Astrid Weigl lebt für die Welt der Klänge: im Chor, als Kantorin in Berching und als Lehrerin

Von Barbara Blaser · 13. August 2024 um 11:00

Musik beflügelt, macht glücklich und ganz viel Spaß – Astrid Weigl kann davon ein Lied singen. Das Leben der gebürtigen Rappersdorferin wird von Musik bestimmt. Ihr Können stellt sie im Kirchenchor und solo als Kantorin in Berching unter Beweis. Doch das ist noch nicht alles.

Schon in der Grundschule sang Astrid Weigl bei Anni Vogt im Schulchor. Ihre ehemalige Lehrerin sah das Talent und hat sie als Engel für die Ölbergandacht vorgeschlagen. Nach ein paar Proben war sie bereit, den Engel zu singen. Das war ihr erster Soloauftritt. Der Kirche ist sie bis heute treu geblieben.

Bereits seit 30 Jahren bereichert sie mit ihrer Sopranstimme den Kirchenchor. Gefragt, warum sie sie als junges Mädchen ausgerechnet zum Kirchenchor ging, schmunzelt sie und meint: „Natürlich bin ich auch gerne auf Partys gegangen in meiner Jugendzeit. Das eine schließt ja das andere nicht aus: donnerstags zur Kirchenchorprobe und am Wochenende zu den Jugendveranstaltungen. Das Singen war aber schon immer mein größtes Hobby“.

Eine musikalische Familie

Auch ihr Bruder Peter ist sehr musikalisch und spielt in der Band „2’e.m“. Mittlerweile ist Astrid Weigl Realschullehrerin und wohnt in Lenting. Und trotzdem kommt sie zu den wöchentlichen Proben. Ihre Eltern und Freunde würden hier leben, so dass sie schon deswegen gerne komme, sagt sie. Dann seien da noch der engagierte und motivierende Regionalkantor Peter Hummel und die ausgeprägte Chorgemeinschaft, in die sie hineingewachsen sei.

„Musizieren in der Gemeinschaft ist etwas Lebendiges. Selbst wenn man ein Stück zum zehnten Mal musiziert, bleibt es spannend, wie sich der Klang entwickelt“, erklärt sie lächelnd. Dann hat Astrid Weigl auch den Mut aufgebracht, als Kantorin zu singen.

Einstieg als Kantorin in Berching

Sie berichtet, dass vor 24 Jahren Regionalkantor Helmut Lehner an sie herangetreten sei, mit der Frage, ob sie es machen würde. Nach zwei bis drei Übungsstunden habe er sie damals ins kalte Wasser geschmissen und gemeint:„Versuche es einfach!“

Während des Studiums in Regensburg hatte Astrid Weigl Gesangsunterricht als Pflichtfach und später bei der bekannten Sopranistin Gabriele Schmid, die schon als Sisi im Musical in Füssen auftrat. Leider kam dann Corona und der Unterricht endete.

Aber mittlerweile ist sie eine geübte und selbstbewusste Solosängerin. Die Gottesdienstbesucher lauschen andächtig, wenn Astrid Weigl die liturgischen Gebete musikalisch vorträgt.

„Wie eine Suppe ohne Salz“

Auch ihr Ehemann ist Kirchenmusiker, Organist und Musiklehrer. Wenn es passt, singt sie auch in der Gemeinde, wo ihr Ehemann die Gottesdienste musikalisch begleitet.

Kirchenmusik bedeutet für Astrid Weigl, das Kirchenjahr aktiv mitzugestalten und die Gemeinde mit Musik zu erfreuen, wenn sie sagt: „Ein Gottesdienst ohne Musik ist wie eine Suppe ohne Salz. Man kann sie essen, es fehlt aber der Genuss.“

Als Lehrerin an der Realschule in Manching unterrichtet sie neben Mathematik auch Musik. An der Schule ist sie sehr gefragt, denn sie wagt sich auch an ungewöhnliche Improvisationen.

Musik mit Autoschrott

So leitet sie zum Beispiel eine Rhythmusgruppe, bei der Alltagsgegenstände als Instrumente zum Einsatz kommen. „Im nächsten Schuljahr mit Autoschrott. Dabei haben wir keine Vorgaben, die Kinder können experimentieren und sind total begeistert“, verrät sie. Auch ein Vokalensemble mit mehrstimmigem Gesang wird von der versierten Pädagogin geleitet.

Weigl möchte sich nicht festlegen, wenn es um ihren privaten Musikgeschmack geht: „Eigentlich Querbeet von Jazz, Rock, Pop oder klassisch. Überall gibt es Lieblingsstücke, die mir gefallen“. Auch Konzerte besuche die Musikliebhaberin sehr gerne. „Ein Musik-Live-Erlebnis ist etwas ganz anderes.“

Instrument und Gesang als „Reißverschluss“

Sie selbst spielt als Instrument Klavier. Auf die Frage nach einem Lieblingskomponisten, sagt sie: „In Bezug auf Kirchenmusik und speziell Chormusik mag ich gerne Stücke von englischen Komponisten wie Chilcott und Rutter. Man kennt diese Musik von den royalen Hochzeiten aus England.“ Die ideale instrumentale Begleitung zum Gesang erklärt sie so: „Instrument und Gesang müssen sich perfekt ergänzen und zusammenfügen wie ein Reißverschluss. Sonst fehlen Gefühl und Stimmung und das Stück wirkt holprig.“ Wenn nach einem Gottesdienst spontan Applaus gespendet werde, freue sie sich und natürlich jeder, der beim Ensemble dabei sei.

Wenn dann noch ein bisschen Zeit übrig bleibt, dann geht Astrid Weigl gerne schwimmen, bastelt, backt Kuchen oder löst Rätsel und auch beim Schafkopf hat sie manchmal gute Karten. Aber ihre große Liebe ist die Musik.