Waldmünchen: Ein Vorgeschmack aufs Kathi-Buch von Schröpfer

Es war ein kleiner Vorgeschmack auf sein neues Buch über Kathi Schwab und den Oberst von Trenck, den Karlheinz Schröpfer der Bundestagsabgeordneten Martina Englhardt-Kopf anlässliches ihres Besuches gab. Die Abgeordnete war gekommen, um sich über Schröpfers Arbeit als Heimatforscher, sein umfangreiches Archiv und über sein neues Buchprojekt zu informieren.
Das Buch werde im nächsten Monat erscheinen, sagte Schröpfer. Es werde 300 Seiten haben und 100 Fotos. Der Preis werde bei 28,90 Euro liegen. Mehr konnte und wollte Schröpfer auf Bitten des Verlages aber noch nicht sagen. Das Buch werde im Rathaus in Waldmünchen vorgestellt. Vorworte hätten sowohl Landrat Franz Löffler, als auch der Chamer Bürgermeister Martin Stoiber geschrieben.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung 2024 hängt mit zwei Jubiläen zusammen. Vor 300 Jahren 1724 wurde Kathi Schwab geboren. Ein genaues Datum gibt es allerdings nicht. Und 2024 ist der 275. Todestag on Trenck, der am 4. Oktober 1749 verstarb.
Über viele Jahre habe er für das Buch geforscht, berichtete Karlheinz Schröpfer. Die Kernfrage sei für ihn immer gewesen: Was bewegt eine 18-Jährige, ihr vermeintlich sicheres Zuhause aufzugeben und mit einer „wilden Horde“ wie den Panduren mitzuziehen. Anders als es gemeinhin erzählt wird, sei die Kathi seiner Meinung nach nicht geraubt worden, sondern freiwillig mit den Panduren gezogen. In ihrem Elternhaus habe sie mit drei Stiefschwestern und einer Stiefmutter leben müssen. Das habe er anhand der Unterlagen der Stadt Cham Cham herausgefunden.
Nach zehn Jahren sei die Kathi in die Stadt Cham zurückgekehrt und habe im Biertorviertel mit der Hilfe ihres Vaters ein Wirtshaus eröffnet. Das habe anfangs darunter gelitten, dass die Kathi mit dem Feind mitgegangen sei. Mit der Zeit aber habe sich die Kathi zu einer in Cham angesehenen Frau entwickelt und war Patin bei Taufen und Firmungen, erzählt Schröpfer.
Das Buch werde auch eine Liste enthalten, die die Chamer Bürgerschaft ein Jahr nach dem Pandurenüberfall geschrieben habe, in der ihre Verluste aufgezählt waren. Dies habe letztlich zum Erlass der Steuern für die Stadt für 30 Jahre geführt. Fast sieben Monate habe er gebraucht, bis er diese Liste komplett entschlüsselt hatte. Schröpfer schimpfte herrlich über die „Sauklaue“ des damaligen Scheibers. Als Zugabe habe er damit die Namen aller alteingesessenen Chamer in ihrer ursprünglichen Schreibweise zusammengetragen.
„Allen Respekt“, entgegnete Martina Englhardt-Kopf. Sie freue sich auf die Veröffentlichung des Buches. Bevor sie das Archiv Schröpfers besichtigte, trug sie sich in das Gästebuch Schröpfers im Beisein von Sohn Thomas Schröpfer und von Edeltraud Igl ein.