„Müssen besser spielen“: Fürth-Klatsche bereitet dem SSV Jahn vor dem Dultbesuch Schmerzen

Von Claus Wotruba · 1. September 2024 um 11:56

Mit einer Klatsche, noch dazu zuhause, in eine Spielpause zu gehen, ist eine ziemlich unschöne Sache. „Nach einem 0:4 würdest du am liebsten schon übermorgen wieder spielen, um das vergessen zu lassen“, sagte auch Joe Enochs, Trainer des SSV Jahn Regensburg nach der bösen Bescherung im Jahnstadion gegen das so routinierte und abgeklärte Team der SpVgg Greuther Fürth vom Freitagabend.

Enochs setzt auf den Jetzt-erst-recht-Effekt. „Vielleicht ist es ja auch gut so eine auf Schnauze bekommen, um zu sagen, jetzt umso mehr. Wir müssen realisieren, dass wir alles rausholen müssen, um in der Liga zu bleiben. Wir müssen besser spielen. Punkt.“ In diesem Sinne äußerte sich auch Innenverteidiger Louis Breunig. „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und jedes Spiel weiter Vollgas geben. Wir haben gewusst, dass es auch mal Phasen geben kann, wo es nicht so einfach wird. Jetzt ist es so gekommen. Wir werden weitermachen.“

Natürlich bleibt bei einem Tor in vier Spielen, das zu den bisher einzigen drei Punkten gegen Mitaufsteiger Ulm reichte, die Offensivleistung ein Thema. Zumal nach einer ersten Halbzeit wie dieser, nach der auch Greuther Fürths Coach Alexander Zorniger zugab, dass Torhüter „Noll und Glück“ geholfen hätten, mit einer Führung in die Pause zu gehen.

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So waren sich hinterher alle einig, dass die Chancenverwertung des SSV Jahn in den ersten 45 Minuten massiv Einfluss auf den für die Hausherren danach so unseligen Verlauf der ersten 45 Minuten nahm. „Super erste Hälfte, scheiß zweite Hälfte“, brachte es einer der Protagonisten, Christian Viet, auf den Punkt. „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel nicht gewonnen, in der zweiten haben wir es verloren. In der ersten Hälfte müssen wir, ich mindestens zwei Tore machen, dann sieht’s ganz anders aus.“ Er selbst hatte das vielleicht dickste Ding auf dem Stiefel. „Ich dachte, schieß nicht zu doll – und dann haben ich gar nicht geschossen“, sagte er über die Szene kurz vor der Pause.

Lesen Sie hier unseren Spielbericht vom 0:4 gegen Greuther Fürth.

Christian Viet war für noch viel mehr ein Stichwort. Weil beim sehr auffälligen 25-Jährigen ein Muskel zwickte und mit ihm obendrein der früh gelbverwarnte Sebastian Ernst (Enochs: „Da muss er cleverer sein. Wir hatten Angst, dass er die gelb-rote Karte bekommt“) nach 56 Minuten vom Platz ging, war es danach endgültig vorbei. „Ich hatte das Gefühl, wir hatten ab der 60. Minute dann gar keinen Zugriff mehr“, verfolgte Viet das Geschehen dann schon abseits des Platzes.

Ein Knackpunkt war schon das 0:2 von Noel Futkeu in der vierten Minute der zweiten Halbzeit gewesen. „Ab da war es für die ein einfaches Spiel.“ Und aus der angenehmen Situation machten die Mittelfranken prompt noch zwei weitere Tore, denn nun klappte auch alles. Siehe Julian Greens vierter Treffer. „Das schießt du auch nicht jeden Tag“, sagte Viet. „Da schweißt er dann das Ding in den Knick. Da ist eben mehr Qualität als in der dritten Liga“, meinte auch Joe Enochs und hofft. „Wir müssen daraus lernen.“

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Und leichter wird es in zwei Wochen im Sonntagsspiel (13.30 Uhr) in Hamburg beim HSV gewiss nicht. „Auf dem Papier sind in der zweiten Liga sicher viele unangenehme Gegner, aber wir glauben uns“, sagt Enochs. „Und das Spiel gegen Greuther Fürth heißt auch nicht, dass wir nicht auch Gutes daraus ziehen können.“

Neues Selbstvertrauen, könnte auch über das Testspiel gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching am Donnerstag (13.30 Uhr) am Kaulbachweg, getankt werden. „Wir werden die Woche nutzen“, sagt Domini Kother, bisher einziger Saisontorschütze. „Wir müssen jetzt einfach mal den Ball reinschießen und in Führung gehen wie gegen Ulm, dann macht es uns stark, hinten gut stehen und kontern zu können.“

Vielleicht bringt da ja auch der gemeinsame Dultbesuch am Montagabend im Hahn-Zelt, wo ab 18.30 Uhr der Vorstandsvorsitzende Hans Rothammer und Festwirt Michael Hahn Grußworte sprechen und die geschlossen anwesende Mannschaft ab 19.30 Uhr einen kleinen Bühnenauftritt hat, auf andere Gedanken.

Eichinger wieder verliehen

Derweil vermeldeten die Regensburger am Samstag auch noch einmal eine Verkleinerung des Kaders. Der 23-jährige Stürmer Noel Eichinger, der schon die Rückrunde der vergangenen Saison an den FC Greifswald in die Regionalliga verliegen war, soll sich jetzt bei Lokomotive Leipzig in der vierten Liga Spielpraxis holen. „Hier sehe ich die Chance, meine Fähigkeiten auszubauen und gestärkt zum SSV Jahn zurückzukehren”, kommentierte Eichinger die neuerliche Leihe.