BBW bekommt neuen Leiter: „Knotenlöser“ Krug wurde feierlich verabschiedet

Dynamisch, kreativ und ideenreich, dabei die jungen Menschen im Blick: BBW-Leiter Walter Krug geht in den Ruhestand und wurde nun mit einer Feier und vielen Weggefährten in Abensberg verabschiedet.
Im Leben, aber auch in der Arbeit mit jungen Erwachsenen mit schwierigen Voraussetzungen gilt es, viele Knoten zu lösen. Walter Krug ist ein Knotenlöser. Das zumindest bescheinigten ihm sowohl Domkapitular Michael Dreßel, der Vorsitzende der Katholischen Jugendfürsorge (KJF), beim feierlichen Festgottesdienst, als auch KJF-Direktor Michael Eibl in seiner ausführlichen Laudatio.
Viele Weggefährten von Walter Krug waren am Mittwochnachmittag nach Abensberg gekommen, um sich feierlich von Krug zu verabschieden, zu plaudern und gemeinsam zu essen. Krug hatte fast 20 Jahre lang als Gesamtleiter die Geschicke des BBW maßgeblich gestaltet.
Die etwas ungewöhnliche Mariendarstellung in der Kirche des BBW, die bewusst auf die klassische Vorstellung der Maria verzichtet, nahm Dreßel zum Anlass für seine Predigt: Maria sei eine Knotenlöserin und genauso begegne die Katholische Jugendfürsorge den Jugendlichen, deren Leben „verknotet“ ist. „Knoten lösen, das tut die KJF, dafür bedarf es Vertrauen. Dafür darf ich als Vorsitzender Ihnen Danke sagen“, richtete er das Wort an Krug, „Sie haben Knoten gelöst“. Die anschließende Laudatio, zu der sich auch Gäste aus der Politik und der Wirtschaft einfanden, spickte Eibl auch mit Anekdoten und ließ nicht nur Krugs beruflichen Weg Revue passieren, der ihn übers Psychologiestudium und übers Kinderheim Sankt Vincent schließlich ins BBW führte. Er lobte auch dessen tatkräftigen Entscheidungen und seine Vorbildfunktion als Führungskraft. „Du bist ein Kollege, der diese Grundsätze immer gelebt hat“. Viele Handlungsleitfäden hätte Krug mitentwickelt und auch immer wieder auch selbstkritisch auf die Einrichtungen geschaut.
Dabei sei er oft auch ungewöhnliche Wege gegangen. Sich ganz auf junge Menschen einzulassen, um die wieder auf die Spur zu bringen, das sei sein Credo gewesen. So wirkte Krug er unter anderem auch bei der Einführung des Projekts „Spurwechsel“ am BBW mit. Und dennoch: Eibl ließ in seiner Würdigung auch nicht unerwähnt, dass Krugs Verdienste ja nur in der Gemeinschaft Vieler, die im BBW arbeiten, möglich war. Eibl bescheinigte ihm, immer viele revolutionäre Gedanken gehabt und seinen Horizont ständig erweitert zu haben, immer die jungen Menschen im Blick zu haben. „Du hattest immer viele Ideen und warst dynamisch in der Umsetzung.“
Für den Kunstliebhaber Krug gab es zum Abschied ein Gemälde von Manfred Sillner. Ganz nach dem Geschmack von Krug, der sich gerührt bei Eibl mit einer Umarmung bedankte. Der Kunstliebhaber Krug, der auch Stadtführungen macht, wird künftig auch fürs gemütliche Schlendern – so sah man Krug auf einem großen Schwarz-Weiß-Bild hinter dem Podium – Zeit haben. So ganz geht er ohnehin nicht. Denn Krug wird freiberuflich der Katholischen Jugendfürsorge erhalten bleiben. Künftig wird Frank Baumgartner das BBW in Abensberg leiten.
