Mostsaison läuft: Rekordernte sorgt in Abensberg für viel Arbeit

Robert Heinrich, Chef in der Mosterei des Abensberger (Landkreis Kelheim) Obst- und Gartenbauvereins (OGV), und seine Mannschaft haben heuer schweißtreibende Tage zu überstehen. Manchmal steht die Obstpresse von 7.30 Uhr an bis in den Abend hinein nicht still.
Vergangenes Jahr habe so mancher Obstanbauer laut Mostmeister Heinrich einen Totalausfall zu beklagen gehabt. Die kalte und regenarme Witterung habe es nicht gut gemeint mit den Obstbäumen.
Das sieht heuer doch ganz anders aus. Johann Holzapfel aus Altmannstein lädt gerade einen Kanister fertigen Saft in seinen Anhänger, Ehefrau Franziska schleppt schon den nächsten heran. „Heuer haben wir so viel Obst wie noch nie“, freut sich Johann Holzapfel. Die Witterung habe diesmal eben voll und ganz mitgespielt. Warme Temperaturen gemixt mit genügend Niederschlägen sind ideal für das Wachsen der Früchte gewesen.
Früher Obst per Hand gewaschen
Während man bei den Holzapfels den fertigen Saft einlädt, schütten Pauline und Matthias Berghammer aus Holzharlanden mehrere Säcke Äpfel und Birnen in eine große Kiste, die Heinrich und Mitarbeiter Edmund Reithmeier danach zur Obstpresse bringen.
Dort wird die Kiste per Maschinenkraft hochgehoben und in ein Laufband ausgeleert. Früher musste man das Obst noch per Hand in die Maschine wuchten. Vor einigen Jahren habe sich Heinrich diese Konstruktion überlegt, oft kämen ja doch ältere Semester, die es mit dem Heben nicht mehr so haben, lächelt er verschmitzt.
Brauner Brei bleibt übrig
Danach werden die Äpfel und Birnen per Laufband weitertransportiert und dabei gewaschen. Wiederum geht es per Laufband weiter in die eigentliche Presse. Und was da vorne als Apfel und Birne hineinkommt, verlässt die Maschine als brauner zusammengepresster Brei – oder eben über die Abfüllanlage als Saft.
Lesen Sie doch auch diesen Artikel: Die Abensberg Card kommt
Heinrich betont, dass der Brei nicht etwa weggeworfen werde, sondern durchaus noch einen Zweck erfülle. Auch dieses Jahr hätten schon Jäger angefragt, ob sie davon etwas abhaben können, um es als Futter für die Waldtiere zu verwenden. Ansonsten käme der Brei in eine Biogasanlage in Arnhofen. Arbeit hatten Heinrich und seine Mitstreiter im übrigen schon im Frühjahr. Denn der OGV habe in die zehn Jahre alte Maschinen investiert.
Arbeitsstunden investiert
Jetzt stehe laut Heinrich eine Anlage in der Mosterei, die bedienungsfreundlicher sei als davor. Sicherlich waren da Fachkräfte der Lieferfirma beim Aufbau mit dabei, sagt Reithmeier. Die OGV-Kräfte hätten die Anlage dann nach eigenen Wünschen etwas umgearbeitet. Eine Mosterei macht eben viel Arbeit. Das ist wohl ein Grund, warum neben der Abensberger Anlage in der Region mit der in Herrnwahlthann nur noch eine weitere zu finden ist. In den Augen der Berghammers ist das mit ein Grund, warum in der Mosterei in der Kagrastraße derzeit so viel Andrang herrscht. Auch die Holzapfels seien früher zur Neustädter Anlage gefahren, in der seit einigen Jahren kein Betrieb mehr ist.
In der Mosterei gibt es laut Heinrich jeden Freitag und Samstag Termine in der Zeit zwischen 7.30 und 17 Uhr. Unter der Telefonnummer (01 60) 95 05 38 73 können von Montag bis Freitag von 13.30 bis 18.00 Uhr sowie Freitag und Samstag von 9 bis 12 Uhr Termine vereinbart werden.

