Drachenstich-Premiere: Großartig aufgelegte Spieler begeistern das Publikum in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 3. August 2024 um 19:00

Großartig, es sei verziehen, dass dieses Wort in Bezug auf die Drachenstich-Premiere 2024 – wenn auch verdient – häufiger Erwähnung finden wird.

Was braucht es grundsätzlich für eine rundherum gelungene Premiere? Erst einmal eine laue Sommernacht. Voilà, allen Prognosen zum Trotz, stellte sich wieder einmal heraus, dass Petrus ein Further ist. Auf den Rängen in der Arena und in Cafés, Restaurants und Bars auf dem Stadtplatz füllten sich die Plätze zusehends. Großartig.

Ausdrucksstark und keck

Die Premierenbesetzung, in diesem Jahr das Ensemble „grün“ um Sandro Bauer als Peter von Chamerau, Florian Fischer (Pater Willibald), Sandro Ziesler (Sattelbogner), Reinhold Kerner (Kardinal), Patrick Schönberger (Sekretarius), Alexander Pongratz (Jan), Karl-Heinz Haimerl (Michael), Florian Fuchsbüchler (Raphael), Elisabeth Schmatz und Lisa Korherr (Prophetinnen), Tina Pohmer (Zeuglerin), Manfred Gruber (Koloman) und viele andere. Großartig, man vergisst ab der ersten Minute , dass es sich um eine Laientruppe handelt. Jeder für sich ausdrucksstark und fesselnd.

Die Ritterin Eva Baier versprüht zu Beginn im Widerstreit mit ihrem Onkel einen kecken Witz, der zu manchem Lacher animiert. Sie stellt eine selbstbewusste junge Frau dar, die Gericht in der Schranne ebenso gut halten kann, wie den Querköpfen in den eigenen Reihen die Stirn bieten. So bietet sie den vor den Kriegsgräuel fliehenden Schutz. Als die Ritterin im Verlauf des Abends die bittere Erkenntnis trifft, dass nur ihr Opfermut ihre Untertanen retten kann, wechselt sie überzeugend ins dramatische Fach. Großartig!

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Ludwig Fleischmann trägt eine Verantwortung, die in zweifacher Hinsicht schwer wiegt. Nicht nur, weil er als Ritter Udo den Drachen besiegen muss, um seine Angebetete und alle Menschen im Further Grenzgebiet zu retten, sondern auch noch aus einem anderen Grund: Wenn er versagt und den Speer nicht in den Rachen des Drachen trifft, dann bleibt das Stück an diesem Abend unvollkommen. Doch, wie schon in den Proben davor auch, gelingt der Husarenritt und unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer vollendet der heißblütige Ritter sein Werk. Ebenso großartig, diesen Mut aufzubringen und Ross und Lanze so im Griff zu haben.

Vor Urzeiten bekämpften sich die Menschen wegen der Vorherrschaft über das Feuer. Später und bis heute sind es häufig die Religionen, die die Menschheit ins Verderben stürzen. Das war zu Zeiten Richard Löwenherz so, als er im Rahmen seiner Kreuzzüge versuchte, das Heilige Land zu erobern, das war 1431 bei der Schlacht bei Taus so und das ist mit Blick auf die Situation im Nahen Osten bis heute so.

„Ich will, dass es drei Religionen gibt“, soll der eine Gott an den die monotheistischen Religionen, Christentum, Judentum und Islam gleichermaßen glauben, gesagt haben. Sie sollen sich messen im Streit um das Gute. Eine großartige Vorstellung, die Regisseur Alexander Etzel-Ragusa in seinem Stück ebenso großartig umsetzt. Die Veränderung, Saladin nicht von oben herab auf Löwenherz herabschauen zu lassen, sondern sich mit ihm auf eine Ebene zu begeben, hat dem Anliegen noch einmal mehr Wirkung verliehen.Dann ein Bravo an die Technik, vor allem an die Drachenmannschaft. Selbst wenn, wie am Premierenabend, der Drache ausgerechnet vor dem Schlussakkord einen Stopp einlegt und es quälende Augenblicke dauert, ehe er sich wieder in Bewegung setzt, die Männer bleiben cool und bringen ihn wieder in Gang. Großartig. Apropos Technik, damit haben auch die Spieler manches Mal zu kämpfen. Wenn beim Chamerauer das Mikro ausfällt und er scheinbar ungerührt weiterspielt, bis er den Fehler selbst behoben hat oder wenn das Heer gegen besagten stillstehenden Drachen einfach weitermacht, dann ist das ein Zeichen höchster Professionalität.

Das Publikum jubelt

All das hat auch das großartige Publikum goutiert, das eifrige Szenen- und einen langanhaltenden Schlussapplaus gab. Eine Premiere, die Lust auf mehr gemacht hat.

Das glückliche Ritterpaar bei der Bühnenfeier nach der Premierenvorstellung. Fotos: Frimberger
Den verdienten Jubel gab es nach der Aufführung.
Mit den Hauptdarstellern der Agnes-Bernauer-Festspiele.
Der Spielrachen sorgt immer für Heiterkeit
Kampf gehört zum schweren Alltag.
Der Chamerauer setzt sich zur Wehr.
Der Drache ist gar nicht gut auf die Menschen zu sprechen.
Der Sekretarius will den Krieg.
Das ist aber nicht die Bulle des Papstes.
Das Volk leidet unter dem Kriegstreiben.
Alle Mann stillgestanden
Der Drache schenkt den Menschen das Feuer.
Der Weltuntergang wird mehrfach prophezeit.
Mit der Lanze hat Ritter Udo in den Rachen des Drachen getroffen.
Ritter Udo hat den Lindwurm endgültig besiegt.
Wütend spuckt der Drache Feuer, doch es wird im nicht mehr helfen.
Der Kampf ist noch nicht beendet aber der Drache wird fallen.
Das hat gesessen. Aus vollem Galopp wird der Drache getroffen.
Ritter Udo will gegen den Drache kämpfen, auch gegen den Willen seiner Ritterin.
Die Ritterin will sich dem Drache opfern.
Ein- und Durchmarsch der Herzöge.
Die Tafel soll die Herzöge erfreuen.
Die Pferdegespanne sind durchweg beeindruckend.
Die Hofdamen aus Straubing begleiten den Chamerauer.
Die Ritterin setzt sich für die Vertriebenen ein.
Die Vertriebenen haben alles verloren und suchen Schutz im Schloss.
Jeden Tag muss ein Kind dem Drache geopfert werden.
In der Frühzeit begannen die Menschen sich zu bekriegen.
Das Feuer führte zum Streit unter den Menschen.
Der Drache schenkt den Menschen das Feuer.