Hunde planschten im Neunburger Erlebnisbad nach Herzenslust

Von Ralf Gohlke · 5. September 2024 um 05:00

Mit einem ungewöhnlichem Badetag beendete das Neunburger Erlebnisbad heuer die Saison. Zum ersten Mal gelangten Hunde und ihre Besitzer in den Genuss eines gemeinsamen Badevergnügens. Die Stadt folgte damit einer Anregung der Rettungshundestaffel der Feuerwehr Schwarzhofen. Letztere war überrascht, wie gut das Angebot angenommen wurde. Bademeisterin Tamara Göhlich und Tina Giewald, zuständig für die Ausbildung bei der Rettungshundestaffel, gaben den Badbesuchern ein paar Tipps mit auf den Weg. Aus hygienischen Gründen lässt sich das Hundeschwimmen natürlich nur einmal, zum Saisonende, durchführen. Freigegeben war nur das Nichtschwimmerbecken, die übrigen Einrichtungen blieben für die Fellnasen geschlossen.

Seltene Gelegenheit

„Wir haben das mitbekommen, dass es in manchen Städten schon ähnliche Veranstaltungen gibt und so haben wir uns an Bürgermeister Martin Birner mit unserem Vorschlag gewandt“, sagte Tina Giewald. Der Hintergrund war, dass Baden für Hunde an offenen Gewässern wie Bächen und Seen immer öfter verboten sei. Hinzu käme, dass Blaualgenbelastungen auch bei den Vierbeinern zu gesundheitlichen Problemen führen könnten, erklärte Giewald.

Für den Hundeschwimmtag sei die Chlorung des Beckenwassers extra ausgesetzt worden, ergänzte Peter Fleischmann, Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH. Giewald freute sich, dass 20 Hunde mit ihren Besitzern das Angebot angenommen hatten, quer durch alle Rassen und Altersgruppen. Der Jüngste war gerade einmal fünf Wochen alt, die älteste Hündin 15 Jahre. Am liebsten war es den Vierbeinern, ins Wasser zu springen und die Spielzeuge zu holen, die ihre Menschen geworfen hatten.

Keinerlei Konflikte

Während dass Ganze für den Betrachter sehr entspannt wirkte, hatten die Mitglieder der Rettungshundestaffel das Geschehen ständig im Blick, um bei Konfliktsituationen schnell eingreifen zu können – aber alles blieb friedlich.

„Imponiergehabe gehört bei den Hunden nun mal dazu“, meinte Giewald und erteilte zugleich den Haltern ein großes Lob, die ihre Tiere sehr gut im Griff hatten. Nach kurzem Beschnuppern widmeten sich alle lieber wieder dem Geplansche.

Giewald freute sich, dass die Werbung für ihre Organisation wie auch für das Freibad gut angekommen sei. Zwei Teilnehmer hätten schon Interesse am Hundetraining angemeldet. „Das war natürlich auch für uns eine Premiere“, meinte Peter Fleischmann und stellte noch einmal heraus, dass das Wasser vor dem Beginn der neuen Saison komplett ausgetauscht werde.

Er nutzte die Gelegenheit für eine Bilanz der Saison 2023. Aus rein wirtschaftlicher Sicht hätte die Eröffnung wegen der kühlen Witterung auch später erfolgen können, aber die Pfingstferien sollten mit einbezogen werden. Allein in den beiden Ferienwochen seien nur 950Besucher erschienen, immerhin 15 mehr als später, am 29. Juni. Als Vorteile erachtete Fleischmann die Aufstellung der Ticketautomaten und die Wiederbelebung des Kioskbetriebs durch den Food Express Neunburg.

Er betonte, dass der Hunde-Badetag keinen Einfluss auf das Saisonende gehabt habe – er sei im Übrigen ohne nennenswerte Zusatzkosten über die Bühne gegangen. Derzeit liefen bereits die umfangreichen Vorbereitungen für die Hallenbadesaison 2024/2025, damit in der zweiten Schulwoche nach den Ferien der Schwimmunterricht wieder aufgenommen werden könne.

„Der Bäderbetrieb ist ein wichtiger Teil unserer Daseinsfürsorge“, ergänzte Bürgermeister Martin Birner (CSU). Auch acht Schulen nutzten das Hallenbad. Zusätzlich gebe es schon jetzt Termine für zwei Kinderschwimmkurse der Wasserwacht, zwei Erwachsenenschwimmkurse unter Federführung der Volkshochschule, einen Grundkurs einer Tauchschule sowie verschiedene Aqua-Fitness-Aktivitäten.

Birner und Fleischmann bedankten sich sowohl bei der Wasserwacht für die geleistete Unterstützung als auch bei der Rettungshundestaffel für den reibungslosen Ablauf an diesem Tag.

Zahlen der Saison

Gleich geblieben: Keine Änderungen gab es bei Preisen und Öffnungszeiten.

Gestiegen: 33500Badegäste besuchten das Bad, also drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Nicht erreicht: Vor Corona habe der Jahresmittelwert bei 38 500 Besuchern gelegen.

Mit Frauchen im kühlen Wasser ums Spielzeug kämpfen, das hat beiden Spaß gemacht.
Das muss sein: einmal Trockenschleudern nach dem Bad.
Mit großer Begeisterung springt dieser Golden Retriever ins kühle Nass.
Über die gelungene Veranstaltung im Erlebnisbad freuten sich Bürgermeister Martin Birner (Mitte) und Stadtwerkegeschäftsführer Peter Fleischmann (r.) mit den Aktiven der Rettungshundestaffel Schwarzhofen.