Wo „gute Worte“ im Kurpark in Bad Kötzting nicht mehr helfen, wird nun zur Kasse gebeten

Dass sich Radfahrer nicht an das Verbot im Kurpark in Bad Kötzting (Landkreis Cham) halten, ist nichts Neues. In diesem Jahr haben aber E-Bikes und E-Scooter die Situation so weit verschärft, dass auch die Polizei mit der Stadt an einem Strang zieht und Streife in der Anlage geht. Wo gute Worte nicht mehr reichen, wird nun kassiert.
Vergangenen Woche kündigte Bürgermeister Markus Hofmann an, dass ab sofort vermehrt im Kurpark das Verbot für die Fortbewegung auf Rädern in der 12,4 Hektar großen Anlage kontrolliert werden soll, auch durch die Polizei. Keine spontane Entscheidung, wie PI-Leiter Christian Pongratz erklärt, sondern ein Entschluss, der gemeinsam getroffen, vorbereitet und auch umgesetzt werde.
„Hier mal ein Appell an alle Radfahrer, E-Rollerfahrer, Skateboarder usw.: Bei uns im Kurpark ist Radfahren (gilt auch für alle anderen Fortbewegungsmittel mit Rädern dran) verboten. Ich sehe täglich viele, viele – am Wochenende auch Hunderte Biker – in einem Wahnsinnstempo bei uns vorbeisausen.“
Beschwerden nahmen zu
Es ist ein Appell, den Kiosk-Pächterin Monika Jamsek schon Anfang Juli in Sozialen Medien öffentlich gemacht hatte. „Oftmals bleibt mir fast das Herz stehen, wenn kleine Kinder, Leute mit Krücken oder im Rollstuhl knapp einem Zusammenstoß entgehen. Macht man die Radler freundlich auf das Verbot aufmerksam, bekommt man meist nur eine beleidigende Antwort hingeschmissen.“
Das Thema an sich ist gar nicht neu: Immer wieder hatte sich der Stadtrat in den vergangenen Jahren mit diesem Thema beschäftigt, zumal ein Rad- und Fußgängerweg direkt an der Parkanlage entlangläuft, die Abkürzung durch den Kurpark hindurch also gar nicht notwendig wäre. Bislang blieb es bei Appellen, doch damit soll nun Schluss sein.
Der Grund dafür, dass auch Bürgermeister Markus Hofmann davon spricht, „so viele Beschwerden – eine bis zwei pro Tag im Schnitt – bekomme, wie in den vergangenen zehn Jahren nicht“, könnte auch am technischen Fortschritt liegen. So nimmt die Zahl der Radfahrer, die mit E-Bikes unterwegs sind, ebenfalls seit Jahren zu; Zum anderen kommen auch Jugendliche mit E-Scootern noch mehr als früher auf die Idee, auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Auch wenn Szenen, wie sie Monika Jamsek beschrieben hat, bislang noch nicht zu einer Anzeige wegen Körperverletzung geführt hätten, habe auch die Polizei das Problem erkannt und werde, wie es Bürgermeister Hofmann angekündigt hatte, nun vermehrt im Kurpark kontrollieren, sagt PI-Leiter Pongratz im Gespräch mit unserer Mediengruppe. „Wir werden jeden Tag präsent sein“, kündigt er an – und das zusätzlich zu den Mitgliedern der Sicherheitswacht, die ohnehin schon im Einsatz seien.
Sachbeschädigungen, Schmierereien, Müllablagerungen, jüngst das neu ausgesprochene Verbot des Cannabis-Konsums im gesamten Park, und die „überproportionale Rücksichtslosigkeit“ auf Rädern macht es auch für Pongratz notwendig, dass seine Kollegen verstärkt im Kurpark Streife gehen. Wobei falsch liege wer glaube, dass die Mitglieder der Sicherheitswacht nicht auch Verstöße feststellen, Personalien aufnehmen und alles weiterleiten dürften – nur dass das alles dann erst noch den Weg über die Polizei gehen müsse, während die Beamten alle Daten direkt an die Stadt weiterleiten könnten. Welche Handlungen, die in der Satzung klar im Kupark untersagt seien, mit wie viel Bußgeld belegt würden, das entscheide dann die Stadt selbst. Allerdings sollten sich unbelehrbare Park-Besucher auf zwei Rädern (aber etwa auch auf Skateboards) darauf einstellen, dass 100 Euro fällig würden, sagt Pongratz. Die maximale Summe liege übrigens bei bis zu 2500 Euro.
Kontrollen auf Dauer?
Pongratz geht davon aus, dass die Präsenz der Kollegen schnell Wirkung zeigen werde. „Wenn sich das rumspricht, dann wird sich das Thema erledigen“, zeigt er sich überzeugt, zumal die Bußgelder keine Kleinigkeit seien. Günstiger ist es da bestimmt, den ausgeschilderten Radweg um den Park herum zu nehmen, und durch den Park selbst zu schieben – wenn nicht wegen des Bußgeldes, dann aus Rücksicht auf alles Besucher im Park.
