Verzögerung: Ab September wird an der Bundesstraße 85 bei Miltach wieder gebaut

Erst im vergangenen Jahr hatte das Staatliche Bauamt in Regensburg die unfallträchtige Abzweigung an der Bundesstraße 85 nach Miltach (Landkreis Cham) baulich durch einen Kreisverkehr entschärft und gleichzeitig angekündigt, dass im Sommer dieses Jahres in Richtung Miltach an der Straße – oder besser: den Brücken – weitergebaut werden sollte. Nun ist klar, dass die Arbeiten erst im Herbst beginnen werden.
Rainer Kosowski ist Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau beim Staatlichen Bauamt in Regensburg und weiß, warum sich die Maßnahme um ein paar Wochen verzögern wird. Nicht nur, dass sich die Firmen aktuell in den üblichen „Bauferien“ befinden; Auch die Auftragslage bei den Firmen habe dazu geführt, dass wohl erst in rund einem Monat der Spatenstich für die nächsten Arbeiten werden beginnen können.
Drei Bauwerke erneuern
Die haben es durchaus in sich: Im Zuge der Bestandserhaltung sollen in den kommenden Jahren einige Brücken der B85 bei Miltach erneuert werden, sagt er. Betroffen davon seien die Brücke über den Klinglbach, die Brücke über den Geh- und Radweg beim Bauhof und die Brücke über den Schnabelbach bei Dietershof. „Die beiden Brücken über den Klinglbach und beim Bauhof wurden 1938 errichtet, die Brücke über den Schnabelbach bereits 1900. Aufgrund ihres hohen Alters und den damit einhergehenden Schadensbildern sind alle drei Brücken zu erneuern“, sagt Kosowski.
Begonnen werde noch in diesem Jahr – aber eben erst ab September – mit den vorbereitenden Arbeiten zur Erneuerung der Brücke über den Klinglbach bei Oberndorf. Hierfür werde es erst einmal erforderlich, eine Behelfsumfahrung zur Aufrechterhaltung des Verkehrs für die Dauer der Bauzeit herzustellen, damit der Verkehr während der Bauarbeiten weitestgehend ungehindert fließen könne.
In einem ersten Schritt werde hierfür der Straßendamm für die Umfahrung aufgeschüttet. Die Umfahrung werde östlich der B85 angelegt und überspanne den Klinglbach mithilfe einer Behelfsbrücke. „Die Herstellung der für die Behelfsbrücke erforderlichen Gründungen wird ebenfalls im Zuge dieser Arbeiten erfolgen. Die provisorische Brücke selbst sowie die Asphaltierungsarbeiten der Umfahrung sind nicht Teil der vorbereitenden Arbeiten und werden erst 2025 folgen“, erklärt Kosowski. Ziel der vorbereitenden Arbeiten sei es, die im Bereich der Umfahrung zu erwartenden Baugrundsetzungen über eine Wintersaison wirken zu lassen, um das Setzungsrisiko für die Bauzeit der Brücke zu minimieren.
Im Frühjahr 2025 beginne der „eigentliche Neubau“ der Klinglbachbrücke. Hierbei würden zunächst die Behelfsumfahrung mit der Behelfsbrücke fertiggestellt. Nach Fertigstellung der Behelfsumfahrung könne dann der Abbruch der bestehenden Brücke mit dem daran anschließenden Neubau erfolgen. Im Zuge der Maßnahme würden neben dem Brückenneubau auch die Einmündung der Staatsstraße 2140 in die B85 bei Oberndorf umgebaut. Die bleibe grundsätzlich als Einmündung bestehen, werde aber an die aktuellen Richtlinien angepasst.
Weiterhin werde ein Geh- und Radweg von der Kreuzung Oberndorf bis zur Eismannsberger Straße angebaut, der auch über die neue Brücke führen werde, wodurch eine Lücke im regionalen Radwegenetz geschlossen werde. Vorbehaltlich der Witterung sei geplant die Bauarbeiten an der neuen Brücke bis Ende des Jahres 2025 abzuschließen.
2,9 Millionen Euro Kosten
Die weiteren Brücken beim Bauhof und bei Dietershof sollen erst in den Folgejahren erneuert werden. Die Planungen hierfür seien bereits im Gange, „jedoch noch nicht so konkret, dass wir hier schon Aussagen zur Reihenfolge machen können“, sagt Kosowski
Für den Ersatzneubau der Klinglbachbrücke mit Behelfsumfahrung und Umbau der Kreuzung Oberndorf gehe das Straßenbauamt übrigens von Gesamtkosten in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro aus.
Der Kreisverkehr
Bauzeit: Erst im vergangenen Jahr war innerhalb von zwei Monaten an der Einfahrt nach Miltach ein Kreisverkehr auf der B85 entstanden.
Maße: 40 Meter Durchmesser hat der Kreisverkehr, rund 1500 Quadratmeter Fläche mussten angekauft werden.
Kosten: Rund 750 000 Euro hat der Kreisverkehr gekostet – mehr als eine Ampelanlage, für die allerdings regelmäßige Wartungs- und Unterhaltskosten angefallen wären – außerdem war von den Miltachern selbst ein Kreisverkehr favorisiert worden.
Verkehr: Täglich wurden insgesamt rund 13 000 Fahrzeuge an der Stelle gezählt: Gut 5000 fahren Richtung Viechtach über die Schnittstelle der Staatsstraße durch Miltach und die Bundesstraße, rund 4500 durch den Ort und etwa 3000 Richtung Chamerau.