Neue Details zur Flucht der vier Straftäter: Klinik-Mitarbeiter mit Spiegelscherben bedroht

Von Isabel Metzger · 19. August 2024 um 15:53

Zwei Tage nach der Flucht von vier Straftätern aus dem Bezirkskrankenhaus Straubing sind neue Details bekannt geworden.

Der Ausbruch gelang den Männern am Samstagabend, nachdem sie einen Klinik-Mitarbeiter überwältigten, schlugen und ihn nicht nur – wie bislang angenommen – mit einem stumpfen Gegenstand, sondern auch mit Spiegelscherben bedrohten. Bei dem Angriff hätten die Straftäter „Dinge des Alltags, aber keine Waffen im eigentlichen Sinne“ verwendet, teilte am Montag die Sprecherin des Polizeipräsidiums Niederbayern, Kathrin Hiller, der Mediengruppe Bayern mit.

Bezirk Niederbayern: Mitarbeiter befand sich „in lebensbedrohlicher Lage“

Der Mitarbeiter habe sich in einer lebensbedrohlichen Lage befunden, ergänzte am Montag der Bezirk Niederbayern als Träger der Klinik in einer Pressemitteilung. Die vier als gefährlich eingestuften Männer, zwei Deutsche, ein Kosovare und ein Bosnier, hätten ankündigt, ihn zu töten, falls die Türen des Krankenhauses nicht geöffnet würden. Sie nahmen den Mitarbeiter demnach als Geisel und zwangen ihn, sich mit ihnen in den Bereich der Sicherheitsschleuse zu begeben. Dieser Bereich sei mit vier hintereinander geschalteten Sicherheitstüren verschlossen, erklärte dazu der Bezirk, so dass die Patienten zunächst keine Möglichkeit hatten, die forensische Klinik zu verlassen. Unter Zwang öffnete der Mitarbeiter schließlich die Türen.

Fahndungsfotos und weitere Infos zu den vier flüchtigen Straftätern finden Sie hier.

Fahndung nach entflohenen Straftätern ausgeweitet

Seither sind die Straftäter, die wegen Diebstahls- und Betäubungsmitteldelikten sowie Körperverletzung im Drogenmilieu verurteilt wurden und die sich zum Entzug in Straubing befanden, auf der Flucht. Die Ermittlungen der Kripo würden auf Hochtouren laufen, sagte Polizeisprecherin Hiller. Allerdings gebe es „keinen Durchbruch und auch keine Festnahme“.

Die Fahndung, die sich zunächst auf Straubing und Niederbayern konzentrierte, sei ausgeweitet worden. Es sei auch nicht auszuschließen, dass sich einer oder mehrere der Ausbrecher gar nicht mehr in Deutschland befinden. „Wir gehen jedem Hinweis nach und machen nicht an der Grenze Halt“, betonte Hiller. Es seien seit Samstagabend zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Der entscheidende sei jedoch bislang nicht dabei gewesen.

Haftbefehl erlassen

Gegen die vier Männer sei inzwischen Haftbefehl wegen Verdachts der Geiselnahme erlassen worden, sagte Hiller. Ob sie, wenn sie gefasst werden, dann in eine JVA oder zurück ins Bezirkskrankenhaus kommen, müsse juristisch geklärt werden.