Hexen machen sich bereit: Nittenauer Geisterwanderung feiert am 31. August Premiere

Von Cornelia Lorenz · 25. August 2024 um 05:00

Gerade erst hat der Theater- und Festspielverein den „Stoapfälzer Brandner Kaspar“ erfolgreich auf die Bühne gebracht, doch fürs Durchschnaufen bleibt der Truppe keine Zeit: Am 31. August steht die Premiere der Geisterwanderung an – später als üblich, weshalb sich die Zuschauer bei allen drei Aufführungen auf eine besondere Atmosphäre freuen können.

In den vergangenen Jahren startete der Theater- und Festspielverein traditionell bereits im Juli mit der ersten Aufführung der Geisterwanderung. Heuer nun rutschten die Termine wegen des „Stoapfälzer Brandner Kaspars“ nach hinten – aus Sicht von Regisseurin Christina Fink hat dies einen besonderen Effekt: Aufführungen der Geisterwanderung seien im September wegen der früheren Dämmerung atmosphärisch immer am schönsten. „Dann kommen die Lichteffekte besser zur Geltung“, sagt sie.

Rund fünf Kilometer unterwegs

Das in der Region weithin bekannte Festspiel wird in Nittenau seit 1983 aufgeführt. Für die drei Termine gibt es in Summe 900 Tickets. Gespielt werden die Sagen des Regentals – teilweise an den Originalschauplätzen Hof am Regen und Stefling. Die bekannte Bierpantscherszene wird auf einer Anhöhe in der Nähe von Neuhaus gespielt. Bei der Geisterwanderung werden sich die Zuschauer die drei Akte buchstäblich selbst „erwandern“: Insgesamt rund fünf Kilometer werden sie im Laufe des Abends im Regental zurücklegen, erklärt Albert Meierhofer, der Vorsitzende des Theater- und Festspielvereins.

Frauen sind in der Überzahl

Ein großes Team sorgt auch heuer wieder dafür, dass die Zuschauer einen spannenden und unterhaltsamen Abend erleben können: Rund 55Schauspieler sind bei den Aufführungen im Einsatz, außerdem zehn Techniker und rund 30 Helfer im Hintergrund. Etliche Schauspieler sind besonders gefordert, weil sie Doppelrollen übernehmen. Manche Rollen sind aber auch mehrfach besetzt, sodass die Darsteller sich abwechseln können.

Aufgrund der vielen Hexen, die ein zentrales Element der Geisterwanderung sind, liegt der Frauenanteil in der Schauspielergruppe bei rund 70 Prozent. Auch Kinder ab neun Jahren wirken bereits mit – und zwei Junghexen im Alter von 15 und 16 Jahren werden heuer zum ersten Mal bei der Geisterwanderung ihre Besen schwingen.

Seit dem Jahr 2018 führt Christina Fink Regie und ist seitdem mit Herzblut bei der Sache. Welche Szene mag sie selbst am liebsten? Da gebe es viele, sagt sie, doch etwas ganz Besonderes ist für sie der Hexentanz um das Feuer am Spielort Stefling. „Das hat einfach Atmosphäre.“ Auch die Eifersuchtsszene zwischen Ritter Jörg und seiner Gattin Adelheid in Hof am Regen liegt ihr sehr am Herzen, weil dieser Teil des Stücks sehr emotional sei und den Schauspielern darstellerisch viel abverlange.

Wetter als Risikofaktor

Über die vielen Jahre der Geisterwanderung hinweg haben die Schauspieler viele Herausforderungen bewältigt. „Schlimm ist es immer, wenn das Wetter nicht mitspielt. Einmal hat es einer Hexe die Kontaktlinsen herausgeschwemmt“, erinnert sich die Regisseurin. Auch die eine oder andere kuriose Panne blieb nicht aus. „Wir hatten schon einmal ein Pony dabei, das das Mikrofon eines Schauspielers gefressen hat“, sagt Fink.

Nervös wegen potenzieller Zwischenfälle sei sie aber im Vorfeld nicht. „Schiefgehen kann immer mal was, aber bei der Geisterwanderung sind die meisten Darsteller sehr routiniert. Gespannt bin ich immer, wenn wir neue Spieler dabei haben, wie sie mit dem Lampenfieber umgehen und wie sie sich auf der Bühne machen. Vor Publikum zu spielen ist eine komplett andere Hausnummer als bei der Probe“, betont die Regisseurin.

Drei Aufführungen geplant

Die Premiere findet am Samstag, 31. August, statt. Weitere Termine folgen am Samstag, 7. September, und am Samstag, 14. September. Die Zuschauer treffen sich zur Abfahrt um 18.15 Uhr am Marktplatz Nittenau, ein Busshuttle bringt sie nach Hof am Regen. In Stefling werden die Zuschauer vom Catering-Team des Festspielvereins erwartet. Am Ende bringen Busse die Zuschauer zurück nach Nittenau. Restkarten gibt es bei okticket.de oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen zum Preis von 19 Euro (ermäßigt neunEuro).