Tafel Neunburg nimmt wieder Leute auf – Die Zahl der Bedürftigen steigt weiterhin an

Aufregende Zeiten liegen hinter der Tafel in Neunburg: Angefangen mit der Corona Pandemie, über den Krieg in der Ukraine sowie steigende Lebensmittelpreise.
All dies führte dazu, dass die Zahl der Bedürftigen in den letzten Jahren immer weiter anstieg. Daher musste die Neunburger Tafel einen Aufnahmestopp verhängen, den sie kürzlich wieder aufheben konnte.
Zwar habe sich die Lage etwas beruhigt und es können wieder Leute aufgenommen werden, sagte Friedrich Keller, Vorsitzender der Oberviechtacher Tafel. Jedoch liege die Menge der Menschen, die kommen wollen, weit über dem, was das Team der Tafel schaffen könne, so der Vorsitzende. Es fehle schlichtweg an Ware. „Schließlich soll jeder, der kommt, genügend bekommen“, sagte Keller.
Aufnahme über Nachrückverfahren
Die Aufnahme in die Tafel in Neunburg funktioniert aktuell über ein Nachrückverfahren. Wenn ein Kunde beispielsweise umzieht, wird ein Platz frei und ein neuer kann diesen einnehmen. Eine Art Warteliste, auf der sich die Bedürftigen eintragen lassen können, gebe es aktuell nicht, so der Vorsitzende.
Zu den Ausgabeterminen in der Neunburger Tafel kommen aktuell circa 40 Bedarfsgemeinschaften. Und damit sei die Maximalauslastung fast erreicht, sagte Keller. In Neunburg könnten maximal 50 Bedarfsgemeinschaften versorgt werden, erklärte Keller. Insgesamt versorge die Tafel wöchentlich 160 Bedarfsgemeinschaften in der Region. Um mehr Menschen versorgen zu können, sei nicht genug Ware vorhanden. Bei den ehrenamtlichen Helfern hingegen sehe es anders aus.
„In Neunburg haben wir aktuell genügend Helfer“, sagte Keller. Das Team der Ehrenamtlichen arbeite gut zusammen, lobte er die Arbeit der Helfer. Sie holen die Lebensmittel mit dem Kühlmobil aus den Supermärkten, sortieren die Produkte und prüfen die Qualität. Für die Ausgabetermine räumen sie zudem die Regale und die Ladenzeile ein und geben die Ware schließlich an die Kunden aus. Diese erfolgt in Neunburg über sogenannte Zeit-Slots. So haben die Ehrenamtlichen Zeit, die Kunden in Ruhe zu versorgen und es entstehe kein Chaos, sagte Keller.
Auf Spenden angewiesen
Um die Bedürftigen in Neunburg und Oberviechtach versorgen zu können, ist die Tafel auf Spenden angewiesen. Nicht nur Sachspenden, sondern auch Geldspenden helfen der Institution dabei, die laufenden Kosten zu decken. Dazu gehören beispielsweise die Miete für den Laden sowie Benzin und Versicherung für die Kühlfahrzeuge.
Und die Kosten seien mit den ein bis zwei Euro, die die Tafel von den Kunden bekommt, nicht gedeckt, erklärte Keller. „Daher sind wir immer auf Spenden angewiesen.“