Spektakuläres Jubiläum bei der Neumarkter Pferdeschau: Quadriga begeistert seit 25 Jahren

Mit seinen 29 Jahren hat Haflingerhengst Wastl für ein Pferd schon ein recht stattliches Alter erreicht. Der Pferdesenior ist mittlerweile in Rente. Den römischen Streitwagen seines Besitzers Claus Luber ziehen mittlerweile Jüngere. Dennoch ist Wastl gestern bei der Pferde- und Fohlenschau in Neumarkt noch einmal mit angereist – und feierte zusammen mit Claus Luber ein besonderes Jubiläum.
Denn Wastl war einer der vier Hengste, die vor 25 Jahren erstmals die spektakuläre Show mit der berühmten Quadriga absolvierten. Gestern musste die Show zwar gezwungenermaßen ein wenig langsamer und gediegener ablaufen, als die Neumarkter das von Claus Luber gewohnt sind – zu groß wäre sonst die Gefahr gewesen, dass eins der Pferde im Vollgalopp auf dem feuchten Gras ausrutscht und jemand verletzt wird. Spektakulär war sie trotzdem.
Minister blieb bis zum Ende
Nicht weniger spektakulär war auch ein Auftritt dreier junger Damen. Sie führten die wohl anspruchsvollste Art und Weise vor, mit der man sich auf dem Rücken eines Pferdes fortbewegen kann: die ungarische Post. Stehend auf dem Rücken zweier nebeneinander laufender Pferde galoppierten die Reiterinnen über die Wiese hinter der kleinen Jurahalle und beeindruckten die Zuschauer auf den Rängen und auf der Tribüne der Ehrengäste gleichermaßen.
Eine Fotostrecke von der Pferde- und Fohlenschau 2024 finden Sie hier
Unter ihnen war in diesem Jahr auch Innenminister Joachim Herrmann. Der war vor elf Jahren zwar schon einmal als Besucher dagewesen, hatte jedoch überstürzt wegen einer Geiselnahme in Ingolstadt abreisen müssen. Diesmal war es ihm vergönnt, die ganze Pferdeschau bis zum Ende zu verfolgen und anschließend zusammen mit Finanzminister Albert Füracker, Gastgeber Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn und zahlreichen anderen Ehrengäste in der kleinen Jurahalle noch auf ein Getränk zu bleiben.
Und Herrmann bekam eine riesige Bandbreite dessen zu sehen, was der Pferde- und Reitsport oder die Pferdezucht in Bayern so alles zu bieten hat. Schwere Brauereiwägen, gezogen von bis zu acht mächtigen Kaltblütern, fuhren prunkvoll geschmückt über den Festplatz. Pony-Zehnspänner sausten in rasanter Fahrt über die Wiese, während der langjährige Moderator, Peter Lerch, fachkundig über die Pferderassen und ihre Eigenheiten, ihre jeweilige Ausstattung oder ihre Halter informierte.
Neue Ideen für nächstes Jahr
An ihm war es auch, den Zuschauern „die Neue“ an Bord der Pferde- und Fohlenschau in Neumarkt vorzustellen. Denn nach mehreren Jahrzehnten hat in diesem Jahr der bisherige Organisator der Veranstaltung, Johann Paulus, erstmals auf der Zuschauer-Tribüne Platz nehmen dürfen. Das Zepter in der Hand hat nun Sabrina Daiß. Die 31-Jährige – sie feierte übrigens gestern auch ihren Geburtstag – ist unter den teilnehmenden Haltern keine Unbekannte. Schon ganz oft war sie mit einer Kutsche bei der Schau in Neumarkt dabei – und auch heuer beteiligte sich ihr Ehemann mit zwei Pferden am Programm.
Organisatorin durfte sie jedoch zum ersten Mal sein. Und das habe aus ihrer Sicht sehr gut geklappt. Sie sei zufrieden mit dem Ablauf und vor allem froh, dass die Schau ohne Verletzungen oder Zwischenfälle über die Bühne gegangen sei. Für das nächste Jahr hat sie schon einige neue Ideen. So will sie zum Beispiel auch einen Beitrag aus dem Bereich Westernreiterei oder Islandpferde nach Neumarkt einladen. Sie stehe bereits in Kontakt mit den jeweiligen Vertretern.
In diesem Jahr dabei waren unter anderem Reiterinnen aus dem Reitstall Hollweck in Höhenberg mit einer Dressurquadrille und Bianca Kuhbandner. Sie bewies eindrucksvoll, dass nicht nur Ponys gelehrige Tiere sein können, die Spaß am Spielen haben, sondern auch Esel. Der zeigte sich alles anderes als stur und führte brav und unter begeistertem Applaus seine Kunststückchen vor. Familie Zweig sorgte mit ihren anmutigen Friesen und ein wenig Pyrotechnik für Staunen, bevor Claus Luber nochmals ein europaweit einmaliges Zwölfergespann vorführte und laut Ferch „Fahrkunst auf Weltniveau“ bewies.
Sonderpreise an Bianca Kuhbandner und Gerhard Pickel
Eine Bewertungskommission kürte ausgewählte Beiträge, 12.620 Euro an Preisgeldern wurden in diesem Jahr an die Pferdehalter ausgeschüttet. Der „Preis der Stadt Neumarkt“ ging dabei an Bianca Kuhbandner mit ihren Ponys. Der „Fritz-Hartmann-Gedächtnispreis“ ging an Gerhard Pickel aus Hirschbach.







