut, um allen Sicherheitsvorschriften, die für die Rennen gelten, zu entsprechen. Der Mercedes-Benz 190E 2.5 16, als Serienwagen gekauft, bekam so unter anderem einen Fahrerkäfig, Feuerlöscher, Rennsitze und spezielle Gurte, später dann noch ein Outfit im ehemaligen DTM-Format des Jahres 1991, dazu kam unter anderem noch die Rennbekleidung.

Abnahme vor jedem Start

„Vor jedem Start wird bei der technischen Abnahme überprüft, ob alles passt“, erläutert Schmid, ansonsten kann nicht gestartet werden, auch wenn etwa „nur“ der Feuerlöscher, Gurte, Helm oder die Bekleidung abgelaufen sein sollte. „Deshalb schauen wir davor schon immer sehr genau, ob alles passt“, betont der rennbegeisterte Rodinger – wobei auch die anderen Fahrer immer aushelfen würden, wenn es doch einmal ein Problem geben sollte.

Er und sein Sohn starteten früher mit der C-Lizenz (die jeder online beantragen kann), die für einen Start an einer GLP Veranstaltung im Clubsport-Format erforderlich ist. Ende 2022 machten die beiden jedoch die nationale A-Lizenz, für die ein eintägiger Lehrgang mit Theorie, Praxis und Prüfung sowie eine ärztliche Untersuchung erforderlich sind. „Dort lernt man rennspezifische Dinge wie Flaggenkunde oder das Verhalten auf der Rennstrecke und in der Box, die man als normaler Autofahrer nicht braucht“, erläutert er. Mit der A-Lizenz ist ein Start bei vielen Rennveranstaltungen möglich.

Mittlerweile sind die Reisen zu den Renn-Events, die normalerweise von Donnerstag bis Sonntag dauern, „ein entspannter Urlaub“ für ihn, sagt Schmid.

Zudem könne er so auch viel Zeit mit seinem Sohn und seiner Frau verbringen. „Ich bin froh, dass sie da so ähnlich ticken wie ich.“

Sportliche Erfolge

Auch das Zusammentreffen mit den anderen Fahren aus ganz Europa, die das gleiche Hobby haben, sei etwas sehr Schönes. „Man trifft immer wieder die gleichen Leute, mittlerweile haben sich Freundschaften entwickelt, die schon Jahre halten“, so der Rodinger Rennfahrer.

Den ein oder anderen Pokal haben sie in den vergangenen Jahren schon mal „abgestaubt“. Sportlich war der größte Erfolg im Jahr 2018 der Vizemeister-Titel im Tourenwagen Revival, das als GLP-Format ausgetragen wird. Dazu wird eine Setzrunde gefahren, Ziel ist es danach, diese Zeit möglichst genau wieder zu erreichen. Das heißt aber nicht, dass es langsam zugeht: „Am gleichmäßigsten fährt man, wenn man am Limit fährt“, erzählt Schmid mit einem Schmunzeln.

Drei bis vier Mal im Jahr fährt die Familie Schmid zu Renn-Events, „mehr wäre auch zeitlich nicht drin“, so der Inhaber eines Elektro-Geschäftes. Wenn feststeht, wann die Rennen wo stattfinden, spätestens im Januar, gehe es an die Planung, wo man dabei sein könnte, berichtet er. Vor allem zum Hockenheimring fahren die Schmids immer wieder gerne − „das ist fast wie heimkommen.“

Der umgebaute Mercedes-Benz 190E 2.5 16 von Günther Schmid im Outfit im ehemaligen DTM-Format des Jahres 1991 auf der Strecke