Geisterwanderung in Nittenau: Ein Festspiel zum Mitmarschieren

Von Edgar Pielmeier · 11. Juli 2023 um 17:00

Bei bestem Wetter fand am Samstag die erste von drei Geisterwanderungen in diesem Jahr statt. Die Burg Hof am Regen bei Nittenau, das Schloss Stefling und eine Anhöhe bei Neuhaus wurden zu Spielstätten, die von den Teilnehmern erwandert wurden.

Das Schauspiel begann in Hof am Regen mit der Sage vom „Reiter ohne Kopf“. Weil Ritter Jörg in rasendem Zorn sein Weib Adelheid erdolcht hatte, bezahlte er diese Tat durch das Richtschwert des Henkers von Hof mit dem Leben. Da der Ritter seine Tat aber nicht bereute, muss er als Wiedergänger nachts sein Unwesen im Regental als Reiter ohne Kopf treiben.

Nach einer etwa 1,5 Kilometer langen Wanderung erreichten die Teilnehmer aus allen Altersgruppen das Schloss Stefling. Dort wurden sie von Albert Meierhofer, dem Vorsitzenden des Theater- und Festspielvereins Nittenau, begrüßt. Er verwies darauf, dass der Verein seit 43 Jahren die Geisterwanderungen veranstalte. Man sei längst zu einem anerkannten Oberpfälzer Festspiel geworden, zu dem Besucher aus Nah und Fern kämen. Regisseurin ist Christina Fink.

Hexentreiben auf Schloss Stefling

Meierhofer stellte mit Elisabeth König-Huber auch die Schirmherrin des Jahres 2023vor. Die gebürtige Straubingerin ist Ärztin in Nittenau. Sie sei qualifiziert für die neue Aufgabe, weil sie in ihrer Praxis ein Hexenzimmer habe, so der Vorsitzende. Sie selbst spannte in ihrer kurzen Begrüßung den Bogen von der Medizinerin zu den Kräuterheilerinnen vergangener Zeiten, die ja immer wieder als Hexen verbrannt worden seien.

Als Oberhexe Luzisat in der Aufführung dann zum Hexensabbat aufrief, fand sie regen Zuspruch bei den Hexen der Umgebung. Zwei wandernde Mönche, welche die Steflinger Hexen bannen wollten, mussten die Erfahrung machen, dass sie ihren Verführungskünsten nicht gewachsen waren, was ihnen eine gehörige Tracht Prügel einbrachte.

Als letzten Spielort erreichten die Zuschauer nach einer drei Kilometer langen Wanderung die Anhöhe bei Neuhaus. Dort zeigte der Burgvogt das grausame Schicksal der Verbannten auf, denn auf die in Bayern schwer zu bestrafenden Bierpantscher wartet die Pantscherhölle. Im nahegelegenen Gasthaus konnte man die Geisterwanderung gemütlich ausklingen lassen, bevor Busse die Teilnehmer zurück nach Nittenau fuhren.

Noch zwei Veranstaltungen im August

Heuer gibt es noch zwei Veranstaltungstermine, am Samstag, 5. August, und am Samstag, 2. September. Ein Bustransfer bringt die Zuschauer vom Treffpunkt am Nittenauer Marktplatz zur ersten Spielstätte und am Schluss zum Ausgangspunkt zurück. Preise: Erwachsene zahlen 18 Euro, Kinder bis 16 Jahre neun Euro.