Sexualdelikt in Regensburg: Führt DNA zum Täter mit der Totenkopfmaske?

Von André Baumgarten · 6. August 2024 um 10:00

Tatort Frankenstraße: Nach dem sexuellem Übergriff auf eine 19-Jährige ermittelt die Kripo in Regensburg weiter auf Hochtouren. Die Ermittler konnte einen genetischen Fingerabdruck sichern – der und Videos führten in einem anderen Fall zur Verurteilung.

Über ein gekipptes Fenster dringt ein Mann ins Schlafzimmer einer jungen Regensburgerin ein, um sich an ihr zu vergehen. Der Fall in der Frankenstraße, wo Anfang Juni eine 19-Jährige zum Opfer wurde, beschäftigt die Ermittler bis heute intensiv. Der Mann, der sein Gesicht hinter einer Totenkopfmaske verbarg, ist auch zwei Monate später noch nicht gefasst – er hinterließ allerdings eindeutige Spuren am Tatort. Die Ermittler halten sich zu Details aktuell sehr bedeckt.

Was einer jungen Frau in der Nacht zum 7. Juni mitten in Regensburg zustieß, ist ein wahrer Albtraum: Gegen 3 Uhr in der Früh stieg der Unbekannte in die Wohnung ein, gelangte direkt ins Schlafzimmer. Dieses ist nach MZ-Recherchen relativ gut über einen außenliegenden Flur in der Wohnanlage zugänglich. Dort setzte der Mann zu einem sexuellen Übergriff auf die Frau an, ließ dann aber abrupt wieder von ihr ab und verließ ihre Wohnung. Der Täter war nicht unvorbereitet: Er trug eine halb über das Gesicht gezogene schwarze Maske, auch Buff oder Schlauchschal genannt, mit einem hellem Totenkopf-Aufdruck. Zudem hatte er Handschuhe an – wohl, um so wenige Spuren wie nur möglich zu hinterlassen.

Nach Vergewaltigungsversuch: Umfeld überprüft

Das Opfer vertraute sich wenig später ihrer Mitbewohnerin an und die beiden verständigten die Polizei. Trotz sofortiger Fahndung konnte kein Tatverdächtiger gefasst werden. Danach übernahmen Ermittler vom zuständigen Kommissariat 1 der Kripo in Regensburg den Fall. Sie gingen nach ersten Überprüfungen im Umfeld der 19-Jährigen auch mit einer Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit. Auf den Aufruf bekam die Polizei einige Hinweise, ein richtig heißer Tipp aber war nicht dabei. „Wir ermitteln weiterhin gegen Unbekannt“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher. Hintergründe könne man aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen, hieß es weiter.

Übergriff nahe der Polizei – Täter ist verurteilt

Fakt ist: Am Tatort konnten Ermittler fremde DNA-Spuren eines Mannes sichern. Und diese könnten den Tatnachweis erbringen, wenn ein Verdächtiger ausgemacht wurde – so, wie bei einem sexuellen Übergriff Ende November 2023. Ein zunächst Unbekannter hatte damals eine 34-Jährige belästigt und versucht, sie ins Gebüsch zu zerren. Weil sich die Frau so massiv wehrte, ließ er von ihr ab und flüchtete – Mitte Februar klickten dann bei einem Tunesier die Handschellen. Seine DNA und die Aufnahmen einer Überwachungskamera hatten einen 20-Jährigen überführt.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Mit Baum kollidiert: Frau (64) bei Unfall nahe Kallmünz schwer verletzt

Just an dem Tag, an dem es in der Frankenstraße zu dem neuerlichen Vorfall kam, verurteilte das Amtsgericht ihn zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Die Vollstreckung der Strafe ist bereits angelaufen.

Der Täter mit der Totenkopfmaske ist dagegen noch immer auf freien Fuß. Er war dunkel gekleidet, trug die schwarze Maske mit einem hellen Aufdruck in Form eines Totenkopfes und hatte eine Tasche bei sich. Zeugen, denen in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni nahe der Frankenstraße, Ecke Drehergasse in Regensburg ein männlicher Verdächtiger auffiel, sollen sich unter Tel. (0941)5062888 bei der Kriminalpolizei melden.