„Auf die Fre...“ in der Jahnhalle: Bei der Wrestling-Show mischen die Zuschauer lautstark mit

Von Daniel Steffen · 1. September 2024 um 17:27

Sie hatten definitiv „Bock auf Wrestling“. Von Moderator Christian Kobras gab es ein dickes Lob für das Regenstaufer Publikum. So lief der Southern Bash in der Jahnhalle ab.

Die Zuschauer spuckten Gift und Galle. „Auf die Fre...“, „Geile Frisur, Mann“ und andere Komplimente hagelte es für diejenigen Wrestler, die im Ring weniger in der Gunst der Zuschauer standen.

Die „Bösewichte“ gaben sich ebenfalls verbal schlagfertig und provozierten ihrerseits die Zuschauer. Ja, die klassische Rollenverteilung zwischen „Gut“ und „Böse“ zeigte sich auch beim Southern Bash, der Wrestling-Veranstaltung, die rund 200 Zuschauer in der Jahnhalle von den Sitzen riss. Dort war nicht brav klatschen angesagt, vielmehr war das Publikum Teil der Show, die von der Stimmung lebte.

Ein „Flamingo“ flippte aus

Das machte auch Wrestling-Fan „Captain Flamingo“ aus dem Nürnberger Land deutlich. Erst vor einem Jahr sei er auf den Geschmack gekommen und habe seither gut ein Dutzend Wrestling-Veranstaltungen verfolgt, verriet der 47-Jährige. „Das Ganze lebt davon, dass du als Zuschauer mitmachen kannst. Du darfst ein paar Grenzen überschreiten, gerade das macht den Reiz aus.“ Auch ihm gingen einige Flüche und „Grüße“ von den Lippen, die er sonst so im Alltag nicht wählen würde. Aber: Dies ist nicht nur erlaubt, sondern wird ausdrücklich erwünscht. Die Veranstalter von der „Independent Wrestling Innovation“ (IWI) schätzen sich auf jeden Fall glücklich damit, so dass es eine Riesen-Gaudi mit sehenswerten Kämpfen war.

„Es ist athletisch schon sehr beeindruckend, was geboten wird. Dafür braucht es ein hohes Maß an Kraft und Körperbeherrschung“, sagte „Captain Flamingo“ anerkennend. Sein knallbuntes Hemd mit den langhalsigen Vögeln verriet, warum er wohl diesen Spitznamen trägt.

Frauen-Power im Ring

Klar wurde auch: Die Frauen im Ring gingen genauso hart zur Sache wie ihre männlichen Kollegen. Beim Kampf Jassy Jay (Salzburg) gegen Tayra Gates (Fulda) gingen sich beide wortwörtlich an den Kragen – und das bessere Ende verbuchte die Osthessin für sich. Bei den Männern wurden die Lieblinge besonders euphorisch gefeiert: Schon als „Bruder Chaos“ den Ring betrat, hatte der vermeintliche Mönch viele Herzen auf seiner Seite. Im Tag-Team-Match mit mehreren Kämpfern erwies er sich als Trumpf – und wurde von seinen Anhängern groß gefeiert. Der fiese, maskierte „Jester“ aus Rheinland-Pfalz prahlte zwar mit seinen zwei Champion-Gürteln, fing sich aber im Kampf mit Miro Lyan (Hessen) eine empfindliche Niederlage ein. Dafür kassierte er dann im Publikum ordentlich Häme, während der „gute“ Miro das anschließende Bad in der Menge sichtlich genoss.

Der beliebteste Bärtige des Tages war „Bruder Chaos“.
Es war ein besonders intensiver Fight, der sich zwischen Jassy Jay (vorn) und Tayra Gates ereignete.
Ein bisschen Horror muss sein.
Auch in artistischer Hinsicht waren die Kämpfe spannend.
Wer hat hier wen im Griff?