Botanischer Schattengarten in Furth im Wald in Vorbereitung: Nicht schön, aber interessant

Von Alexander Frimberger · 28. August 2024 um 11:00

Die Bagger rollen auf dem Festplatz an der Eschlkamer Straße. Es wird kräftig für das Baustellenfest zur Landesgartenschau Furth im Wald 2025 (LGS) gewerkelt. Etwas abseits gelegen ist schon mehr zu sehen. Dort entsteht ein botanischer Schattengarten.

Hinter der Schießhalle, dort wo der Brückenloop gebaut wird, muss man schon zweimal hinsehen, um zu verstehen, dass das, was nach einem heillosen Durcheinander aussieht, durchaus gewollt ist.

Zum Nachdenken anregen

Folgerichtig bekommt man auf eben diesen zweiten Blick eine Ahnung, was hier entsteht. Gefallene Baumstämme und Felsbrocken gruppieren sich um einen kleinen Rundweg, eine große Holzbank steht da, davor eine riesige Steinplatte in die in großen Lettern „Göttersitz“ geritzt wurde. Ein kleiner Steg bildet den Abschluss der Halbinsel und gibt den Blick frei auf die beiden Chamb-Arme.

Dann ändert sich das Bild. Eine verrostete Wand ragt aus dem Boden hervor. Metallteile liegen herum. Der gesamte Garten hat einen morbiden Charme und regt auch ohne mehr darüber zu wissen schon jetzt zum Nachdenken an. Genau das ist es, was Uli Stöckerl, Betreiber des Wildgartens und seine Flederwisch-Kollegen Alexander und Rolf Schüler wollen: „Der Garten muss nicht jedem gefallen, die Leute sollen sich daran reiben, diskutieren und nachdenken.“

Lesetipp: Straßensperre der Kreisstraße CHA 5 in Arnschwang verschiebt sich auf den 2. September

Das Thema des Gartens lautet: „Wo kommt der Mensch her, wo geht der Mensch hin“, erklärt Stöckerl. Sein Part behandelt das Thema: Entstehung des Menschen. Natürlich ist der Garten noch nicht fertig, das kann erst geschehen, wenn der Loop aufgestellt wird. Dann wird auch eine Frau zu sehen sein, die aus einem Baum heraus wächst. „Wir sind alle Teil der Natur“, so Stöckerls Credo, der seine Gartenhälfte auch als Ausdruck seines Wildgartens versteht. Damit ist er seit Jahren leidenschaftlicher Kämpfer für die Natur, was in ihr gedeiht und schließlich wieder vergeht. Auch urige Tonmasken werden zu sehen sein. Übrigens, die Gravur Göttersitz hat durchaus ihre Bedeutung, die sich aber wohl nur Einheimischen erschließt. Die Felsplatte, die man von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen hat, steht sinnbildlich für einen kleinen Hügel hinter der Waldbühne, der diesen Namen verpasst bekommen hat. Drei große Holzbänke wird es geben. „Da können die Besucher im Schatten sitzen und die Stimmung auf sich wirken lassen.“ Zuletzt der kleine Holzsteg: Er gibt den Blick auf den Loop frei, und vom Loop aus sieht man den Steg.

Der zweite Teil des Gartens trägt ohne Zweifel die Flederwisch-Handschrift. Wie Stöckerl erklärt, geht es dort um das mögliche apokalyptische Ende der Menschheit. Was könnte passieren, wenn wir uns nicht ändern? Diese Frage und mögliche Konsequenzen stellen Alexander und Rolf Schüler in den Raum.

Die Masken, die zu sehen sein werden, sind aus Metall, ebenso die Sitzgelegenheiten und einiges mehr. Schon jetzt erinnert die Szenerie an die Kulisse aus dem Endzeitthriller Mad Max. „Es wird für viele Besucher kein schöner, aber ein interessanter Garten sein“, sagt Stöckerl und ergänzt: „Rolf zeigt, was passiert, wenn wir nicht aufpassen. Dieser Kontrast zum Rest der LGS macht für ihn die Besonderheit aus. 50 verschiedene Arten von Schattenpflanzen haben die findigen Unternehmer schon platziert, tonnenschwere Baumstämme und gewachsene Felsen vom Gibacht angeschleppt. Klar ist für ihn dabei auch, dass die Bepflanzung im dystopischen Teil des Gartens spärlicher und anders sein wird als in seinem Bereich.

Ein Tor in den Schattengarten

Warum aber die Fertigstellung erst, wenn der Loop kommt? „Weil der an die Grenze unseres Gartens gebaut wird.“ Der Eingang ist dann ein Tor, das ebenfalls zweigeteilt ist. Die eine Hälfte wird aus Weiden gestaltet, die andere natürlich aus Metall.

Eine rostige Mauer ragt aus dem Boden.
Uli Stöckerl liebt die Natur.