Einige Gäste kollabierten: Heiße Herbstdult – aber fast ohne hitzige Gemüter

„Es ist alles besser als im letzten Jahr.“ Geradezu euphorisch klang Festwirt Peter Artmann, der über den bisherigen Verlauf der Regensburger Herbstdult bei bestem Willen nicht klagen könne. Dem Schönwetter sei es zu verdanken, dass sich sein Biergarten gut fülle – aber aufgrund der heißen Temperaturen schon mal später als gewöhnlich.
So zeigte sich dies auch in den Festzelten, die vielleicht nicht ab 18 Uhr, aber ein bis zwei Stunden später einen guten Besuch verzeichneten. Letztlich sei die Herbstdult für ihn bisweilen „besser gelaufen als erwartet“, sagte auch Festwirt Alfred Glöckl, bei dem vor einer Woche die Dult eröffnet wurde.
Regensburger Herbstdult: Ein größerer Umzug?
Persönlich habe ihn auch der kleine Festzug erfreut und so äußerte er den Wunsch, diesen bei der nächsten Herbstdult etwas größer zu fahren. Mit Popcorn und Fahr-Chips, die vom Wagen geworfen werden, könne er sich das (ähnlich wie bei der Maidult) gut vorstellen.
Bei Rechts- und Regionalreferent Walter Boeckh klang die Zwischenbilanz ebenfalls großenteils positiv. Er resümierte einen „wunderbaren Dult-Auftakt“, der durch ein „tolles Feuerwerk“ abgerundet worden sei. Die Rückkehr zur Tradition, das Feuerwerk sowohl zum Auftakt als auch zum Abschluss steigen zu lassen, wolle die Stadt in Kooperation mit der Werbegemeinschaft Regensburger Dulten „aufrechterhalten“. Der Applaus aus den Reihen der Dult-Beschicker bekräftigte ihn in seiner Ansicht. Einzig der äußerst heiße Samstag und der regnerische Sonntag hätten die Bilanz leicht getrübt. Traditionell bauen die Veranstalter nun auf die zweite Dulthälfte, die bei der Herbstdult auch die stärkere sei. Der Tenor: Zum Monatsanfang sei der Lohn frisch auf dem Konto und dies bewege viele Menschen dazu, der Dult einen Besuch abzustatten.
Herbstdult verläuft aus Sicht der Regensburger Polizei „sehr ruhig“
Dass heiße Temperaturen um die 30 Grad nicht unbedingt ein Grund sein müssen, der Dult den Rücken zu kehren, hatte sich erst am Mittwoch gezeigt. So blickte etwa Hahnzelt-Küchenchef Philipp Keller auf einen „sehr guten Kinder- und Familientag“ zurück.
Aus Sicht der Polizei-Inspektion Regensburg-Nord verlief die Herbstdult bislang „sehr ruhig“. Einzig zwei Körperverletzungsdelikte und ein Sexualdelikt wurden registriert, sagte der stellvertretende Dienststellenleiter Michael Duschl. Im Falle des Sexualdelikts handelte es sich um einen Herrn, der „zwei junge Frauen begrapscht“ habe. Einmal sei eine Person im Besitz von Kokain gewesen, in zwei weiteren Fällen drehte sich der Verstoß um Cannabis.
Regensburg: Dult-Bus wird rege genutzt
Allerdings: Das Problem vieler Parkverstöße bleibt aktuell. „Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Leute mit dem Auto ins Bierzelt fahren wollen“, sagte Duschl überspitzt. Und weil einige so nah wie möglich an der Dult parken, geschehe dies auf Kosten der Taxifahrer, deren Bucht von Dult-Besuchern unerlaubterweise zugeparkt werde. Dult-Sprecher Hans-Christian Wagner merkte an, dass viele „schlau geworden“ seien und den Dult-Bus nähmen.
BRK-Kreisbereitschaftsleiter Florian Fromm bestätigte das Bild einer ruhigen Dult. Er bilanzierte 20 Versorgungen, in acht Fällen seien Dult-Besucher ins Krankenhaus gefahren worden. Nur selten sei Alkohol, deutlich mehr ein Kreislaufkollaps der Grund gewesen.
