Unterschiedliche Meinungen in Pösinger Ortsteil: Soll es in Langwald weitere Häuser geben?

Soll im Pösinger Ortsteil Langwald eine weitere Bebauung möglich sein, und wenn ja, in welcher Form? Diese Frage wurde bei einer Haus- und Grundstückseigentümerversammlung im Bürgerhaus thematisiert.
Auch wenn nicht alle Teilnehmer einer Meinung waren, sprach sich doch der Großteil dafür aus, dass neue Häuser möglich sein sollten – im Rahmen von Ausnahmen des bestehenden Bebauungsplans.
Neben Bürgermeister Michael Reith nahmen auch vier Gemeinderäte sowie Lars Peters von der Verwaltungsgemeinschaft Stamsried-Pösing an der Versammlung teil, wie Johann Wozelka, Vorstandsmitglied der Siedlungsgemeinschaft Langwald, berichtet.
Im Vorfeld hätten unter anderem ein gerodetes Baufeld sowie unbebaute Parzellen zu Unsicherheit bei den Bewohnern geführt.
Eingangs der Veranstaltung habe Reith einen kurzen Überblick über die bestehende Problematik einer weiteren Bebauung im Ortsteil hinsichtlich des rechtsgültigen Bebauungsplans „Langwald I“ von 1998 gegeben, so Wozelka. In diesem befänden sich viele nicht mehr zeitgemäße Regelungen, die eine Bebauung durch private Interessenten für Eigenheime oder Investoren für Mietswohnungen schwierig machten.
Bebauungsplan soll bleiben
Laut Wozelka sei Bauinteressierten erklärt worden, dass durchaus die Möglichkeit bestehe, vom Bebauungsplan durch ein sogenanntes Deckblatt-Ausnahmeverfahren abzuweichen, soweit dies die Zustimmung von Gemeinde, Bauamt und Nachbarn finde. Mögliche Abweichungen wären etwa die Änderung der Firstrichtung (wegen Südausrichtung für Photovoltaikanlagen), Erweiterung der Wohneinheiten und Doppelhäuser (aus Wirtschaftlichkeitsgründen), individuelle Dachgestaltungen sowie mehr Freiraum für Einfriedungen und Bepflanzungen. Solche Ausnahmen seien auch in den letzten Jahren in Langwald und auch Pösing des Öfteren gewährt worden.
Es kam bei der Versammlung auch eine eventuelle Aufhebung des Bebauungsplans ins Gespräch, die aber von den Langwalder Haus- und Grundbesitzern mehrheitlich abgelehnt wurde, weil dadurch Bauwildwuchs (etwa hohe Häuser) oder dem Stellplatzproblem für die Autos von Anliegern Vorschub geleistet werde und man sich dann auch nicht mehr auf den Bebauungsplan berufen könne. Alternativ könnte ein neuer Bebauungsplan erstellt werden, welcher der Zeit angepasst ist, allerdings wäre dies für die Gemeinde mit hohen Kosten verbunden.
„Vertretbare Ausnahmen“
Das Fazit der Versammlung, bei der etwa ein Drittel der Haus- und Grundbesitzer anwesend war, ist, dass diese eine weitere Bebauung Langwalds gemäß des Bebauungsplans mit „vertretbaren Ausnahmen“ unterstützten, so Johann Wozelka.
Ein weiteres Drittel der Eigentümer stehe einer weiteren Bebauung ebenfalls positiv gegenüber, die anderen hätten sich dazu noch nicht geäußert.
Drei Haus- und Baugrundeigentümer hätten sich bei der Versammlung aus unterschiedlichen Gründen strikt gegen eine weitere Bebauung innerhalb ihres Grundbesitzes ausgesprochen.
Die Langwalder Haus- und Grundstückseigentümerversammlung warte nun ab, wie die nächsten Schritte der Kommune aussehen, informiert Wozelka.
Das sagt der Bürgermeister
Zuerst Meinungen der Bürger gehört: Pösings Bürgermeister Michael Reith berichtet, der Sinn der Haus- und Grundstückseigentümerversammlung in Langwald sei gewesen, zuerst die Meinungen der betroffenen Bürger zu hören.
Gemeinderäte werden nichtöffentlich in Sitzung informiert: Als nächstes werde es für die Pösinger Gemeinderäte einen aktuellen Sachstandsbericht im nichtöffentlichen Teil der nächsten Sitzung geben, kündigt Reith an.
Bisher keine Entscheidung gefallen: Der Bürgermeister betont, dass bisher keine Entscheidung gefallen sei, auch nicht darüber, ob ein neuer Bebauungsplan erstellt werden soll.