Nach 20 Monaten: Rad-Schnellweg im Regensburger Osten bald wieder frei

Mehr als eineinhalb Jahre war die attraktive Radweg-Verbindung in den Stadtosten von Regensburg unterbrochen. Jetzt teilt Agilis mit, dass die Wiederfreigabe bevorsteht.
So unterschiedlich Autofahrer und Radler im Stadtverkehr auch ticken mögen, einen gemeinsamen Feind haben sie dennoch. Der heißt „Baustelle“ und kostet sowohl hinterm Steuer als auch auf dem Sattel Zeit und Nerven. Ein besonders langwieriges Exemplar neigt sich nun dem Ende zu: Der seit Anfang 2023 gesperrte Radweg zwischen Safferlingsteg und Candis-Viertel wird in Kürze wieder benutzbar sein. Dies teilt Agilis mit.
Das in Regensburg sitzende Eisenbahnunternehmen muss es wissen, denn seine Expansion ist für die Baustelle verantwortlich. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember weitet Agilis sein regionales Streckennetz bis nach Nürnberg sowie zum Münchner Flughafen aus und setzt zu diesem Zweck neue, längere Züge vom Typ Siemens Mireo ein.
„Quasi eine Punktlandung“
Um für diesen Zuwachs auch die notwendige Werkstatt-Infrastruktur vorhalten zu können, musste Agilis seine bestehende, zwischen den Gleisanlagen und der alten Rewag-Zentrale liegende Betriebshalle ausbauen. Damit der Baustellenverkehr ungehindert von der Greflingerstraße zum Agilis-Gelände und wieder zurück fließen konnte, musste der Radweg unterbrochen werden.
An den beiden Endpunkten dieser Sperrung informierte das Eisenbahn-Unternehmen von Anfang an umfassend mit großen Transparenten über die Maßnahme und bat um Verständnis. Als Termin für die Fertigstellung wurde „voraussichtlich Juli 2024“ angegeben.
Diese Prognose griff der Regensburger Josef Gantner am 30. Juli auf: „Seit 1,5 Jahren freue ich mich auf die für diesen Juli angekündigte und ersehnte Wiedereröffnung“, schrieb er an Agilis und fragte, wann es denn nun tatsächlich so weit sei. „1,5 Jahre Umweg sind ja auch mal genug und ich bin mir sicher, dass Sie Ihre geplanten Arbeiten fristgerecht abschließen konnten“, so Gantner weiter.
„Quasi Punktlandung“
Der im letzten Satz geäußerte Optimismus wurde im Antwortschreiben (liegt der MZ vor) vollauf bestätigt: „Wie Sie sicher beobachten konnten, ist unsere sehr komplizierte Baustelle ,unter dem rollenden Rad‘ sehr gut vorangekommen und wir stehen kurz vor dem Abschluss, was quasi einer Punktlandung gegenüber der ursprünglichen Planung entsprechen würde“, teilt Agilis mit.
Noch im August sei – in Abstimmung mit der Stadt – mit der Wiedereröffnung des Radwegs zu rechnen, lautet die frohe Kunde im 20. Monat der Sperrung. Nach langer Zeit wird die Express-Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Stadtosten also in Kürze wieder durchgehend befahrbar sein.
Vom Hauptbahnhof führt diese über die als Fahrradstraßen ausgewiesenen Abschnitte Hemauerstraße und Blumenstraße sowie den aktuell noch gesperrten Weg beim Candis-Viertel bis zum dortigen Rewe-Center.
Zweite Sperre im Frühjahr
Dank weitestgehender Kreuzungsfreiheit brauchen sportliche Radler für diese Strecke nicht wesentlich länger als fünf Minuten und sind damit oft schneller als mit dem Auto.
In diesem Frühjahr war die Verbindung noch an einer zweiten Stelle unterbrochen, weil die Bahn die Überführung der Landshuter Straße erneuerte. Diese Maßnahme zog sich über acht Wochen hin. „Radler beschweren sich zu wenig“, kommentierte Wolfgang Bogie vom Verkehrsclub Deutschland damals den Umstand, dass Regensburgs Pedalritter diese lange Zeit der Umleitungen klaglos hingenommen hatten.
Auch Josef Gantner will sich im Nachhinein nicht darüber beklagen, dass die Strecke beim Candis-Viertel mehr als eineinhalb Jahre nicht zur Verfügung stand: „Ich bin einfach nur froh, wenn der Radweg wieder offen ist“, sagt er.
