Brücke in Regensburg seit vier Wochen gesperrt: „Radler beschweren sich zu wenig“

Von Rainer Wendl · 10. April 2024 um 19:00

Fahrradstraßen und ein Hauptradroutennetz sollen die Verkehrswende in Regensburg forcieren. Schon seit vier Wochen hakt es allerdings an einer wichtigen Stelle.

Am Dienstag hat das Thema auch den Stadtrat erreicht: In der abschließenden Fragerunde der Sitzung des Planungsausschusses wollte Hans Teufl (Grüne) wissen, was es mit der Sperrung der Fußgänger- und Radbrücke über die Landshuter Straße auf sich hat. Seit mittlerweile mehr als vier Wochen ist der Übergang wegen Bauarbeiten nicht passierbar, genaue Informationen über den genauen Grund und die Dauer der Maßnahme lagen bislang nicht vor.

Tiefbauamt-Chef Michael Köstlinger konnte in der Sitzung ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Er führte aus, dass es sich um eine Baustelle der Deutschen Bahn handle, konkret gehe es um die Errichtung von Lärmschutzwänden. Die städtische Pressestelle reichte am Mittwoch auf MZ-Nachfrage nach, dass auch an der Erneuerung von Torsionsbalken gearbeitet werde.

Stadt hat keinen Zugriff auf Bahn-Brücke

Nicht nur Teufl wundert sich über die „relativ spontan“ und „ohne größere Ankündigung“ erfolgte Sperrung. Auch Wolfgang Bogie, Kreisvorsitzender vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), sagt: „Ich habe nicht mitbekommen, dass das vorab kommuniziert worden wäre. Ich finde es unglaublich, wie lange das schon dauert.“

Das eigentliche Problem sieht er jedoch in einem anderen Punkt: „Die Brücke ist als Verbindung zwischen den Fahrradstraßen Hemauerstraße und Bienenheimweg/Blumenstraße Bestandteil einer wichtigen Hauptradroute zwischen dem Zentrum und dem Stadtosten. Die Stadt kann aber nicht darüber verfügen, weil die Brücke der Bahn gehört.“

Dass es bislang keinerlei Kenntnisse über die Dauer der Sperre gegeben hat, bezeichnet der VCD-Mann als „symptomatisch“ für die Prioritätensetzung im Verkehr. Ein aktuelles Beispiel scheint ihn zu bestätigen: Über eine an diesem Wochenende anstehende Teilsperrung der für Autos befahrbaren Lappersdorfer Straße gab es vorab umfassende Informationen. „Radler beschweren sich zu wenig“, folgert Bogie.

Baustelle soll am 19. April fertig sein

Dieser Annahme widersprach Köstlinger in der Planungsausschuss-Sitzung jedoch. Er berichtete, dass durchaus Beschwerden im Tiefbauamt aufliefen. Was die Dauer der Sperre anbelangt, ist Land in Sicht: Laut städtischer Pressestelle soll die Baustelle bis 19. April abgeschlossen sein, eine Verlängerung ist bislang nicht beantragt.