Verein Stadtmarketing in Bad Kötzting muss das „Blau“ aus dem Namen für sein Event streichen

Anfang der Woche erhielt Carola Höcherl-Neubauer eine Email aus Nürnberg von Barbara Schwesig. Schwesig arbeitet bei der Stadt im Projektbüro Geschäftsbereich Kultur und weist in dem kurzen Schreiben drauf hin, dass die für Freitag, 6. September angesetzte Veranstaltung, die um 18 Uhr mit der Eröffnung der Kunstausstellung von Carina Neuffer in der Veitskirche beginnt, Markenrechte verletze.
Das Problem: Der bislang durch den Verein Stadtmarketing genutzte Begriff „Blaue Nacht“ wurde im Jahr 2000 durch die Stadt Nürnberg geschützt. Seitdem gibt es eine mittlerweile im Zwei-Jahresrhythmus stattfinde Veranstaltung, die ebenso genannt wird, oder fast so: „Die Blaue Nacht“ heißt das Event, das nächstes Mal im Mai 2025 in Nürnberg abgehalten werden wird. Der Schutz schließe auch ähnlich lautende Titel mit ein, sagt Schwesig im Gespräch mit unserem Medienhaus am Donnerstag.
Sie betont, dass es der Stadt Nürnberg dabei nicht darum gehe, andere Veranstalter zu gängeln. Mit rund 130 000 Besuchern pro Veranstaltung und etwa 80 Teilnehmern sei „Die Blaue Nacht“ in Nürnberg aber eine Marke, die geschützt werden müsse, „ansonsten würden wir unser Markenrecht verlieren“, sagt sie. Wer heute im Internet suche, der solle auch „Die Blaue Nacht“ in Nürnberg finden, nicht eine Veranstaltung irgendwo anders. Darum würden auch alle anderen Vorschläge, die vonseiten des Stadtmarketings gemacht worden seien, nichts ändern, so lange sich die Farbe nicht ändere. „Das Problem ist das Blau im Namen“, sagt Schwesig. Eine Farbe, die ihr „einfach gefallen“ habe, sagt Carola Höcherl-Neubauer, ganz ohne Hintergedanken nach Mittelfranken. „Faktisch ist die Veranstaltung ja schon morgen“, sagt Barbara Schwesig am Donnerstag, daran sei nichts mehr zu ändern. Sollte die Farbe „Blau“ im Zusammenhang mit einer kulturellen Veranstaltung aber im kommenden Jahr noch im Titel auftauchen, müssten rechtliche Schritte unternommen werden.
Keine leere Drohung, wie sie erklärt. In den vergangenen Jahrzehnten seien mehrere Veranstaltungen angemahnt worden, die das Wortmarkenrecht der Stadt verletzt hatten. Mit einem Energieversorger einigte man sich sogar erst vor Gericht. Ein Weg, den Höcherl-Neubauer sicher nicht gehen wolle , wie sie sagt: „Dann für 2025 lieber eine neueFarbe.“