Anti-Israel-Parole sorgte in Regensburg für Entsetzen: Nun wurde die Schmiererei übermalt

An einem Geschäftshaus in der Gesandtenstraße in Regensburg stand seit einigen Wochen in leuchtend roten Lettern „From the River to the See – Palestine will be free“. Am Wochenende haben Unbekannte der Schriftzug übermalt.
Seit dem Überfall der radikal-palästinensischen Hamas auf Israel im Oktober 2023 tauchen immer wieder Graffitis mit Bezug zum Krieg in der Altstadt auf. Ende Juli beschmierten Unbekannte besonders rund um den Neu-pfarrplatz Wände mit Parolen. Nun haben Unbekannte einen besonders markanten Schriftzug kurzerhand übermalt.
An einem Geschäftshaus in der Gesandtenstraße stand seit einigen Wochen in leuchtend roten Lettern „From the River to the See – Palestine will be free“. Also in etwa: Vom Meer bis zum Fluss: Palästina wird frei sein. Das Bundesinnenministerium wertet diese Parole als Leugnung des Existenzrechts Israel. Der Slogan sei ein Kennzeichen der terroristischen Palästinenserorganisation Hamas. Daher verbot die Behörde die Parole.
Kriminalpolizei ermittelt
Die Strafbarkeit wird in verschiedenen Bundesländern allerdings noch unterschiedlich beurteilt. In Regensburg ermittelt jedenfalls die Kriminalpolizei wegen der Schmierereien rund um den Neupfarrplatz, wie die Beamten der MZ bestätigten. Am Wochenende haben sich Unbekannte nun ein Herz gefasst und den Schriftzug mit weißer Farbe übermalt.
Auch die Neupfarrkirche hatte es Ende Juli erwischt. Dort steht – neben einigen anderen Graffitis ohne Bezug zum Hamas-Überfall − beispielsweise „Free Gaza“. Diese Schriftzüge wurden nicht übermalt. Thomas Koschnitzke, Pfarrer der evangelischen Kirche, zeigte sich Ende Juli auf MZ-Anfrage „entsetzt und wütend“. Zum einen über den Inhalt der Parolen, zum anderen aber auch darüber, dass seine Kirche „fortgesetzt und laufend Ziel von Schmierereien wird.“
Reaktion der Jüdischen Gemeinde
Auch bei der Jüdischen Gemeinde sorgten die Schmierereien für Entsetzen. Deren Vorsitzende Ilse Danziger wertete die Graffitis als antisemitisch. „Was wollen sie damit erreichen? Wer möchte nicht, dass Gaza frei ist und dass die Menschen überall auf der Welt in Frieden leben?“ Sie finde es schrecklich, dass Menschen ihre Parolen überall hinschreiben.
