Zwei Drittel des Glasfaserausbaus in Bad Kötzting sind fertig – wie geht es nun weiter?

Von Stefan Weber · 2. September 2024 um 05:00

Es war Ende des Jahres 2021, als Bewegung in den Ausbau der Stadt mit Glasfaser kam: Erst kündigte Leonet an, die gesamte Stadt anschließen zu wollen, dann zog die Telekom mit der Zusage nach, auch am Schinderbuckel und in der Innenstadt ausbauen zu wollen – und was beide Unternehmen nicht anschließen wollten, da es zu unwirtschaftlich schien, darum wollte sich der Landkreis Cham mit einem Eigenbetrieb annehmen. Fast drei Jahre sind seitdem vergangen.Wie ist der Stand?

Nicht nur im Rathaus war die vor allem von den Firmen Telekom und Leonet getätigte Ankündigung kritisch gesehen worden, unabhängig voneinander privatwirtschaftlich ausbauen zu wollen. Besonders im vergangenen Jahr sorgte es im Baugebiet Schinderbuckel für Verwunderung bei einigen Anwohnern, als nacheinander zwei Firmen die Straßen aufrissen und Leitungen verlegten.

Lage hat sich beruhigt

Unmut, der sich in diesem Jahr weitestgehend gelegt habe, wie Stadtbauamtsleiter Christian Kopf auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. „Im Tiefbau haben der Landkreis und Telekom ihre Arbeiten bereits abgeschlossen“, sagt er. Beim Eigenbetrieb des Landkreises sei das bereits im vergangenen Jahr der Fall gewesen, für die Arbeiten der Telekom sei vor rund zwei Wochen die Abnahme erfolgt. Wann die Anschlüsse fertig verlegt und freigeschaltet würden, sei im Rathaus nicht bekannt.

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Abgenommen seien von städtischer Seite die Maßnahmen aber zum größten Teil bereits. In Summe seien die Arbeiten an Straßenbelag und Co. zur Zufriedenheit der Stadt erledigt worden. „Sollten sich aber noch Probleme wie Setzungen oder Ähnliches ergeben, dann gilt immer eine Gewährleistung von fünf Jahren“, merkt Kopf an, in denen die Stadt Ansprüche stellen könnte.

Leonet zur Hälfte fertig

Somit baut nur noch Leonet weiter im Stadtgebiet aus und bleibt, auch wenn „ein weiterer Anbieter aktiv am Ausbauen“ sei, bei der Zusage, 2066 Adressen ein Angebot machen zu wollen. Das Unternehmen gibt dabei zu bedenken, dass durch den doppelten Ausbau nicht nur „viele zusätzliche Abstimmungen“ zu treffen seien, sondern auch viele Kilometer Verbindungstrassen gebaut werden müssten. Zu diesem Zweck hatte sich das Unternehmen die Stadt in vier Bereiche (MFG) aufgeteilt. Der Stadtwesten sei bereits abgeschlossen, im Norden stünden nur noch „geringfügige Montagearbeiten“ an. Im kommenden Jahr sollen dann der Osten bis Reitenstein und der Süden mit dem Industriegebiet Arnbruckerstraße folgen. Leonet bekräftigt, dass die Zusage aus dem Jahr 2021 gehalten werde. Dadurch, dass das Unternehmen nun mittlerweile das einzige ist, das noch Glasfaser im Stadtgebiet verlegt, dürften sich die Arbeiten etwas einfacher gestalten und die Bürger nicht mehr vor der Situation stehen, dass zwei Firmen hintereinander fast selbe Arbeiten verrichten. Etwas Geduld müssten aber alle noch mitbringen, bis die ganze Stadt angeschlossen ist. Oder, wie es Leonet-Geschäftsführer Martin Naber formuliert: „Der Glasfaserausbau ist ein langfristiges Infrastrukturprojekt, die flächendeckende Erschließung von Bayern wird weit mehr als ein Jahrzehnt beanspruchen. Ohne aufwendige, zeit- und kostenintensive Tiefbauarbeiten geht es nicht, gerade im ländlichen Raum.“