Der irische Superstar Chris de Burgh macht Mittag im La Gondola in Regensburg

Von Heike Haala · 7. August 2024 um 17:00

Über Starbesuch von Weltrang an Tisch 3 freute sich in dieser Woche bereits Elena Glöckl. Die Stippvisite des Mannes, der mit dem Song „Lady in Red“ Erfolge feierte und gerade im Zuge seines Bühnenjubiläums von 50 Jahren auf Tour ist, war eine Überraschung.

Die 23-jährige Tochter des Dultfestwirts Alfred Glöckl hat nach dem Pächterwechsel im vergangenen Jahr die Federführung in dem Kultlokal übernommen und begrüßte am Montag den irischen Sänger Chris de Burgh als ihren Gast. Mittags seien zwei Männer in das Lokal gekommen, die drinnen sitzen wollten, erzählt Glöckl. Das sei bei dem herrlichen Sommerwetter das einzig Auffällige an de Burgh und einem Mann aus seiner Band gewesen, der ihn begleitete.

„Es gab keine Reservierung. Er hatte uns im Internet gefunden und ist einfach so gekommen. Das freut uns am allermeisten“, berichtet die Frau. Zunächst sei deswegen auch gar nicht klar gewesen, wer hier gerade Platz genommen hat. Eine Mitarbeiterin habe den Star dann aber erkannt.

Widmung für den Kellner

Glöckl und ihre Kollegen beschlossen, den 75-Jährigen nicht anzusprechen. „Wir wollten ihn in Ruhe essen lassen“, erklärt die Gastronomin. Die Gäste orderten eine Pizza Diavola, Insalata Pollo, Orecchiette all‘arrabbiata und einen Insalata mista. Dazu habe es San Pellegrino, den Rosé Hauswein und eine Cola Zero gegeben. Nach dem Mittagessen habe de Burgh Kellner Alfredo Scafidi um einen Teller und einen Filzstift gebeten. „Thank you for a wonderful lunch!! I will return... Best wishes, Chris de Burgh“, kritzelte der prominente Gast auf das weiße Porzellan und gab sich mit den dem Kellner gewidmeten Zeilen selbst zu erkennen.

Durch diese Worte des Danks und der damit verbundenen Ankündigung eines weiteren Besuchs im La Gondola war das Eis gebrochen. Glöckl und ihre Mitarbeiter schossen Selfies mit dem Superstar, auch eine Unterhaltung entspann sich. „Er war nett und charmant“, sagt sie. Von Scafidi habe sie die Rückmeldung bekommen, dass de Burgh ein sehr ruhiger, angenehmer und freundlicher Gast gewesen sei, der viel gelacht habe.

De Burgh habe Glöckl von seiner Tochter erzählt, die bereits den Miss-World-Titel holte. Er komme öfter an Regensburg vorbei und sei auch schon einmal durch die Altstadt geschlendert, habe der Sänger im La Gondola berichtet. Zu dem Besuch in dieser Woche sei es laut Glöckl wegen de Burghs aktueller Tournee gekommen. Am Sonntag hatte er ein Konzert im sächsischen Bad Elster gegeben. Am Dienstagabend spielte er in Burghausen. Die kürzeste Route zwischen diesen beiden Orten führt direkt an Regensburg vorbei.

Glöckl habe dem Sänger wiederum erzählt, dass sie und ihre Familie auch noch ein weiteres Lokal im Donaueinkaufszentrum betreiben und das Festzelt auf der Dult. „Das ist die kleine Wiesn aus Regensburg, habe ich ihm erklärt“, erinnert sich die Frau.

Schließlich habe sich Glöckl ein Herz gefasst. Ihr seien die Partys in den Sinn gekommen, die im La Gondola regelmäßig steigen und bei denen auch immer Musiker auftreten. „Ich habe ihn gefragt, ob ich ihn in unsere Künstlerkartei aufnehmen darf“, erzählt Glöckl, die nun auf spendable Gäste hofft. Denn de Burgh habe sich zwar darauf eingelassen, in diesem Zug aber auch betont, dass er nicht ganz preiswert sei.

Bekanntester Gast im Lokal

Den Teller durfte Kellner Scafidi nach dem knapp zweistündigen Besuch mit nach Hause nehmen. Er ist nicht der einzige, der in den vergangenen Tagen Porzellan von dem Sänger signiert bekam. Die Freie Presse aus Sachsen berichtet, dass de Burgh nach seinem Konzert am Sonntag in Bad Elster in einem Lokal einkehrte, wo er wie in Regensburg Grüße mit schwarzem Filzstift auf einem Teller hinterließ. In dem Artikel ist auch die Rede davon, dass es nicht das erste Mal war, dass de Burgh im Goldenen Anker einkehrte.

Glöckl hat sich inzwischen mit dem musikalischen Werk des Sängers auseinandergesetzt. „Bis Montag kannte ich nur drei oder vier Lieder von ihm, jetzt kenne ich alle“, sagt sie. Außerdem hat sie die Fotos von dem Besuch gepostet, die inzwischen viel Resonanz bekommen haben. Ihr Vater erfuhr erst über diesen Beitrag von dem Ereignis. Alfred Glöckl sagt, durchaus schon bekannte Kollegen, Sterneköche und Regensburger Unternehmer bewirtet zu haben, einen Star von derart internationaler Bedeutung wie den am Montag allerdings noch nie.

An diesem Platz im La Gondola saß und aß Chris de Burgh.
Chris de Burgh signierte einen Teller. Fotos: Haala/Glöckl