Bald Sperrung für Laster? An der Kreisstraße SAD5 bei Schwandorf stockt der Ausbau

Die Kreisstraße SAD5 zwischen Naabsiegenhofen und Wiefelsdorf wird immer mehr zum Flickenteppich. Seit Jahren bemüht sich der Landkreis um einen Ausbau, doch die nötigen Grundstücke sind einfach nicht zu haben. Jetzt droht eine Sperrung für den Schwerlastverkehr.
Schon seit 2019 laufen die Planungen beim Landkreis, den Straßenzustand auf der wichtigen Verbindung von der Kreisstraße SAD3 über Naabsiegenhofen, Gögglbach und Naabeck Richtung Wiefelsdorf zu verbessern. Insgesamt soll die SAD5 auf einer Länge von 7,8 Kilometern ausgebaut werden, wie Landkreis-Sprecher Manuel Lischka auf Anfrage informierte. Ein erster Abschnitt von der Abzweigung kurz nach Ettmannsdorf Richtung Naabsiegenhofen wurde schon erledigt. Hier ist die Fahrbahndecke in einem Top-Zustand und ermöglicht eine zügige Fahrt.
Neue Asphaltdecke alleine reicht nicht
Der geplante zweite Abschnitt sollte sich nahtlos anschließen. Doch auf den folgenden knapp 1,9 Kilometern über Naabsiegenhofen bis kurz vor Gögglbach sind die Ausbaupläne schon seit einiger Zeit ins Stocken geraten. Grund ist laut Lischka die fehlende Bereitschaft der Eigentümer, Teile ihrer Grundstücke für die Sanierung abzugeben. Dass die Kreisstraße SAD5 nicht einfach nur eine neue Asphaltschicht bekommt, sondern grundlegend erneuert werden muss, haben nach den Worten des Landkreis-Sprechers Bodengutachter zwingend nahegelegt. Und so wurde „die vormals vorgesehene Oberbauverstärkung verworfen und durch einen bestandsorientierten Vollausbau mit Bodenverbesserung ersetzt“.
Damit ein Ausbau aber auch seinen Namen verdient und förderfähig ist, muss er einige Mindestanforderungen erfüllen, wie Lischka erläutert. „Da gibt es Vorschriften über die Straßen- und Bankettbreiten oder Kurvenradien“, so der Sprecher. Angesichts des Straßenzustands sei ein reiner Deckenbau „einfach nicht nachhaltig“. Kurz gesagt: Ein Ausbau braucht Platz, und den gibt es absehbar nicht.
Kurve bei Naabeck halbseitig gesperrt
Neues Ungemach droht dem Landkreis und den Autofahrern an einem weiteren Teilstück der SAD5. In Fahrtrichtung Wiefelsdorf haben sich, kurz nach Naabeck in der sogenannten Schwabkurve, auf der talseitigen Fahrspur große Risse und Absenkungen in der Fahrbahn gebildet; erste Risse tauchten außerdem auch in der anderen Fahrbahndecke auf. Die Straße wurde inzwischen von der Stadt im Auftrag des Landkreises auf gut zehn Metern halbseitig gesperrt. Aber das ist nur eine provisorische Maßnahme.
In der Sitzung des Kreisausschusses für Planung und Bau wurden kürzlich die Tiefbauer am Landratsamt Schwandorf einstimmig beauftragt, „weitere Planungsschritte für die dauerhafte Instandsetzung des Kreisstraßenabschnittes einzuleiten“. Die Umsetzung ist für nächstes Jahr geplant, die Mittel sollen in den Haushalt 2025 eingestellt werden.
Zu den vorbereitenden Maßnahmen gehören Erkundungsbohrungen bis in 15 Meter Tiefe und sogenannte Rammsondierungen im Bereich der Kurve, um besseren Aufschluss über die Bodenverhältnisse zu gewinnen, wie es bei der Sitzung hieß. Wie umfangreich die erforderliche Sanierung sein wird, hängt vom Ergebnis dieser und möglicher zusätzlicher Begutachtungen ab.
Risse müssen regelmäßig kontrolliert werden
Dass sich der gesamte Hang samt Böschung verabschiedet und es zu einem größeren Abbruch kommt, ist nach den bisherigen geologischen Untersuchungen vorerst ausgeschlossen. Bei Fortschreiten der Schäden seien aber „Durchfahrtsverbote aus Sicherheitsgründen“ denkbar, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Risse sollten auf jeden Fall in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.
Das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde prüft nach Angaben Lischkas zurzeit, ob auf dem Abschnitt der SAD5 zwischen Naabsiegenhofen und Naabeck ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr erlassen werden muss, „um die Substanz der Straße zu erhalten“. Der genaue Streckenabschnitt, der für eine Sperrung in Betracht kommen könnte, sei noch unklar. Hierzu müssten erst weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
Entlastung in der Nähe ist in Sicht
Immerhin: Entlastung für Anwohner und geplagte Autofahrer ist bei zwei anderen Baustellen im Einzugsbereich der SAD5 in Sicht. Bereits Ende August könnte die Kreisstraße zwischen Wiefelsdorf und Waltenhof wieder einspurig für den Verkehr freigegeben werden. Zurzeit ist sie wegen des Radwegebaus noch komplett gesperrt. Die beiden Naabbrücken bei Klardorf, die wegen der Generalsanierung noch nicht befahrbar sind, sollen laut Zeitplan Mitte September geöffnet werden.
